Gastkommentar: Gefahr von Datenverlust bei SSDs Gastkommentar: Gefahr von Datenverlust bei SSDs - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


22.05.2015 :: Printausgabe 9/2015 :: Nicolas Ehrschwendner*

Gastkommentar: Gefahr von Datenverlust bei SSDs

Lange wurde schon darüber spekuliert, dass SSDs kein sicheres Medium für die Datenarchivierung sind, wie es von manchen Marketing-Abteilungen der Hersteller angepriesen wurde. Nun haben wir dank einer Studie des Standardisierungsinstituts JEDEC einen öffentlichen Beweis: Die Daten auf SSDs haben abhängig von der Betriebs- und Lagertemperatur unterschiedliche Lebenszeiten.

Nicolas Ehrschwendner ist Geschäftsführer von Attingo.

Nicolas Ehrschwendner ist Geschäftsführer von Attingo.

© Attingo

Insbesondere stromlose Enterprise-Modelle können ein echtes Risiko für die eigenen Dateien darstellen. Konstruktionsbedingt sind diese dafür konzipiert Daten, wie zum Beispiel Datenbanken, die regelmäßigen Änderungen unterliegen, schnell bereit zu stellen. In gewissen Grenzen ist während des Betriebs eine höhere Temperatur für die Lebensdauer sogar förderlich. Denn dadurch wird die "Entfernung von Verunreinigungen" des Dielektrikums, in Form von gestauten Elektronen, erleichtert. Für Server-SSDs gilt eine Idealtemperatur von 55°C im durchschnittlich 8-stündigen Betrieb und 40°C während der 16 Stunden stromloser Zeit pro Tag für eine Vorhaltedauer von knapp drei Monaten. Bei Modellen für Endverbraucher muss die Lebensdauer von Daten bei 40°C Betriebs- und 30°C Lagertemperatur jedoch für ein Jahr garantiert sein. Heißere Temperaturen im Betrieb erhöhen die Lebensdauer der Daten, höhere Lagertemperaturen jedoch vermindern sie mit einer Halbierung pro 5°C. Die konkreten Standard-Werte zeigt die Tabelle der Studie auf Seite 27. Diese Bedingungen gehen von vollständigen Schreib-/Löschzyklen aller NAND-Zellen aus. Das Resümee lautet somit, dass flotte SSDs im Gegensatz zu klassischen Magnetspeichern nicht für eine langfristige Speicherung von Daten ohne Stromversorgung geeignet sind. Aber das kann unseren Lesern ja ohnehin nichts anhaben, da wir alle über ausreichend redundante Kopien auf verschiedenen Datenträgern verfügen. Sollten doch einmal ungesicherte Daten auf SSDs verloren gehen, können wir diese in unserem Labor wiederherstellen. In besonders schwerwiegenden Fällen geht die Datenrettung soweit, die einzelnen Speicherbausteine auszulöten und direkt auszulesen, um sie anschließend entsprechend dem wear levelling zu rekonstruieren.

* Nicolas Ehrschwendner ist Geschäftsführer von Attingo Datenrettung.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • ITSDONE GRUPPE

    ITSDONE GRUPPE Office Software, Kaufmännische Software (ERP), Datenbanken, Server-Betriebssysteme, Programmiersprachen, Betriebssysteme für PCs, Netzwerk- und Systemüberwachung,... mehr
  • Dicom Computer VertriebsgesmbH

    Dicom Computer VertriebsgesmbH WLAN-Systeme, VPN, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management, Netzwerk-Diagnose-Systeme, Netzkomponenten, Mobile Lösungen und Applikationen,... mehr
  • eyepin GmbH

    eyepin GmbH Application Service Providing, Auftragsentwicklung für Software, Individual-Softwareentwicklung, Programmierung, Übernahme von Softwareprojekten mehr
  • Dimension Data Austria GmbH

    Dimension Data Austria GmbH Call Center, IKT-Consulting, Migrations-Management, Outsourcing, Systemintegration und Systemmanagement, Systempflege- und Wartung mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: