Rechenzentrum-Studie: IT-Ausfall kostet Millionen Detail - Computerwelt

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02.08.2010 Andreas Schaffry*

Rechenzentrum-Studie: IT-Ausfall kostet Millionen

Nur vier Prozent der befragten Unternehmen einer Aberdeen-Studie geben die Verfügbarkeit ihres Rechenzentrums mit 99,999 Prozent an. Hochverfügbarkeitskonzepte und Disaster-Recovery-Pläne sind unzureichend vorhanden.

In vielen Unternehmen hängt die Abwicklung der Betriebsabläufe davon ab, dass IT-Prozesse reibungslos laufen. Fallen wichtige IT-Systeme, die im eigenen Rechenzentrum betriebenen werden, jedoch länger aus, verursacht das hohe Kosten.

Zugleich steigt das das Geschäftsrisiko. Kann eine Firma zum Beispiel keine Lieferscheine mehr schreiben, rollt kein Lkw vom Hof und Kunden warten auf Warenlieferungen.

RECHENZENTREN: VERFÜGBARKEIT GERING Hochverfügbare und ausfallsichere Rechenzentren sollten in Unternehmen deshalb selbstverständlich sein. Doch weit gefehlt. Nur drei Prozent betreiben ein Rechenzentrum, das in den vergangenen zwölf Monaten zu 100 Prozent verfügbar gewesen ist. Lediglich vier Prozent der Firmen gaben die Verfügbarkeit ihres Rechenzentrums mit 99,999 Prozent an. Das entspricht einer Ausfallzeit von wenigen Minuten pro Jahr.

Zu diesem Ergebnis kommen die US-Marktforscher von Aberdeen Research in der Untersuchung "Datacenter Downtime. How much does it really cost?" Das war für die Marktforscher auch ein Grund, die tatsächlichen Kosten zu ermitteln, die dem Business durch den Ausfall wichtiger Kernanwendungen entstehen.

AUSFÄLLE KOSTEN BIS ZU 2,8 MILLIONEN Und die Zahlen haben es in sich. Pro Jahr kann die Unterbrechung der Betriebsabläufe, verursacht durch unzureichend gegen Ausfälle abgesicherte Rechenzentren, eine Firma mehr als 2,8 Millionen Dollar kosten.

Im Industriedurchschnitt beläuft sich der jährliche Schaden auf 1,55 Millionen Dollar. Dagegen haben Betriebe mit hervorragend abgesicherten Rechenzentren, diese bezeichnen die Marktforscher als Best-in-Class-Unternehmen, lediglich durchschnittliche jährliche Ausfallkosten in Höhe von 72.000 Dollar.

Wie wichtig reibungslose IT-Prozesse für die Geschäftstätigkeit sind, verdeutlicht ein Vergleich weiterer Kennzahlen. Fällt eine Anwendung, etwa durch einen Server-Crash, aus, können die Klassenbesten diese im Schnitt innerhalb von 1,3 Stunden wiederherstellen. Durchschnittsfirmen brauchen dazu 4,7 Stunden und die so genannten Laggards sogar 8,4 Stunden.

KEIN SINGLE-POINT-OF-FAILURE Letztere verzeichnen aufgrund von Ausfällen der IT-Systeme bei den Businessprozessen eine Unterbrechung von im Schnitt 29,4 Stunden pro Jahr. Bei den Durchschnittsfirmen sind es 14,1 Stunden, bei den Klassenbesten dagegen nur 1,2 Stunden.

Betriebe, die eine besonders schlechte Rechenzentrums-Performance haben, und diese auf das Niveau des Industriestandards heben, können ihre Unternehmensleistung um rund 1,3 Millionen Dollar steigern.

Voraussetzung dafür ist, dass im Rahmen eines Hochverfügbarkeitskonzepts ein Rechenzentrum ohne Single-Point-of-Failure aufgebaut wird. Dabei werden alle systemrelevanten Komponenten, etwa Anwendungs-Server, Datenbanken oder Speichersysteme, redundant ausgelegt.

DISASTER-RECOVERY-PLÄNE REGELMÄSSIG TESTEN Kommt es dennoch zu einer ungeplanten Downtime, können Firmen die Ausfallzeiten von Anwendungen und Systemen durch die Implementierung einer effizienten und planvollen Strategie für das Disaster Recovery (DR) verringern. Erfolgreiche DR-Programme orientieren sich dabei an den jeweils individuellen Anforderungen und erfassen die gesamte Organisation - vom Top-Management bis zu den Fachanwendern.

Zugleich müssen die Disaster-Recovery-Konzepte laufend an Veränderungen bei den IT-Infrastrukturen angepasst werden und regelmäßig sowie praxisnah getestet werden. Tritt dann der Ernstfall ein und es fällt eine Anwendung aus, kann diese schnell wiederhergestellt werden. Laut Studie testen nur 27 Prozent der Laggards regelmäßig ihre DR-Konzepte.

Für die Untersuchung befragten die Marktforscher von Aberdeen weltweit 125 Unternehmen zu Aspekten in Bezug auf einen Ausfall im Rechenzentrum. Dazu gehören die durchschnittliche Anzahl und die Dauer der Ereignisse (Incidents), die Kosten pro Downtime-Stunde sowie die benötigte Zeit um 90 bis 100 Prozent der von einem Ausfall betroffenen Geschäftsprozesse wiederherzustellen.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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