Check Point: Ransomware-Angriffe in der zweiten Hälfte 2016 verdoppelt Check Point: Ransomware-Angriffe in der zweiten Hälfte 2016 verdoppelt - Computerwelt

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24.02.2017 Klaus Lorbeer/pi

Check Point: Ransomware-Angriffe in der zweiten Hälfte 2016 verdoppelt

Der soeben veröffentlichte "Global Threat Intelligence Trends Report" des Cybersicherheitsanbieters Check Point zeigt die Trends in Sachen Security für die zweite Jahreshälfte 2016 auf.

Check Points ThreatCloud ist das größte kollaborative Netzwerk zur Bekämpfung von Internetkriminalität.

Check Points ThreatCloud ist das größte kollaborative Netzwerk zur Bekämpfung von Internetkriminalität.

© Check Point

Aus dem Global Threat Intelligence Trends Report für das zweite Halbjahr 2016 geht hervor, dass sich Ransomware-Angriffe in der zweiten Hälfte des Vorjahres verdoppelt haben. Ausgehend von allen weltweit erkannten Vorkommnissen im Zusammenhang mit Malware stieg der Anteil der Angriffe mit Verschlüsselungsmalware zwischen Juli und Dezember 2016 von 5,5 auf 10,5 Prozent. 

Der Report verdeutlicht die derzeit von Cyberkriminellen für Angriffe auf Unternehmen eingesetzten Schlüsseltaktiken und liefert einen detaillierten Überblick über die Cyber-Bedrohungslandschaft in den führenden Malware-Kategorien - Ransomware, Banking und Mobil. Er basiert auf Threat-Intelligence-Daten, die Check Points ThreatCloud World Cyber Threat Map für den Zeitraum von Juli bis Dezember 2016 liefert. Nachfolgend sind die wichtigsten Ergebnisse des Reports aufgelistet.

Wichtige Trends

  • Das Monopol auf dem Ransomware-Markt: 2016 wurden Tausende neuer Ransomware-Varianten beobachtet. Aktuell veränderte sich die Gefahrenlandschaft erheblich und zeigt einen Trend zu immer stärkerer Zentralisierung, wobei seit einigen Monaten einige wenige wichtige Malware-Familien den Markt dominieren und Unternehmen jeglicher Größe treffen.
  • DDoS-Angriffe über IoT-Geräte: im August 2016 wurde das berüchtigte Mirai Botnet entdeckt - das erste Internet-der-Dinge-Botnet (IoT-Botnet) seiner Art, das gefährdete internetfähige Digitalgeräte, wie zum Beispiel Videorekorder (DVR) und Überwachungskameras (CCTV) angreift. Es verwandelt sie in Bots und nutzt die kompromittierten Geräte, um zahlreiche umfangreiche Distributed Denial of Service (DDoS)-Angriffe auszuführen. Mittlerweile steht fest, dass in fast jedem Haushalt gefährdete IoT-Geräte genutzt werden und die massiven DDoS-Angriffe, die auf ihnen aufbauen, weiterhin vorkommen werden.
  • Verwendung neuer Dateiendungen in Spam-Kampagnen: die häufigsten in bösartigen Spamkampagnen verwendeten Infektionsvektoren im zweiten Halbjahr 2016 waren Downloader, die auf Windows Script Engine (WScript) aufbauen. In Javascript (JS) und VBScript (VBS) geschriebene Downloader dominierten das Malspam-Verbreitungsfeld zusammen mit ähnlichen, jedoch weniger bekannten Formaten, wie JSE, WSF und VBE.

Top-Malware im zweiten Halbjahr 2016

  • 1. Conficker (14,5 Prozent): Ein Wurm, der Fernoperationen und Malware-Downloads ermöglicht. Die infizierte Maschine wird von einem Botnet kontrolliert, das seinen Command-and-Control-Server kontaktiert, um Anweisungen zu erhalten.
  • 2. Sality (6,1 Prozent): Ein Virus, der Fernsteuerung und den Download von weiterem Schadcode auf ein Gerät ermöglicht. Sein Hauptziel ist der Verbleib in einem System, sowie die Fernsteuerung und Installierung weiterer Malware: Ein Botnet, das hauptsächlich am Versand von Spam-Emails und einigen DDoS-Angriffen beteiligt ist. Einmal installiert, verbinden sich die Bots direkt mit dem Command-and-Control-Server und erhalten Anweisungen zu den Emails, die sie versenden sollen. Nachdem sie ihre Aufgabe erledigt haben, erstatten die Bots dem Spammer Bericht mit exakten Statistiken über ihre Operationen.
  • 4. JBossjmx (4,5 Prozent):Ein Wurm, der auf Systeme abzielt, auf denen eine gefährdete Version des JBoss Application Servers installiert ist. Die Malware erstellt in gefährdeten Systemen eine bösartige JSP-Seite, um beliebige Befehle auszuführen. Darüber hinaus wird ein weiteres Backdoor erstellt, das Befehle von einem entfernten IRC-Server akzeptiert.
  • 5. Locky (4,3 Prozent): Die Ransomware wütet seit Februar 2016 und verbreitet sich hauptsächlich über Spam-Emails, die einen Downloader enthalten. Dieser tarnt sich als Word- oder Zip-Dateianhang und lädt die Malware herunter, um damit Daten auf dem Zielsystem zu verschlüsseln.

