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10.03.2011 PC-Welt*

Virtualisierung im Rechenzentrum

Virtualisierte Rechenzentren setzen sich immer mehr durch: Sie bieten Betreibern, Kunden und Nutzern Vorteile, die sich mit den bisherigen Methoden nicht realisieren lassen. Beim Ringen um mehr Effizienz im Rechenzentrum machen sie einen entscheidenden Vorsprung aus.

Die Virtualisierung von Rechenzentren ermöglicht ein flexibles IT-Management. Sie erhöht die Anpassungsfähigkeit, erlaubt dynamisches Reagieren und kann die Komplexität der Infrastrukturen des Rechenzentrums spürbar verringern. Vorhandene Rechenleistung und Speicherkapazität können erst durch Virtualisierung wirklich effizient ausgenutzt werden: Eine virtualisierte IT-Landschaft stellt Kunden, Diensten und Unternehmensanwendungen keine physischen Maschinen bereit, sondern bietet virtuelle Ressourcen, die genau die Leistung liefern, die real benötigt wird.

Auf diese Weise ermöglicht es eine virtualisierte IT dem zunehmenden Markttempo zu begegnen. Geschäftsprozesse sind ständigen Änderungen unterworfen – was wiederum eine konstante Anpassung bestehender Anwendungen bedeutet. Neue Techniken und Konzepte erlauben völlig neue Nutzungsformen. Langfristig können Rechenzentrumsbetreiber nur Erfolg haben, wenn sie ihre unternehmenseigenen oder externen Kunden auch unter diesen veränderten Bedingungen zufriedenstellen.

Rechenzentren haben aber seit Jahren mit ständig steigenden, enormen Betriebskosten zu kämpfen. Gleichzeitig müssen Betreiber von Rechenzentren trotz überlasteter Klimaanlagen und horrender Strompreise kontinuierlich die Leistungsdichte erhöhen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Virtualisierte Infrastrukturen begegnen diesen Problemen. Durch die effizientere Ausnutzung vorhandener Technik können mehr Kunden, Dienste und Anwendungen versorgt werden – und das auch noch flexibler als bei einem statischen IT-Modell. Gleichzeitig reduziert die Virtualisierung laufende Betriebs- und künftige Investitionskosten, indem sie mittel- und langfristig die Anforderungen an Energieversorgung, Klimatisierung, Platzbedarf und Verwaltungsaufwand senkt. Auf den Punkt gebracht: Die Hardware wird durch automatisierte Ressourcenverteilung besser ausgelastet, die Effizienz steigert sich, die Kosten sinken – und zwar deutlich.

Rechenzentren kommen aber nur dann in den vollen Genuss aller Vorteile virtualisierter Infrastrukturen, wenn die Virtualisierung flächendeckend erfolgt. Bei ein, zwei virtualisierten Einzel-Servern sind die Vorteile lediglich minimal spürbar – bei Dutzenden oder Hunderten solcher Maschinen jedoch unübersehbar. Aber letztlich ist die Virtualisierung ein Mittel wie jedes andere auch: Es ist nur dann wirkungsvoll, wenn sein Einsatz zweckdienlich und in harmonischer Feinabstimmung aller beteiligten Prozesse und Abteilungen erfolgt.

DAS VIRTUALISIERTE RECHENZENTRUM In einem virtualisierten Rechenzentrum ersetzen modulare Systeme statische IT-Architekturen. Die modularen Systeme können Leistung dynamisch bereitstellen – nämlich dann, wenn die jeweilige Applikation sie benötigt. Ob es dabei um Rechenleistung, Speicherplatz, Backups oder eine Redundanzlösung geht, ist zweitrangig – das Konzept bleibt gleich. Applikation und Prozesse sind von der Hardware entkoppelt. Deren Ressourcen werden je nach Bedarf flexibel zugeteilt. So kann dieselbe Hardware, die vorher exklusiv für eine Anwendung zur Verfügung stand, nun mehrere Applikationen bedienen – das sorgt für eine deutlich bessere, effizientere Auslastung der IT-Infrastrukturen. Betreiber von Rechenzentren können auf diese Weise die Komplexität der Infrastrukturen verringern und schneller auf sich ändernde Bedürfnisse am Markt reagieren.

Inzwischen ist immer öfter von der „privaten Cloud“ die Rede. Grundlage hierfür ist eine virtualisierte Infrastruktur. Anders als beim Konzept der öffentlichen Cloud bleiben die Daten physisch aber im Rechenzentrum des Unternehmens. Wie Experten wissen, haben insbesondere mittelständische Kunden nach wie vor Hemmungen, ihre sensiblen oder Performance-kritischen Daten aus der Hand zu geben.

Betreibt eine IT-Abteilung eine Cloud im eigenen Rechenzentrum, können die Fachabteilungen im Unternehmen besser und schneller auf die benötigten Anwendungen zugreifen. Sogar eine gezielte und granulare Bereitstellung – nach Anzahl der Transaktionen oder Nutzer, benötigtem Speicherplatz oder Ähnlichem – ist dann möglich.

SPEZIELLE HARDWARE ERLEICHTERT DIE VIRTUALISIERUNG Hinsichtlich der Hardware sind Virtualisierungsmaßnahmen grundsätzlich auch mit vorhandener, älterer Hardware umsetzbar. Schließlich ist effizientes Ausnutzen vorhandener Ressourcen einer der Hauptvorteile des Konzepts.

Kommt es – beispielsweise im Zuge einer IT-Konsolidierung – jedoch zum Neukauf von Hardware, sollten auf Virtualisierung optimierte Maschinen erworben werden. So bieten Server-Hersteller Systeme an, die hohe Leistungsdichte, vorinstallierten Hypervisor, Funktionen für die Virtualisierung der Netzwerkschicht und verbesserte Verwaltungswerkzeuge mitbringen.

Aber auch auf der Hardware-Ebene selbst hat sich einiges getan. Moderne Server-Prozessoren wie Intels Xeon-Modelle bieten integrierte Funktionen, die Einrichtung und Betrieb virtualisierter Infrastrukturen vereinfachen und gleichzeitig sicherer machen. Parallel dazu arbeiten sie energieeffizienter, so dass mehr Leistung bei gleicher oder die gleiche Leistung bei niedrigerer Energieaufnahme zur Verfügung steht. Auch produzieren sie weniger Abwärme, so dass der Kühlungs- und Klimatisierungsbedarf sinkt. Die Prozessoren der neuen Intel-Xeon-5600-Baureihe bieten beispielsweise die gleiche Leistung wie das Topmodell X5570 der 5500er-Vorgängergeneration, nehmen aber bis zu 30 Prozent weniger Energie auf.

Mit den Funktionen Intel Virtualization Technology (Intel VT) und Intel Trusted Execution Technology (Intel TXT) empfehlen sich die aktuellen Intel-Xeon-Prozessoren besonders für den Einsatz in virtualisierten Rechenzentren. Intel VT umfasst eine Anzahl virtualisierungsspezifischer Hardware-Funktionen. Damit können virtuelle Maschinen (VMs) gezielter auf die Hardware selbst zugreifen, was in höherer Leistung resultiert. Gleichzeitig laufen die VMs klarer voneinander getrennt, was wiederum die Sicherheit erhöht. Insgesamt sorgt Intel VT also für verbesserte Systemleistung und höhere Ausfallsicherheit bei virtuellen Umgebungen. Intel TXT wiederum etabliert eine "Chain of Trust" zwischen Hardware und virtueller Maschine. Diese Funktion überwacht den Start der VM und erkennt jede Veränderung durch Schad-Software oder Anwender. Das Resultat sind stabilere und sichere VMs.

Wer also alte Server gegen neue Systeme mit modernen Multi-Core-Prozessoren austauscht, reduziert Energie- und Kühlungskosten, Platz- und Verwaltungsbedarf sowie die Software-Lizenzkosten. Betreiber von Rechenzentren können so bei gleich bleibenden Raum- und Energielimits die Performance und Skalierbarkeit ihrer Infrastruktur deutlich steigern.

* Der Artikel stammt von der deutschen PC-Welt.

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