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19.05.2010 idg/Thomas Mach

Softwarekosten: Zwangsabgabe für IBM-Anwender

Im Mainframe-Segment finden sich zunehmend weniger zufriedene IBM-Kunden. Kritikpunkte sind fehlende Transparenz in der Lizenzpolitik sowie die unsichere Zukunft des Großrechners.

Einmal mehr klagen IBM-Kunden über die hohen Softwarekosten. Auf der Jahrestagung der IBM User Group Guide Share Europe (GSE) standen daher einmal mehr die Preise für den Softwarebetrieb auf Großrechnern auf der Agenda.

Einer der Kritikpunkte: Obwohl Big Blues Softwaresparte nicht einmal ein Viertel zum Konzernumsatz beisteuere, liege ihr Anteil am Gewinn bei satten 58 Prozent. »Diese Gewinne bezahlen wir«, betont Michael Weiß, Region Manager des deutschen GSE-Ablegers. Zahlreiche Mainframe-Nutzer würden die Rechnungsposten für eingesetzte IBM-Software mittlerweile als »Zwangsabgabe« betrachten.

Kernproblem seien die komplexen Lizenz- und Abrechnungsmodelle, die IBM für die Softwarenutzung auf ihren System-z-Mainframes vorgebe, klagen die Anwender. Nicht wenige Großanwender würden Spezialisten beschäftigen, die sich ausschließlich darum kümmerten, dass die Softwarekosten im Data Center nicht aus dem Ruder laufen. Das könnten sich aber immer weniger Anwender leisten. IT-Verantwortlichen falle es zunehmend schwer, die hohen Kosten für den Betrieb der Großrechner vor dem Business-Management zu rechtfertigen.

TRANSPARENZ FEHLT In der Preis- und Lizenzpolitik fehle nach wie vor Transparenz, unterstreicht Weiß. Öffentliche Diskussionen darüber schätze der Konzern aber gar nicht. »Als Kunde und Anwendervertreter braucht man da schon eine kugelsichere Weste.« Das Reizwort schlechthin für IBM sei Neon. Dahinter steckt eine kleine Softwarefirma, die es Anwendern ermöglicht, IBM-Standardanwendungen wie Cics oder IMS auf Spezialprozessoren, so genannten Specialty Engines, laufen zu lassen, wo sie weniger Kosten verursachen. Für IBM bedeutet das weniger Einnahmen. Schon seit längerem geht der IT-Konzern deshalb juristisch gegen Neon vor.

Die bereits seit Jahren schwelende Diskussion um teure Mainframe-Software ist nicht der einzige Punkt, der IBM-Anwendern Sorgen bereitet. Es wächst auch die Verunsicherung darüber, wie die Zukunft des Mainframes aussieht. Zwar genieße IBM im Mainframe-Markt ein Quasi-Monopol, betont die GSE. Doch andererseits kaufe der Konzern immer mehr Softwarehersteller auf und verändere sein Geschäftsmodell stetig in Richtung Services. Stichwort Cloud Computing. »Wenn es irgendwann nur noch einen großen virtuellen Rechner gibt, ist es aus Anwendersicht egal, ob dahinter Mainframes oder etwa geclusterte x86-Server stehen«, verweist Weiß.

Besonders auch die veränderte Informationspolitik in Sachen Mainframe seitens Big Blue sorgt die Anwender. In den vergangenen Jahren hat der Konzern auf Konferenzen jeweils eine Roadmap für die nächsten fünf Jahre vorgelegt. Heute wagt IBM kaum mehr den Blick in die fernere Zukunft. »Damit fehlt uns ein Stück Planungssicherheit«, kritisiert Weiß abschließend.

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