Fast alle Sicherheitsvorfälle basieren auf neun Grundmustern Fast alle Sicherheitsvorfälle basieren auf neun Grundmustern - Computerwelt

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24.04.2014 Rudolf Felser

Fast alle Sicherheitsvorfälle basieren auf neun Grundmustern

Sicherheitsexperten von Verizon haben im Rahmen ihres "2014 Data Breach Investigations Report" (DBIR) herausgefunden, dass in den vergangenen zehn Jahren 92 Prozent der 100.000 untersuchten Sicherheitsvorfälle auf neun prinzipiellen Angriffsmethoden basieren, die je nach Branche variieren.

9 Grundmuster für (fast) alle Sicherheitsvorfälle

9 Grundmuster für (fast) alle Sicherheitsvorfälle

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"Nach Auswertung von Daten der letzten zehn Jahre mussten wir feststellen, dass die meisten Organisationen nicht mit der Cyberkriminalität mithalten können – und dass die Bösewichter gewinnen", sagt Wade Baker, Hauptautor der Reportreihe. "Aber durch den Einsatz von Big Data-Analysen für das Security Risk Management können wir eine Trendwende erreichen und Cyberkriminalität effektiver und strategischer bekämpfen."

"Unternehmen müssen einsehen, dass niemand vor Datendiebstahl gefeit ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es in einer Organisation länger dauert, Gefährdungen zu identifizieren. Dies kann oftmals Wochen oder Monate dauern, während ein Unternehmen innerhalb von Minuten oder Stunden ausgespäht werden kann", erklärt Baker.

Der DBIR hat neun Gefahrenmuster identifiziert: Diverse Fehler wie etwa das Senden einer E-Mail an den falschen Empfänger; Crimeware (verschiedene Malware versucht, die Kontrolle über ein System zu erlangen); Missbrauch durch Insider; physikalischer Diebstahl / Verlust; Angriffe auf Web-Anwendungen; Denial of Service-Angriffe; Cyberspionage; Angriffe auf den Point of Sales; Skimming von Zahlungskarten.

Der Report zeigt, dass industrieübergreifend im Durchschnitt nur drei Bedrohungsmuster insgesamt 72 Prozent der Sicherheitsvorfälle ausmachen. Im Bereich Financial Services basieren beispielsweise 75 Prozent der Vorfälle auf Angriffen von Web-Anwendungen, Distributed Denial of Service (DDoS) und dem Skimming von Zahlungskarten. In der Fertigungsindustrie hingegen entstehen 54 Prozent aller Attacken aus Cyberspionage und DDoS. Im Einzelhandel ist die Mehrheit der Angriffe auf DDoS (33 Prozent) oder Point of Sales-Störungen (31 Prozent) zurückzuführen.

SPIONAGE ON TOP
Cyberspionage steht im aktuellen Report erneut an erster Stelle. Vorfälle dieser Art stiegen im Vergleich zum Report aus dem vergangenen Jahr um das Dreifache. 511 Vorfälle werden aufgeführt, teilweise ist dies auf einen größeren Datensatz der Studie zurückzuführen. Zudem werden diese Attacken als komplexeste und vielfältigste Bedrohung bewertet, mit einer langen Liste von Bedrohungsmustern. Wie bereits im vergangenen Jahr, kamen die meisten Cyberspionage-Aktivitäten aus China. Aber auch andere Regionen werden aufgeführt, unter anderem Osteuropa mit über 20 Prozent.

Zum ersten Mal untersucht der Report zudem Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacken. Hierbei handelt es sich um Angriffe, die darauf abzielen, die Verfügbarkeit von Netzwerken und Systemen zu kompromittieren, um beispielsweise Webseiten unbrauchbar zu machen. Sie sind vor allen in den Branchen Financial Services, Einzelhandel und Informationsindustrie sowie im Öffentlichen Sektor gängig. Der Report belegt, dass DDoS-Attacken in den vergangenen drei Jahren jährlich stärker geworden sind.

Die Nutzung gestohlener bzw. missbrauchter Berechtigungen (Benutzernamen und Passwörter) stehen weiterhin auf Platz 1, um Zugriff auf Informationen zu erlangen. Zwei von drei Datenmissbräuchen nutzen schwache oder gestohlene Passwörter. Das verdeutlicht Verizon zufolge die Wichtigkeit einer starken Zweifaktor-Authentifizierung.

WENIGER POS-ANGRIFFE

Angriffe auf den Point of Sale (POS) im Einzelhandel haben seit 2011 nachgelassen. Zu den Branchen, die besonders durch POS-Störungen betroffen sind, zählen die Gastronomie und Hotellerie, sowie Lebensmittelgeschäfte und Einzelhandelsfachgeschäfte, in denen Kriminelle es besonders auf die Daten der Zahlungskarten abgesehen haben. Obwohl POS-Vorfälle in letzter Zeit wieder öfter in den Medien diskutiert wurden, spiegelt dies laut dem Verizon-Report nicht das tatsächliche Bild der Cyberkriminalität wider.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Während externe Angriffe gegenüber internen Attacken immer noch überwiegen, nehmen Insider-Angriffe weiter zu, insbesondere in Hinblick auf den Diebstahl von geistigem Eigentum. Der Report hebt hervor, dass 85 Prozent der Attacken, die von Insidern  und durch Missbrauch von Zugängen stammen, das unternehmenseigene LAN nutzen; 22 Prozent entstanden durch physikalischen Zugriff.

Der Report wird mittlerweile zum siebten Mal herausgegeben. Der aktuelle Datensicherheitsreport analysiert über 1.300 bestätigte Datenmissbräuche sowie mehr als 63.000 gemeldete Sicherheitsvorfälle. Zum ersten Mal beinhaltet der DBIR auch Sicherheitsvorfälle, die nicht in Verstöße resultierten, um bessere Einsichten in die Vielfalt der Cyberkriminalität zu erhalten. Die bereits seit zehn Jahren laufende Studie verzeichnet nun mehr als 5.900 Dateneinbrüche. Verizon ist eine von weltweit 50 Organisationen, die Daten und Analysen zu dem diesjährigen Report beigesteuert haben.

Der vollständige Report kann unter http://www.verizonenterprise.com/DBIR/2014 heruntergeladen werden. (pi/rnf)

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