G DATA: Dreißigjähriger Krieg gegen Viren G DATA: Dreißigjähriger Krieg gegen Viren - Computerwelt

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09.10.2015 :: Printausgabe 16/2015 :: Wolfgang Franz

G DATA: Dreißigjähriger Krieg gegen Viren

Begonnen hat G DATA vor 30 Jahren auf einem Dachboden in Bochum. Heute gehört der Antiviren-Spezialist zu den weltweit führenden Unternehmen in diesem Bereich.

Andreas Lüning, der Vater der kommerziellen Antiviren-Software: 1987 hat er das erste Antiviren-Kit entwickelt und auf den Markt gebracht.

Andreas Lüning, der Vater der kommerziellen Antiviren-Software: 1987 hat er das erste Antiviren-Kit entwickelt und auf den Markt gebracht.

© Wolfgang Franz

Der Ruhrpott ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Statt Kohle, Stahl und verdreckter Luft setzten sich hier immer mehr Anbieter von smarten IT-Lösungen durch – von der angenehmen Atmosphäre draußen vor der Tür ganz zu schweigen.

Ein besondere Anziehungskraft übt die Region offenbar auf IT-Security-Spezialisten aus. Das Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) an der Ruhr-Universität Bochum alleine hat rund 850 Studenten. Dazu kommt, dass Bochum das Headquarter von G Data ist, das vor kurzem seinen 30. Geburtstag feierte. Die COMPUTERWELT war vor Ort.

Die Geschichte: 1985 waren Kai Figge und Andreas Lüning vom neuen Atari ST so begeistert, dass sie dafür Software entwickelten und diese unter G DATA vermarkteten. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Viren für den Atari bekannt wurden, die sich über den Bootsektor von Disketten verbreiteten. Doch zu dieser Zeit existierte keine Lösung, um vor dieser Art von Schadprogrammen zu schützen. Aus diesem Grund entwickelte Andreas Lüning 1987 eine Software, die Disketten auf Viren überprüfte – das weltweit erste kommerzielle Sicherheitssystem.

70 PROZENT WACHSTUM

Die 30-Jahr-Feier, die Ende September über die Bühne ging und von über 400 Personen besucht wurde, zeigte eindrucksvoll, was sich in den letzten drei Jahrzehnten getan hat. Einerseits sind die Bedrohungen regelrecht explodiert, wie etwa Christian Karam von Interpol und Peter Henzler vom deutschen Bundeskriminalamt in ihren Vorträgen  schilderten. Andererseits ist die IT-Security-Industrie massiv gewachsen. G DATA hat auf dem Dachboden begonnen, heute gehört dem Bochumer Vorzeigeunternehmen ein ganzer Campus mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern, wobei ein Drittel allein mit Forschung und Entwicklung beschäftigt ist.
 
Für weiteres Wachstum sorgt unter anderem Natalya Kaspersky, die seit 20 Jahren mit G DATA kooperiert und 2012 als Aktionärin eingestiegen ist. Seitdem ist der Umsatz um satte 70 Prozent gestiegen. Sie zeigte sich in ihrer Rede davon überzeugt, dass die Erfolgsstory kein baldiges Ende nehmen werde: "Obwohl G DATA eine lange Geschichte hat, hat es ein junges Herz."

Neben der Performance punkte man heute mit der Herkunft der Lösung, wie Aufsichtsratsvorsitzender Holger Bergmann in seinem Statement unterstrich: "Es kommt darauf an, aus welchem Rechtssystem heraus eine IT-Security-Software entwickelt und verkauft wird" – Stichwort Backdoors, die man dem Mitbewerb aus dem NSA-kontrollierten Raum nachsagt.

Kurz: Der Dreißigjährige Krieg gegen Viren & Co geht in die Verlängerung – denn die Chancen auf einen Westfälischen Frieden mit den Cyberkriminellen sind gleich null. (wf)

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