Top-Ransomware im zweiten Halbjahr 2016
Bezogen auf alle erkannten Angriffe weltweit hat sich der Anteil der Attacken mit Verschlüsselungsschädlingen in der zweiten Jahreshälfte 2016 von 5,5 Prozent auf 10,5 Prozent nahezu verdoppelt. Die am häufigsten entdeckten Varianten waren.

  • 1. Locky (41 Prozent): Die dritthäufigste Ransomware im 1. Halbjahr, die in der zweiten Hälfte des Jahres einen dramatischen Anstieg verzeichnete.
  • 2. Cryptowall (27 Prozent): Ursprünglich ein Doppelgänger von Cryptolocker, der diesen aber schließlich übertraf. Nach der Entfernung von Cryptolocker entwickelte sich Cryptowall zu einer der bislang bekanntesten Ransomware-Arten. Cryptowall ist für ihre Verwendung von AES-Verschlüsselung und die Durchführung von C&C-Kommunikationen über das anonyme Netzwerk Tor bekannt. Sie wird über Exploit-Kits, Malvertising und Phishing-Kampagnen weit verbreitet.
  • 3. Cerber (23 Prozent): das größte Ransomware-as-a-Service-Konzept der Welt. Cerber ist ein Franchise-Konzept, bei dem sein Entwickler Partner rekrutiert, die Malware gegen Gewinnbeteiligung verbreitet.

Top Mobile Malware im zweiten Halbjahr 2016

  • Hummingbad (60 Prozent): Android-Malware, die erstmals vom Check Point-Forschungsteam entdeckt wurde, und die ein persistentes Rootkit auf dem Gerät einrichtet. Danach werden betrügerische Anwendungen installiert und mit leichten Änderungen zusätzliche bösartige Aktivitäten der Zugang verschlüsselten Email-Container aufgehebelt.
  • Triada (9 Prozent): Modulares Backdoor für Android, das Superuser-Privilegien zum Download von Malware gewährt und die Einbettung in Systemprozesse unterstützt. Triada hat auch im Browser geladene URLs gespooft.
  • Ztorg (7 Prozent): Trojaner, der ohne Wissen der Nutzer Root-Privilegien zum Download und zur Installation von Anwendungen auf Mobiltelefonen nutzt.

Top Banking-Malwar

  • Zeus (33 Prozent): Trojaner, dessen Ziel Windows-Plattformen sind, und der mithilfe von Man-in-the-Browser Keylogger und Form Grabbing oft zum Stehlen von Banking-Daten eingesetzt wird.
  • Tinba (21 Prozent): Banking-Trojaner, der die Zugangsdaten seiner Opfer mithilfe von Web-Injektionen stiehlt.
  • Ramnit (16 Prozent): Banking-Trojaner, der Bankzugangsdaten, FTP-Passwörter, Sitzungscookies und persönliche Daten stiehlt.

Maya Horowitz, Threat Intelligence Group Manager bei Check Point, sagt über den Bericht: "Der Bericht zeigt den Charakter des heutigen Cyber-Umfelds, in dem Ransomware-Angriffe rasant zunehmen. Der Grund dafür ist einfach: Sie funktionieren und generieren enorme Einnahmen für die Angreifer. Organisationen bemühen sich, der Bedrohung wirksam gegenzusteuern: Viele haben nicht die richtigen Abwehrmaßnahmen getroffen und ihr Personal nicht richtig geschult, so dass die Anzeichen für einen potentiellen Angriff in eingehenden Emails nicht erkannt werden."

Die von Check Point erhobenen Daten zeigten zudem, dass nur wenige Malware-Familien für die Mehrzahl der Angriffe verantwortlich seien, während tausende anderer Malware-Familien kaum aufträten, so Horowitz und fügt hinzu: "Die meisten Cyberbedrohungen treten weltweit und überregional auf. Die APAC-Region (Anm.: asiatisch-pazifischer Raum) hebt sich jedoch ab, denn ihre Top-Malware-Charts enthalten 5 Familien, die in den anderen regionalen Charts nicht auftauchen."  Die Statistik in diesem Bericht beruht auf Daten aus der ThreatCloud World Cyber Threat Map. Check Points ThreatCloud ist das größte kollaborative Netzwerk zur Bekämpfung von Internetkriminalität und liefert aktuellste Bedrohungsdaten und Cyberangriffstrends aus einem weltumspannenden Netz von Bedrohungssensoren. Die ThreatCloud-Datenbank identifiziert täglich Millionen Malware-Typen und enthält über 250 Millionen auf Bot-Erkennung untersuchte Adressen sowie über 11 Millionen Malware-Signaturen und 5,5 Millionen infizierte Webseiten.

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