Fusionen und Übernahmen als Security-Risiko Fusionen und Übernahmen als Security-Risiko - Computerwelt

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13.06.2014 Rudolf Felser/pi

Fusionen und Übernahmen als Security-Risiko

Security-Spezialist FireEye beobachtet immer wieder Sicherheitsverletzungen bei Unternehmen im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen.

Unternehmensspionage: Drum prüfe, wer sich ewig bindet...

Unternehmensspionage: Drum prüfe, wer sich ewig bindet...

© Eisenhans - Fotolia.com

In den letzten Jahren führte die wachsende Furcht vor Wirtschaftsspionage durch andere Staaten zu immer genauerer Prüfung von Fusionen und Übernahmen mit Beteiligung ausländischer Firmen – vor allem in Branchen, die mit sensiblen Technologien und Prozessen arbeiten und eine größere wirtschaftliche und sicherheitstechnische Bedrohung bedeuten könnten. Allerdings sind weder solche Szenarien die einzigen, in denen Nationalstaaten Cyberspionage betreiben können, noch sind Nationalstaaten die einzigen Täter beim Diebstahl geistigen Eigentums. FireEye hat gezielter Bedrohungen von verschiedenen Urhebern beobachten können, die Angriffe auf fusionierende Unternehmen auf zwei Arten aktiv durchführten:

  • Angriff auf das Netzwerk eines neu akquirierten Tochterunternehmens und/oder eines Partners des Mutterkonzerns, um schließlich Zugang zum Umfeld des Hauptziels und seinen Informationen zu erhalten.
  • Angriff und Diebstahl von Informationen eines Unternehmens in Fusions- oder Übernahmeverhandlungen mit einer ausländischen Firma, um dem Verhandlungspartner Insiderwissen für die Verhandlungen zu liefern.


Einige Bedrohungsurheber greifen das Umfeld eines Unternehmens an und setzen ihre Bemühungen dann über ein verbundenes Netzwerk fort. Andere setzen auf Social-Engineering-Taktiken. Dazu gehören Phishing-E-Mails, deren Absender vorgibt, ein Mitarbeiter des Partnerunternehmens zu sein. FireEye hat von China aus operierende Gruppen beobachten können, die vertraute Beziehungen und Bridge-Netzwerke kooperierender Unternehmen angriffen. Ziel sind – unabhängig von der Vorgehensweise – in der Regel geistiges Eigentum und geheime Informationen, die ihren Auftraggebern einen wirtschaftlichen Vorteil bieten könnten. So hat FireEye beispielsweise einen Fall beobachten können, bei dem die Angreifer einen Zugang ins Netzwerk des ursprünglichen Mutterunternehmens nutzen, um zur nun verkauften Tochter vorzudringen. Diese hatte kurz zuvor ein firmeneigenes Verfahren zur Herstellung eines neuen Gesundheitsproduktes entwickelt.

Zudem konnte häufig beobachtet werden, dass Unternehmen während Fusions- oder Übernahmegesprächen mit chinesischen Firmen angegriffen wurden. Dabei sollten vermutlich Daten entwendet werden, die den Verhandelnden wertvolle Insiderinformationen liefern konnten, um die Ergebnisse der geplanten Transaktionen zu beeinflussen. Anders als andere Formen der Wirtschaftsspionage, sind die Angreifer hier nicht auf der Suche nach geistigem Eigentum eines Unternehmens. Stattdessen suchen sie Informationen, wie geschäftliche E-Mails und Verhandlungsbedingungen, sowie Geschäftspläne und -daten.

In einem beispielhaften Fall drangen die Angreifer in die E-Mail-Konten mehrerer Mitarbeiter ein, die an den Verhandlungen beteiligt waren. Sie waren wahrscheinlich auf der Suche nach Informationen bezüglich des Verhandlungsfortschritts. FireEye glaubt, dass die Angreifer anschließend die gestohlenen Daten nutzen, um die chinesischen Entscheidungsträger mit Insiderwissen des Konkurrenten zu versorgen. Die chinesische Regierung unterband die Gespräche kurz nach dem Datendiebstahl.

Unternehmen, die in Fusionen und Übernahmen involviert sind, müssten sich deshalb der Risiken bewusst sein, rät FireEye. Die Aufnahme von Verhandlungen mit Firmen, die von Cyberangriffen betroffen sind und mit nicht sicheren Netzwerken arbeiten, birgt das Risiko einer Bedrohung durch Angreifer, die möglicherweise nur darauf warten, zum nächsten Ziel voranzuschreiten.

Auch Unternehmen in Verhandlungen mit ausländischen – FireEye zufolge häufig mit chinesischen – Firmen sind Angriffen ausgesetzt, die Vorteile in den Verhandlungen bringen soll. Solche Angriffe, letztlich Wirtschaftsspionage, können schwerwiegenden Einfluss auf Finanzen und Ansehen eines Unternehmens haben. Besonders jedoch, wenn diese Millionen oder gar Milliarden Dollar bei Fusionen oder Übernahmen riskieren.

In vielen Fällen geht es auch um Fragen der nationalen Sicherheit. Auch Regierungen versuchen manchmal, die Risiken bei Unternehmensfusionen und -übernahmen zu entschärfen, indem sie Sicherheitschecks durchführen und auf deren Basis mitunter Angebote zurückweisen. Unterschiedlichste Angreifer aus verschiedenen Ländern beteiligen sich heute an Wirtschaftsspionage. (pi)

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