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11.05.2011 Michael Löbmann*

Data Center: 10 Schritte zur RZ-Konsolidierung

Projekte zur RZ-Konsolidierung brauchen eine gute Planung. Lesen Sie, welche Schritte sich in der Praxis bewährt haben.

Weniger ist mehr lautet die Devise vieler Unternehmen, die derzeit ihre bislang verteilten Data Center zusammenlegen. Der Grundgedanke: Runter mit den Kosten, rauf mit der Effizienz. Damit sich die gewünschte Wirkung jedoch einstellt, ist eine professionelle und vor allem langfristige Planung gefragt. Denn vermeintlich triviale Projektschritte entpuppen sich häufig als zeit- und kostenintensiv.

Vom Thema Konsolidierung von Rechenzentren (RZ) muss wohl kaum ein IT-Verantwortlicher noch überzeugt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand, denn konsolidierte Rechenzentren sind dynamischer, effizienter und kostengünstiger. Auf welche Weise man eine Konsolidierung innerhalb eines Rechenzentrums angeht, ist altbekannt. Harmonisierung, Virtualisierung und Automatisierung bilden das klassische Methodenset und ebnen zudem den Weg zur Private Cloud. Doch eine Konsolidierung betrifft längst nicht mehr nur die Betrachtung eines einzelnen Rechenzentrums. In vielen Fällen müssen mehrere Rechenzentren zusammengeführt werden. Diese gilt es dann nicht nur technologisch, sondern auch physikalisch zu konsolidieren. Der Hintergrund: Die meist in den 1990er Jahren entstandenen Rechenzentren vieler Unternehmen sind geographisch breit gestreut und genügen in vielen Fällen nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Betrieb. Hinzu kommt: Viele der der „historisch“ gewachsenen Rechenzentren rentieren sich nicht – denn mit ihnen verbunden ist ein Block an Fixkosten, der auch durch Verschlankungen in Bezug auf Hard- und Software nicht reduziert werden kann. Die Rede ist beispielsweise von ungenutzter Fläche oder großen Klima- und USV-Anlagen, die bei einer Konsolidierung des jeweiligen Rechenzentrums nicht gleichermaßen mitschrumpfen. Ein weiterer Faktor ist das Mehr an personellen Ressourcen, das bei einer Vielzahl kleinerer Rechenzentren aufgebracht werden muss.

Die Konsolidierung ihrer Rechenzentrumslandschaft und ein damit verbundener Hardware-Umzug stehen daher derzeit für viele Unternehmen auf der Agenda. Vor dem Hintergrund des in Aussicht stehenden Einsparpotenzials darf eines jedoch nicht vergessen werden: Eine erfolgreiche Migration fordert einen hohen Planungsaufwand, dessen Ausmaß häufig unterschätzt wird. Diese Planung ist naturgemäß sehr individuell. Dennoch gibt es einige Bausteine, die als Basis für eine allgemeine Vorgehensweise herangezogen werden können.

1. Bau und Ertüchtigungsplanung Sollen ein beziehungsweise mehrere Rechenzentren migriert werden, gilt es zunächst, die richtige Örtlichkeit zu finden und eine nachhaltige Planung aufzusetzen. Unabhängig davon, ob ein neues Rechenzentrum gebaut wird oder vorhandene Räumlichkeiten ertüchtigt werden sollen, wirken sich Fehler meist langfristig aus. Was einmal falsch geplant war, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht oder nur mit hohem Aufwand änderbar. Zu beachten sind beispielsweise grundlegende Anforderungen an Energie, Brandschutz, Flächenkonzeption und passive Verkabelung. Grundsätzlich gilt es, bei der Planung dieser Komponenten immer vom Versorgungsmaximum auszugehen und den Blick acht bis zehn Jahre in die Zukunft richten.

2. Inventarisierung der Hardware Häufig unterschätzt wird bei einer RZ-Konsolidierung die Inventarisierung der Hardware. Das Wissen über die Geräte ist meist auf mehrere unstrukturierte Informationsquellen oder Datenbanken verteilt und nicht selten veraltet. Zudem kommt es vor, dass Zuordnungen nicht eindeutig sind. Einen validen Status zu erhalten ist daher häufig mit hohem Aufwand verbunden. Erfahrungen zeigen, dass die Anzahl der inventarisierten Geräte je nach Quelle in erheblichem Ausmaß variieren kann. Abhilfe schafft hier die Erstellung einer zentralen, softwaregestützten Konsolidierungsdatenbank, in die standardmäßig sämtliche Hardware eingepflegt wird. Mit der einmaligen Eingabe und Konsolidierung der Daten ist es allerdings noch nicht getan. Vielmehr muss die Aktualität der Datenbank durch kontinuierliche Pflege während des gesamten Migrationsprozesses – und möglichst darüber hinaus – sichergestellt werden.

3. Applikationsanalyse und -abhängigkeiten Aufwändiger noch als die Bestandsaufnahme der Hardware gestaltet sich in den meisten Fällen die Analyse der Applikationen, deren Ergebnis ebenfalls in die Konsolidierungsdatenbank eingepflegt werden muss. Die Frage lautet: Wo läuft was und wie gestalten sich die Verbindungen? Dabei gilt es, Abhängigkeiten und Schnittstellen zu erkennen und zu erfassen. In den seltensten Fällen ist diese Brücke zwischen Hardware und Anwendungen ausreichend dokumentiert. Zwar gibt es lizenzpflichtige Softwarelösungen, die es ermöglichen, Applikationen, Hardware und Maintenance auf Knopfdruck abzurufen. Diese sind vielen Unternehmen jedoch mit einem zu hohen technischen und personellen Aufwand verbunden – ihr Einsatz wird aus diesem Grund gern vernachlässigt. Gleiches gilt für die Entwicklung und den Betrieb eigener Anwendungen, mit denen ein zentrales Management von Themen wie Umzug, Wartung, Notfallplanung oder Betriebsanleitungen erfolgen kann. Erfahrungen zeigen allerdings, dass sich die dadurch gewonnene Flexibilität auszahlt. Denn nur, wenn diese Zusammenhänge transparent sind, können Geräte risikofrei bewegt werden.

4. Endkundenanalyse und -kommunikation Rund die Hälfte der Aufgaben, die bei einer Konsolidierung mit gekoppeltem Umzug anfallen, betrifft die Kommunikation. Vor einer Migration gilt zu erfassen, welche Fachabteilungen welche Applikationen nutzen und die jeweiligen Ansprechpartner sowie deren Vertreter ins Boot zu holen. Mit ihnen muss neben dem Freigabeprozess zur Migration auch die Aufrechterhaltung der vereinbarten Servicelevel abgestimmt werden. Festgehalten werden diese Informationen ebenfalls in der zentralen Konsolidierungsdatenbank.

5. Changemanagement Ein Konsolidierungsprozess läuft in den meisten Fällen nicht strikt nach Plan. Im Laufe der Umsetzung ergeben sich immer wieder Abweichungen und veränderte Rahmenbedingungen. Umso wichtiger ist ein kontinuierliches Changemanagement. Jede Änderung, sei es im Hard- oder Softwarebereich, muss dokumentiert werden und tagesaktuell verfügbar sein. Entsprechend handelt es sich nicht um einen einmaligen Projektschritt, sondern um einen komplexen Prozess, der eine Konsolidierung fortwährend begleitet. Erfolgskritisch dabei ist, dass seine Bedeutung von allen Beteiligten verstanden wird und eine konsequente Umsetzung erfolgt.

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