Mehr Vernetzung = mehr Risiko Mehr Vernetzung = mehr Risiko - Computerwelt

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25.08.2016 Oliver Weiss

Mehr Vernetzung = mehr Risiko

Wearables wie Smartwatches oder Fitnessarmbänder und Smart-Home-Geräte wie intelligente Haushaltsgeräte bieten Cyberkriminellen neue Angriffsflächen.

Mit allerlei vernetzten häuslichen Gegenständen, die beispielsweise per Handy steuerbar sind, eröffnen sich auch jede Menge Schnittstellen für Hacker.

Mit allerlei vernetzten häuslichen Gegenständen, die beispielsweise per Handy steuerbar sind, eröffnen sich auch jede Menge Schnittstellen für Hacker.

© Fotolia / adimas

Die IFA steht kurz bevor und dieses Jahr drehen sich viele Neuerungen rund um das große Schlagwort Vernetzung. Zwei große Trends der diesjährigen Messe, nämlich so genannte Wearable-Technologies und Smart Homes, sollen Verbrauchern den Alltag erleichtern, könnten aber durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen schnell zum Einfallstor für Schadsoftware werden.

Ransomware ist seit Jahren ein Dauerthema. Im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen Ransomware-Angriffe, die sogenannten Erpressungstrojaner, erneut stark an. Auch als Reaktion darauf gründeten die Holländische Polizei, Europol sowie Intel Security und Kaspersky das "No More Ransom"-Projekt. Die Initiative möchte Konsumenten darüber aufklären, wo Sicherheitsrisiken liegen und welche Gegenmaßnahmen es gibt. Daher sollten sich Verbraucher damit beschäftigen, wie diesen Risiken auch im Angesicht neuer Technologien zu begegnen ist, damit sich die Technik nicht gegen sie wendet.

Vom Gadget zum Gateway
Wearables wie Smartwatches oder Fitnessarmbänder erfreuen sich in diesem Jahr immer größerer Beliebtheit. Verbunden mit Laptop oder Smartphone werden die Geräte auf vielfältige Art und Weise zum Musikhören, Nachrichtenlesen, oder als Gesundheits-Gadget zum Anzeigen der täglich zurückgelegten Strecke sowie verbrannter Kalorien genutzt. So beliebt und nützlich die tragbaren Helferlein im Alltag auch sind, so groß ist auch die Gefahr, die für Endverbraucher entstehen kann. Als sogenannte Gateway-Geräte können ihre Verbindungsoptionen missbraucht werden, um Zugriff auf die Informationen der Nutzer zu erhalten.

Damit sind zwar die Nutzer selbst selten Ziel der Hacker, können aber Angriffe erleichtern oder Daten ungewollt preisgeben. Da sie sich durch Bluetooth oder WLAN mit dem Laptop oder dem Smartphone verbinden, stellen sie schon ein potenzielles Einfallstor für Schadsoftware dar, das von Hackern missbraucht werden kann, um an Nutzerdaten zu gelangen. Gleiches gilt für die internetfähige Kamera mancher Geräte, wenn diese mit dem Netz oder anderen Geräten interagiert.

Obwohl die Security-Branche daran arbeitet, Schnittstellen besser abzusichern und spezielle Zugangskontrollen zu entwickeln, können Endverbraucher selbst viele Sicherheitslücken schon mit wenigen Handgriffen beseitigen. Allein mit individuellen Passwörtern und aktuellsten Software-Versionen, lässt sich ein Großteil möglicher Einfallstore von Malware im Vorfeld schließen. Dazu sollten Nutzer immer die Sicherheitseinstellungen und Zugriffsrechte im Auge behalten und auch mobile Geräte durch zusätzliche Software absichern.

Wenn sich das Smart Home gegen den Bewohner wendet
Ähnlich wie bei den Wearables verhält es sich im Bereich von Smart Homes, wie ein aktueller Report von Atlantic Council zu diesem Thema zeigt. Was heutzutage die Smartphones sind, wird bereits 2025 das intelligente Eigenheim sein. Eine jüngst durchgeführte Studie ergab in diesem Zusammenhang, dass 84 Prozent der Befragten künftig ein intelligentes und vielseitig vernetztes Haus planen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Intelligente Küchengeräte wie Waschmaschine und Kühlschrank versprechen niedrigere Rechnungen und größeren Komfort.

Mit dem erhöhten Grad an Vernetzung steigt allerdings auch das Sicherheitsrisiko. Bereits heute sind Endgeräte in zunehmendem Maße Angriffen von Erpresser-Software ausgesetzt und durch den ebenso wachsenden Fachkräftemangel im Bereich Cybersecurity, dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Mit allerlei vernetzten häuslichen Gegenständen, die beispielsweise per Handy steuerbar sind, eröffnen sich auch hier jede Menge Schnittstellen für Hacker.

Ein Szenario, in dem Hausbewohner ihr Zuhause nicht betreten können, weil sie durch Erpresser-Software zum Bezahlen eines Lösegelds aufgefordert werden, scheint also nicht mehr allzu weit hergeholt. Da trifft es sich gut, dass auch die Möglichkeiten der Absicherung sich weiterentwickeln. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben in der Atlantic-Council-Studie an, Passwörter in einem Smart Home als störend zu empfinden und setzen lieber auf biometrische Authentifizierungsmaßnahmen wie den Fingerabdruck, Stimmerkennung und Augen-Scans.

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