Ubisoft liest PC-Hardware aus Detail - Computerwelt

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19.01.2012 pte/Christof Baumgartner

Ubisoft liest PC-Hardware aus

Der Spielepublisher Ubisoft setzt zum Schutz seiner Software offenbar auf Hardware-Profile. Dies hat das Online-Techmagazins Guru3D herausgefunden.

Die Praxis, die Komponenten eines PCs als Grundlage für die Aktivierung von Spielen und Anwendungen zu verwenden, hat bereits bei Produkten anderer Hersteller für Irritationen unter den Kunden gesorgt. Die Website überlegt nun, Games aus dem Hause Ubisoft in Zukunft zu boykottieren.

Eigentlich wollte Hilbert Hagedoorn, Besitzer und Gründer der Internetseite, das Aufbau-Strategiespiel "Anno 2070" nur zum Test verschiedener Grafikkarten verwenden, als ihn das Aktivierungssystem des Programms einen Strich durch die Rechnung machte. Der Kopierschutz von Ubisoft, so die gängige Meinung, erlaubt die Inbetriebnahme des Programms auf drei Rechnern. Eine Regelung, die Hagedoorn nach eigener Aussage prinzipiell "fair" finden würde, zumal man sich seitens des Unternehmens nach Käufer-Protesten davon verabschiedet hat, eine ständige Internetverbindung beim Spielen vorauszusetzen.

Er installierte die Unterhaltungssoftware auf seinem eigenen PC sowie auf zwei weiteren Computern. Einer der beiden weiteren Rechner diente für Tests von AMD-Grafikkarten, das andere System zum Benchmarking der Konkurrenzprodukte von Nvidia. "Auf diesem PC habe ich nun die GTX-580-Grafikkarte ausgebaut und durch eine des Modells GTX-590 ersetzt. Wenn ich nun das Spiel starte, werde ich plötzlich wieder aufgefordert, es zu aktivieren", schildert er in einem Beitrag seine unfreiwillige Entdeckung.

Doch der Server von Ubisoft lehnte den Registrierungsschlüssel ab und teilte ihm mit, dass er keine weiteren Aktivierungen mehr durchführen könne. Ein Anruf bei Ubisoft förderte schließlich die Ursache des Problems zu Tage. Wie ihm Mitarbeiter des Unternehmens mitteilten, orientiert sich der Schutzmechanismus des Spieles nicht an einer eigenen Kennung auf Softwarebasis, sondern erstellt einen einzigartigen Schlüssel anhand der individuellen Hardware des Systems.

Da sich dieser jedoch beim Wechsel wichtiger System-Komponenten wie dem Motherboard oder der Grafikkarte ändert, verliert der Benutzer dadurch eine der drei möglichen Aktivierungen unwiederbringlich. Im schlimmsten Fall führt dies dazu, dass das gekaufte Spiel nicht mehr verwendet werden kann, wenn kein PC mit einer bereits aktivierten Version mehr zur Verfügung steht.

HILFE VERWEIGERT Seitens des Publishers wurde dem Journalisten die Hilfestellung verweigert, diese erhielt er erst zwei Tage später, am 16. Januar, vom Entwicklerstudio BlueByte, das seinen Schlüssel für weitere Aktivierungen freischaltete. Eine Reaktion, auf die längst nicht jeder Käufer hoffen kann. Bei Guru3D erwägt man nun, als Reaktion auf den von Hagedoorn als "drakonisch" bezeichneten Kopierschutz zukünftig auf Tests von Ubisoft-Spielen zu verzichten.

Der französische Games-Riese ist jedoch nicht das erste Unternehmen, das auf derart tiefgreifende Sicherungsmaßnahmen setzt. Praxis dieser Art datiert bereits mehr als ein Jahrzehnt zurück: So übermittelt auch das Betriebssystem Windows XP, das 2001 auf den Markt gekommen ist, Hardware-Informationen an die Aktivierungsserver, bevor es zur dauerhaften Verwendung entsperrt wird.

Diese enthalten laut Microsoft unter anderem Daten wie die Seriennummer des Prozessors, des optischer Laufwerke, Festplatten als auch den Namen der Grafikkarte und die Hardware-Adressierung (MAC ID) des Netzwerkmoduls. Der Austausch von Komponenten hat in mehreren Fällen zu einer erneuten Aufforderung zur Freischaltung geführt, was einen Aufschrei von Datenschützern und Usern zur Folge hatte.

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