Gastkommentar: NAS-Systeme – Fluch und Segen Gastkommentar: NAS-Systeme – Fluch und Segen - Computerwelt

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08.03.2012 :: Printausgabe 05/2012 :: Nicolas Ehrschwendner*

Gastkommentar: NAS-Systeme – Fluch und Segen

NAS Systeme sind eigentlich eine feine Sache.

NAS Systeme sind eigentlich eine feine Sache. Durch einen Festplatten-Verbund (RAID) im NAS-System kann eine hohe Speicherkapazität erreicht werden. Der vielleicht größte Vorteil ist die Möglichkeit, das NAS-System an beliebigen Arbeitsplätzen unabhängig vom Betriebssystem verwenden zu können. So kann man die Freigaben des NAS in Windows, Linux oder Mac OS einbinden und von dort Dateien ablegen. NAS-Systeme sind wie Computer aufgebaut: Prozessor, Arbeitsspeicher, SATA-Interfaces sowie Betriebssystem sind vorhanden. Das Betriebssystem, meist auf Linux oder BSD basierend, wird in vielen Fällen bei der Initialisierung des Systems von einem EPROM oder Flash-Speicher auf einen versteckten Bereich der Festplatten kopiert, von dort aus startet zukünftig das NAS seine Arbeit.

Jedoch existieren neben den sonnigen Seiten eines NAS Systems auch schattige. Immer wieder erreichen uns Fälle, bei denen durch ein Firmware-Update der logische Aufbau der Ablage verändert wurde. Das NAS hat somit keinen Zugriff mehr auf die Verzeichnisse und Dateien, das NAS-System scheint leer zu sein. Somit empfehlen wir vor einem Firmware-Update ein Backup der gesamten Daten durchzuführen, dies ist jedoch in vielen Fällen leichter gesagt als getan.

Einige NAS-Systeme setzen per default RAID0 (Stripe-Set) ein. Dies hat zur Folge, dass nach dem Ausfall eines einzigen Datenträgers der gesamte Verbund nicht mehr ansprechbar ist. Aber auch der Ausfall von mehreren Datenträgern – häufig verursacht durch eine Spannungsspitze – führt bei RAID1 oder RAID5 zu einem Datenverlust.

Bei gelöschten Dateien funktioniert keine Datenrettungssoftware, da diese immer direkt mit den Festplatten kommunizieren muss. Bei NAS Systemen hat man jedoch nur Zugriff auf eine virtuelle Freigabe. Manche NAS Hersteller setzen auf proprietäre Software. Diese muss mit aufwendigen Verfahren von Technikern durch Reverse Engineering analysiert werden, um die Daten später extrahieren zu können.

Auch bei der Verwendung von NAS Systemen ist es wesentlich, laufend Datensicherung durchzuführen. Eine Ablage von wichtigen Daten ausschließlich auf NAS Systemen ist daher nicht zu empfehlen. Die gute Nachricht: Datenrettung bei NAS Systemen ist aber fast immer möglich, auch nach neuen Initialisierungen, Löschungen oder beim Ausfall mehrerer Datenträger.

* Nicolas Ehrschwendner (ne@attingo.com) ist Geschäftsführer von Attingo.

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