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04.11.2010 Edmund E. Lindau

In the Coud: "Erde an Wolke"

Wie sehr achten heimische klein- und mittelständische Betriebe auf Verfügbarkeit, Connectivity und Energieeffizienz im Serverraum? Wo könnten Kosten gespart werden?

IBM präsentierte dieser Tage die Ergebnisse der im Sommer 2010 mit 269 KMU durchgeführten Studie, die Antworten darauf gibt, wie gut beziehungsweise modern die Serverräume österreichischer klein- und mittelständischer Unternehmen ausgestattet sind.

DAS ÖSTERREICHISCHE KMU-"RECHENZENTRUM" Etwa 25 m² groß, sechs Racks und eine Anschlussleistung von rund 20kW – so sieht das durchschnittliche »Rechenzentrum« eines österreichischen Klein- bzw. Mittelbetriebs aus. In vielen Fällen handelt es sich somit eigentlich um ein »Server-Kammerl«. Gekühlt wird mit einem bunten Mix aus Humanklimageräten, Klimaschränken und Raumkühlung. Fazit: die IT heimischer KMU wird nicht in hypermodernen Rechenzentren betrieben, vielmehr handelt es sich um einzelne Räume, nicht selten sogar um umfunktionierte »Besen-Kammerl«. »Auf der einen Seite realisiert IBM moderne Rechenzentren, auf der anderen Seite wollen wir unsere Kunden aber auch dabei unterstützen, die Sicherheit, Verfügbarkeit und Energie- und Kosteneffizienz bestehender Data Center zu verbessern«, so Martin Chaloupek, Leiter Data Center Site & Facilities Österreich.

Wie die Detailergebnisse zeigen, könnten die Serverräume österreichischer KMU jedoch schon mit einzelnen Maßnahmen verbessert und so Energie und Kosten gespart werden. Laut Umfrage denkt jedoch die Hälfte der Unternehmen (noch) nicht an einen Um- oder Neubau des »Rechenzentrums«. Die anderen 50 Prozent hingegen, für die ein Umbau bereits jetzt oder in naher Zukunft geplant ist, haben in vielen Fällen mehrere Ausfälle hinter sich.

Zu rund 80 Prozent befindet sich das »Rechenzentrum« im Bürobereich, in den anderen Unternehmen im Keller oder auch am Betriebsgelände oder im Lager. Da ein Serverraum das IT-Herzstück des Unternehmens ist, sollte er entsprechend abgesichert und ein Grundschutz hergestellt werden. Knapp 70 Prozent der »Rechenzentren« sind mit einem Backup-Standort verbunden. Meist befindet sich dieser jedoch im selben Büro mit den identen Bedrohungen hinsichtlich Wasser, Feuer, Gase und Zutrittssicherung. In vielen Fällen ist der Backup-Standort selbst schlechter ausgestattet und damit die eigentlich notwendige Verfügbarkeit nicht gewährleistet.

LEISTUNG VERSUS WÄRME Da die meisten Serverräume im Bürobereich sind, sind Raumklimageräte dominierend. Oftmals wird mit zusätzlichen Gebläsen gearbeitet, um eine niedrige Raumtemperatur zu erzielen. Allerdings arbeiten die Luftströme der Server anders als die klassische Büroklimaanlage. Deshalb werden zusätzlich auch (Human)- Klimageräte (vom Baumarkt oder Diskonter) aufgestellt, die jedoch nicht die nötige Wärmereduktion erreichen. Die Folge sind Wärmestau, Ausfälle, mangelnde Redundanz und letztendlich Verlust von Daten und Leistung für die User.

In Zukunft werden Rechenzentren immer wärmer, da neue Technologien auf immer höheren Betriebstemperaturen laufen können. Die Luft muss weniger gekühlt werden und die wärmere Abluft kann noch effizienter über Wärmerückgewinnung genutzt werden.

TRENNUNG VON SERVER UND INFRASTRUKTUR Zumeist befinden sich alle Infrastruktur-Einheiten – USV, Klimageräte, E-Verteiler, etc. – für den Serverraum direkt im Serverraum. Dass das nicht die beste Lösung ist, liegt auf der Hand. Ein Beispiel: Bei Wartungsarbeiten muss ein Techniker direkt ins IT-Herz des Unternehmens. Dieser kann so (unabsichtlich) großen Schaden anrichten.

Eine der Hauptausfallursache von Servern sind Brandgase. Wie die Umfrage-Ergebnisse zeigen, sind Löschanlagen leider noch nicht Standard. Dabei würde die Kombination von »Schnüfflern« (Brandfrüherkennung) mit entsprechenden Brandmeldeanlagen und darauf folgender Stromabschaltung bereits einigen Schutz vor den üblichen Brandgefahren bieten.

SICHERHEITS- BZW. MONITORING-SYSTEME Auch hier bringt die IBM-Umfrage ein Manko zu Tage: Noch immer sind Monitoring-Systeme für Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Stromverbrauch eine Seltenheit. Doch gerade die Kombination aus den gängigen IT-Monitoring-Systemen wie Tivoli und dem Gebäudemanagement schafft eine neue Qualität in der Ausfall-Sicherheit von Rechenzentren. Nur die Hälfte der Unternehmen verfügt über einen Doppelboden im Serverraum. Denn wenn dieser im Bürobereich ist, ergeben sich zu niedrige Raumhöhen. Dann kann man nicht mehr effizient über die Umluft-Kühlung arbeiten. Abgehängte Decken verhindern zusätzlich die Luftströmung und erhöhen die mögliche Brandlast.

STROMKOSTEN In 75 Prozent der Fälle sind die Stromkosten Teil der gesamten Gebäudebetriebskosten. Mehr Anreiz, um Stromkosten zu senken, gäbe es für einen (Green-)IT-Manager vor allem dann, wenn es sich direkt auf sein IT-Budget auswirken würde. Eine Veränderung der Abrechnungssysteme und eine Zuordnung der Leistung auf die einzelnen Verbraucher könnten zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung führen – und zu mehr Energieeffizienz.

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