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29.01.2017 Wolfgang Franz/pi

Software as a Service für Kriminelle

Die Vorteile von SaaS haben auch Cyber-Kriminelle für sich entdeckt. Neuestes Geschäftsmodell im Darknet: Ransonware as a Service.

Mit RaaS kann sich jeder mit ausreichend krimineller Energie und ein paar Klicks seinen individuell angepassten Erpressertrojaner zusammenstellen.

Mit RaaS kann sich jeder mit ausreichend krimineller Energie und ein paar Klicks seinen individuell angepassten Erpressertrojaner zusammenstellen.

© Fotolia

Software as a Service, kurz SaaS, ist für viele Unternehmen eine praktische Sache. Dabei wird Software nicht auf dem lokalen Rechner installiert, sondern direkt im Internet genutzt. Bekannte Beispiele im Anwenderbereich sind Gmail, GoogleDocs oder Microsoft Office 365, aber auch Unternehmensapplikationen wie Netsuite oder Salesforce bieten SaaS-Modelle, bei denen direkt aus dem Browser auf Programme und Daten zugegriffen werden kann. Insbesondere kleineren Firmen ohne eigene IT-Abteilung bietet das Konzept Vorteile, denn Software-Updates, eine eigene Server- oder Datenbankstruktur und die damit verbundenen Kosten entfallen durch die Cloud-basierten Lösungen. Nötig ist lediglich eine stabile Internetverbindung.

Diese Vorteile haben jetzt auch Kriminelle für sich entdeckt und so hat sich im Darknet ein neues Geschäftsmodell entwickelt: Ransomware as a Service (RaaS). Damit kann sich jeder mit ausreichend krimineller Energie und ein paar Klicks seinen individuell angepassten Erpressertrojaner im Netz zusammenstellen und anschließend verbreiten. Eigene Programmierkenntnisse sind damit unnötig, schließlich hat man dafür die Spezialisten des Anbieters. Ein Beispiel, das gerade von sich reden macht und kürzlich vom Sicherheitsforscher Xylitol entdeckt wurde, ist die Software Satan, die als RaaS-Lösung im Darknet angeboten wird. Wer schon immer mal von seiner eigenen Ransomware geträumt hat, muss nun lediglich ein Konto auf der Satan-Domain im Darknet eröffnen, dort ein Bitcoin-Konto hinterlegen, die Erpressernachricht verfassen sowie das Lösegeld festlegen – und schon kann er die Malware herunterladen. Lediglich die Verbreitung muss man selbst organisieren, wobei Satan zu diesem Zweck fertige Word-Makros und Windows-Hilfe-Dateien zur Verfügung stellt.

Doch damit nicht genug, schließlich sind die Macher von Satan Dienstleister. Um es den Kunden so bequem wie möglich zu machen, gibt es neben dem eigentlichen Schädling auch Funktionen wie eine Übersicht der Zahlungseingänge und der Transaktionen. Auch ein technischer Kundenservice sowie ein CRM-System, über das man den zahlenden Opfern Kommentare zuweisen kann, sind verfügbar. Vergütet werden die Dienste von Satan über eine Gewinnbeteiligung. Rund 30 Prozent der Einnahmen, die mit der Software generiert werden, werden von Satan eingezogen. Dieser Prozentsatz kann jedoch auch noch sinken – je nachdem, wie viele Rechner infiziert wurden.

Ransomware hat bereits im vergangenen Jahr immer wieder für Schlagzeilen und vor allem für hohe Schäden gesorgt. Durch das neue Geschäftsmodell, Ransomware einfach als Dienstleistung anzubieten, dürfte sich die Situation noch weiter verschärfen, denn die Entwickler von Satan sind längst nicht die einzigen Dienstleister dieser Art und es ist damit zu rechnen, dass die Zahl in Zukunft deutlich anwachsen wird. Damit bleibt nur, im Internet Vorsicht walten zu lassen und sich, soweit es geht, zu schützen.

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