Neues IT-Security-Kompetenzzentrum für Datensicherheit an der FH St. Pölten Neues IT-Security-Kompetenzzentrum für Datensicherheit an der FH St. Pölten - Computerwelt

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12.12.2017 Wolfgang Franz/pi

Neues IT-Security-Kompetenzzentrum für Datensicherheit an der FH St. Pölten

Das IT-Sicherheitsunternehmen IKARUS, Kapsch BusinessCom und die Fachhochschule St. Pölten gründeten den Austria IT Security Hub. Dieses Exzellenzzentrum widmet sich Fragen der IT-Sicherheit im Umfeld zunehmender Digitalisierung. Der Hub ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschulen, stärkt Innovationen zur Datensicherheit und wird Talente im Fachbereich fördern.

Johann Haag, Jochen Borenich, Johanna Mikl-Leitner und Matthias Stadler

Johann Haag, Jochen Borenich, Johanna Mikl-Leitner und Matthias Stadler

© Josef Vorlaufer

Digitalisierung schreitet in allen Branchen voran. Laut einer Studie der International Data Corporation (IDC) wird sich das weltweite Datenvolumen bis 2025 verzehnfachen. Damit steigen die Anforderungen an den Schutz und die Sicherheit der Daten. Der neue Austria IT Security Hub in St. Pölten trägt dieser Entwicklung Rechnung. Das von Kapsch BusinessCom, dem IT-Sicherheitsunternehmen IKARUS und der FH St. Pölten gegründete Zentrum bündelt die Erfahrungen aller drei Partner und widmet sich der Forschung und Entwicklung sowie der Talente- und Start-up-Förderung im Bereich IT Security.
 
"Der Kontakt zu Firmen ist uns an der FH St. Pölten wichtig. Das belegen auch erfolgreiche internationalen Karrieren von Absolventinnen und Absolventen der FH St. Pölten. Diese arbeiten bei renommierten Firmen wie Intel, Google oder Ernst & Young. Der Hub wird Formen der offenen, gemeinsamen Innovation durch Unternehmen und Hochschulen sowie das Gründen von Start-ups unterstützen", erklärt Johann Haag, Leiter des Departements Informatik und Security der FH St. Pölten.
 
Die geplanten Aktivitäten des Hubs sind eng verknüpft mit dem an der FH St. Pölten angesiedelten Institut für IT-Sicherheitsforschung und dem Josef Ressel Zentrum für konsolidierte Erkennung gezielter Angriffe auf Unternehmen (TARGET), an dem IKARUS als Firmenpartner beteiligt ist. "Der Hub steht allen interessieren Firmen, Bildungseinrichtungen und Menschen offen, die das Thema unterstützen wollen", sagt IKARUS-Geschäftsführer Josef Pichlmayr, auf dessen Initiative der Hub zurückgeht.
 
Mehr Sicherheit für zunehmend vernetzte Welt
Die wachsende Anzahl an vernetzten Geräten vergrößert zwangsläufig die Spielwiese für IT-Angriffe. 2017 beobachtete Kapsch einen Anstieg von fast 40 Prozent bei Cyberattacken. IT-Sicherheit wird somit zum integralen Bestandteil jeder Applikation und jedes Netzwerkelements. "Wir erhöhen die Sicherheit, indem wir individuelles Wissen und Aufmerksamkeit mit innovativen Lösungen kombinieren", erklärt Jochen Borenich, Vorstand der Kapsch BusinessCom.
 
Kapsch bringt im Hub unter anderem die Expertise seines "Cyber Defense Center" (CDC) ein. In dieser Spezialabteilung für Datensicherheit werden Angriffe identifiziert und analysiert, um Attacken abzuwehren und bei Vorfällen rasch und richtig zu reagieren. "Dahinter steckt jede Menge Intelligenz in Form von Technologie, Algorithmen und – Menschen,” so Borenich. "Deswegen brauchen wir bestens ausgebildete Fachleute. Der größte Mangel unter dem wir leiden, ist der Fachkräftemangel.”
 
Zeitgleich mit seinem Engagement im Rahmen des Security Hubs eröffnet Kapsch eine neue Geschäftsstelle in St. Pölten im BIZ Business- & Innovationszentrum, die auf den Bereich Cyber Security fokussieren soll. Die Geschäftsstelle bietet Studierenden, Absolventinnen und Absolventen der FH St. Pölten die Möglichkeit, frühzeitig in einem global agierenden Konzern Fuß zu fassen.
 
IT-Security-Exzellenz fördern
Der Hub soll die heimische ICT-Sicherheitswirtschaft und ICT-Sicherheitsforschung durch Vernetzung, Information und intersektorale Kooperationsmaßnahmen stärken. Es sollen Rahmenbedingungen verbessert, die IT-Security-Exzellenz von SchülerInnen, Studierenden, Start-ups und Unternehmen gefördert sowie IT-Sicherheit in allen Ausbildungsbereichen und -instituten in Kooperation mit Unternehmen verankert und sichtbar werden. Ein wesentliches Ziel ist, aktiv dem bestehenden Arbeitskräftemangel im IT-(Security-)Bereich entgegenzuwirken und Unternehmen eine Plattform zu bieten. So sind etwa Fachvorträge in Schulen, der Aufbau eines Excellence-Programms und Veranstaltungen geplant.
 
"Expertinnen und Experten sollen an die FH zu geholt werden, mit einem attraktiven Arbeitsraum in einem entsprechenden Umfeld, das ein geeignetes ‚Biotop‘ für den Wissenstransfer bietet. Ein erster Schritt ist durch die Ansiedlung von Kapsch in direkter Nähe der FH bereits getan. Weitere Beispiele sollten folgen und der Hub kann die Plattform dafür darstellen", sagt Haag.
 
Talenteschmiede in St. Pölten
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verweist auf die Rolle des Kompetenzzentrums als Talenteschmiede: "Dass der Security Hub sich gerade der Förderung von Talenten verpflichtet fühlt, ist für Niederösterreich und seine Schülerinnen und Schüler sowie für seine Studierenden ein besonderes Asset. So wird Wissen und Können im eigenen Land gefördert und gestärkt, werden die dringend benötigten Fachkräfte in Niederösterreich ausgebildet und aufgebaut. Das sind Stärken, die für Niederösterreich und ganz Österreich im globalen Wettbewerb einen wesentlichen Standortvorteil bedeuten."
 
St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler zum neuen Hub: "Für eine praxisnahe Ausbildung und um die Forschung professionell vorantreiben zu können, ist es wichtig, die Bildung mit der Wirtschaft direkt zu vernetzen bzw. zu verknüpfen. Die FH St. Pölten trägt dem Rechnung mit dem – österreichweit einzigartigen – Institut für IT Sicherheitsforschung und dem Josef Ressel Zentrum für die konsolidierte Erkennung gezielter Angriffe. Mit dem Austria IT Security Hub wird die Kompetenz in Sachen Informatik & Security am Bildungs- und Wirtschaftsstandort beträchtlich erhöht. St. Pölten übernimmt bei diesem komplexen Thema einmal mehr eine Vorreiterrolle. Positiv hervorzuheben sind auch die neuen Arbeitsplätze, die durch die Kooperation entstehen".

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