Der Feind im eigenen Bett: Cyberattacken aus eigenen Reihen Der Feind im eigenen Bett: Cyberattacken aus eigenen Reihen - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


16.06.2015 pi/Rudolf Felser

Der Feind im eigenen Bett: Cyberattacken aus eigenen Reihen

Rund die Hälfte aller Cyberattacken auf Unternehmen kommt aus den eigenen Reihen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue IBM 2015 Cyber Security Intelligence Index. Unter den Angreifern finden sich oft ehemalige Angestellte, Dienstleister mit Systemzugriff oder arglose Mitarbeiter, die Opfer von Kriminellen werden. Rund ein Viertel der Attacken geht auf unbedachte Anwenderfehler zurück, etwa beim Klicken auf präparierte Links in Spam-E-Mails. Nicht umsonst ist der Anteil von mit Schadsoftware infiziertem Spam seit 2013 von einem auf aktuell vier Prozent angestiegen, wie aus dem zweiten neuen Report, dem neuen IBM X-Force Threat Intelligence Quarterly Report hervorgeht. Unterm Strich gehören "unbefugte Zugriffe" damit heute zu den häufigsten Sicherheitsvorfällen.

Unter den Angreifern finden sich oft ehemalige Angestellte, Dienstleister mit Systemzugriff oder arglose Mitarbeiter.

Unter den Angreifern finden sich oft ehemalige Angestellte, Dienstleister mit Systemzugriff oder arglose Mitarbeiter.

© Hans-Joachim Roy - Fotolia.com

"Wir sprechen viel darüber, dass Cyberattacken das Werk anonymer Profihacker sind, die mit ihrem Laptop fernab in irgendwelchen dunklen Ecken sitzen und auf eine Gelegenheit warten", sagt Gerd Rademann, Business Unit Executive, IBM Security Systems DACH. "Was jedoch kaum wahrgenommen wird: Über die Hälfte der Angriffe kommen aus den eigenen Reihen oder von Dritten mit Systemzugriff – also von Insidern."

ANGESTELLTE GREIFEN AN

Social Media, Cloud und Big Data sowie der verstärkte Einsatz von mobilen Endgeräten in Unternehmen sorgen bei unzureichender Absicherung für immer mehr Angriffsfläche. Verblüffend ist: 55 Prozent der Cyberattacken stammen laut dem neuen IBM 2015 Cyber Security Intelligence Index aus den eigenen Reihen. Da gibt es unzufriedene Ex-Angestellte, die noch über Passwörter verfügen oder gar Zugänge einrichten, bevor sie das Unternehmen verlassen. Diese Insider mit Motiv machen fast ein Drittel – 31,5 Prozent – aller Angriffe aus. Anwenderfehler oder arglose, durch Dritte manipulierte Mitarbeiter verantworten rund ein Viertel der Angriffe – 23,5 Prozent. Neben Mitarbeitern können auch Dienstleister mit Systemzugriff, also Quasi-Insider, eine Gefahr sein. Von Outsidern ohne Zugriffsrechte kommt nur weniger als die Hälfte aller Attacken, genau 45 Prozent.

ANSTIEG BEI SPAMANGRIFFEN

Für den neuen X-Force Threat Intelligence Quarterly (2Q 2015) untersuchten die IBM Forscher wiederum, wie Spam mittlerweile zu einer ernsthaften Bedrohung geworden ist. Cyberkriminelle bieten sogar kommerzielle Spamkampagnen an, die arglose Anwender über infizierte Links oder Anhänge, etwa in E-Mails, zu unwissenden Kollaborateuren machen. Laut IBM ist zwar das Spamvolumen aktuell vergleichbar mit dem des Jahres 2013, allerdings stieg der Anteil von mit Schadsoftware infiziertem Spam seit Ende 2013 von einem Prozent auf rund vier Prozent Anfang 2015 an.

Im Cyber Security Intelligence Index veröffentlicht IBM jedes Jahr die Ergebnisse von Milliarden untersuchter Sicherheitsereignisse. 2014 identifizierten die Forscher für die von ihnen beobachteten Organisationen dabei insgesamt 81 Millionen echte Vorfälle, darunter rund 12.000 Cyberattacken und knapp über 100 Ereignisse pro Unternehmen.

Laut Index führten "unbefugte Zugriffe" ("Unauthorized Access") die Rangliste der Sicherheitsvorfälle im Jahr 2014 an und überholten damit Angriffe durch schadhafte Codes und das generelle Ausspionieren von Systemen in den beiden Vorjahren. Zu dieser Entwicklung trugen auch die beiden unter den Namen Heartbleed und Shellshock berühmt gewordenen Sicherheitslücken maßgeblich bei, wie sich am rapiden Anstieg unbefugter Zugriffe seit 2013 ablesen lässt: Damals stellten sie 19 Prozent aller Vorfälle dar, mit 37 Prozent in 2014 haben sie sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. (pi)

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • EASY SOFTWARE GmbH

    EASY SOFTWARE GmbH Schrifterkennung, Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS), Dokumentenmanagement und ECM, Business Intelligence und Knowledge Management mehr
  • Anexia

    Anexia Application Service Providing, Auftragsentwicklung für Software, Individual-Softwareentwicklung, RZ-Dienstleistungen, Übernahme von Softwareprojekten, User Helpdesk-Systeme und Hotlines mehr
  • Fabasoft AG

    Fabasoft AG Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrttechnik, Freie Berufe, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung,... mehr
  • DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten.

    DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten. Enterprise Application Integration, Datenbanken, Business Intelligence und Knowledge Management, Tools, Server-Betriebssysteme, Middleware, Betriebssysteme für PCs,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: