Das Rechenzentrum der Zukunft schrumpft Detail - Computerwelt

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04.05.2011 idg/Oliver Weiss

Das Rechenzentrum der Zukunft schrumpft

Ihr nächstes Rechenzentrum wird kleiner sein, als Sie denken, so der Titel einer Gartner-Analyse über moderne Data Center.

40 Prozent des in Rechenzentren vorhandenen Rack-Volumens werden derzeit unzureichend oder gar nicht genutzt. Zudem stellen Firmen für den Betrieb 60 Prozent mehr an Energie bereit als tatsächlich benötigt wird. Gartner-Analyst David Cappuccio hat sich deshalb Gedanken über das Rechenzentrum der Zukunft gemacht. Platzsparend gestaltet muss sein und kosteneffizient betrieben werden, außerdem Business-Anforderungen besser erfüllen. Cappuccio sieht vier Trends, die die Data-Center-Entwicklung in naher Zukunft bestimmen werden. Trend 1 – Schlaueres Design: Die Design-Methoden für Rechenzentren stammen aus der Mainframe-Ära. Aufgrund der hohen Kosten waren viele Mainframes nur auf eine durchschnittliche Performance im mittleren 90-Prozent-Bereich ausgelegt. Im Ergebnis führte das zu geringen Schwankungen bei Betriebstemperatur und Energieverbrauch. Heute ist das anders: Die Anforderungen an Rechenzentren sind komplexer, die Auslastung verändert sich ständig und schwankt stärker. Laut Gartner wird es in Rechenzentren künftig verschiedene High-Density-Zonen für unterschiedliche Workload-Anforderungen geben. Für die einzelnen Zonen lasse sich die benötigte Energie individuell bereitstellen. Zum Beispiel könnten Server und Betriebssysteme, auf denen besonders viel Arbeitslast liegt und die unterbrechungsfrei laufen müssen, zielgerichtet mit Kühlluft versorgt oder mit einer In-Rack-Kühlung ausgestattet werden.

durchbruch für green it Trend 2 – Green-IT: Die wenigsten Data-Center-Manager haben sich bislang intensiv um das Thema Green IT gekümmert. Inzwischen hat hier ein Umdenken eingesetzt – Leiter von Rechenzentren achten verstärkt auf geringeren Energieverbrauch bei der Planung und beim Aufbau neuer Data Center sowie auf Kennzahlen, die auf der Power Usage Efficiency (PUE) basieren. Dabei handelt es sich um einen Quasi-Standard zur Messung der Energieeffizienz. Der Gesamtenergiebedarf eines Rechenzentrums wird durch die Energie geteilt, die für die IT zur Verfügung steht. Trend 3 – Mit High Density die Server verdichten: Unternehmen müssen immer mehr Daten verarbeiten und verwalten. Dafür benötigen sie immer mehr und immer leistungsfähigere Server. Doch in den meisten Rechenzentren wird unnötig Platz verschwendet, obwohl die physikalische Fläche oft beschränkt ist. Zum Beispiel werden die Räume zwischen den Server-Racks, den Server-Schränken, zu wenig genutzt. Im Schnitt liegt die Dichte bei rund 60 Prozent pro Quadratmeter. Bei der Neuplanung von Rechenzentren geht auch bei den Server-Racks die Tendenz in Richtung einer stärkeren Verdichtung. Im Schnitt liegt bei Neuentwicklungen die Dichte zwischen 85 und 90 Prozent. Private-Cloud-Umgebungen sowie die Zusammenlegung von Rechner-Ressourcen eröffnen zudem die Möglichkeit, vorhandene Hardware-Kapazitäten besser auszulasten und die Produktivität per verbrauchten Kilowatt zu verbessern. Trend 4 – Cloud Computing: Immer mehr Rechenzentrums-Verantwortliche ziehen die Möglichkeit in Betracht, nicht geschäftskritische Workloads an einen Cloud-Provider auszulagern. Dadurch wird im Rechenzentrum zum einen dringend benötigter Platz frei, zum anderen senkt es den Verbrauch von Strom und Kühlmitteln. Laut Gartner wird sich deshalb bis zum Jahr 2018 der in Rechenzentren benötigte Platz um rund 40 Prozent verringern. Zugleich sinkt die Zahl der in Rechenzentren eingesetzten Server und Storage-Produkte. Durch die Verlagerung von Rechnerleistung und Storage-Kapazitäten in eine Public Cloud können sich Data-Center-Verantwortliche zudem auf eine bessere Verteilung geschäftskritischer Workloads konzentrieren.

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