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09.01.2012 Alex Wolschann/pte

Spam 2.0: Social Media im Fadenkreuz

Weil sich die Menschheit an Spam-Lawinen im Posteingang gewöhnt hat und die entsprechenden Filter immer besser werden, suchen Kriminelle nach neuen Möglichkeiten.

Weil sich die Menschheit an Spam-Lawinen im Posteingang gewöhnt hat und die entsprechenden Filter immer besser werden, suchen Kriminelle nach neuen Möglichkeiten, Malware und Werbung loszuwerden. Soziale Medien sind eine beliebte Alternative, da "Social Spam" häufig angeklickt wird, wie das Wall Street Journal berichtet. Hier nutzen Kriminelle das Vertrauen in den Online-Freundeskreis aus. "Seit es soziale Netzwerke gibt, werden sie zur Verbreitung von Schadsoftware benutzt. Die Netzwerke werden mit steigenden Nutzerzahlen zunehmend attraktiver für die Verbreitung von Spam", sagt Kaspersky Viren-Analyst Stefan Ortloff.

Social Spam versucht sich normalerweise als Posting eines Freundes aus dem verwendeten sozialen Netzwerk zu tarnen. Klicken User auf den augenscheinlich vertrauenswürdigen Querverweis, wird Schadsoftware im Browser installiert. Diese erlaubt es Dritten, den Link unter dem Namen der unbescholtenen User weiterzuverbreiten. Für soziale Netzwerke ist der Kampf gegen diese Form von Spam essenziell. "Zu viel Spam kann das Vertrauen der Nutzer in ein Netzwerk zerstören. Deshalb haben die Betreiber großes Interesse daran, den Anteil möglichst gering zu halten. Bei Facebook zum Beispiel arbeiten komplexe Systeme und eine große Mannschaft an der Eindämmung von Malware", so Ortloff.

Das Vertrauen, das die Nutzer ihrem jeweiligen Freundeskreis entgegenbringen, macht soziale Netzwerke für Kriminelle zu einem lukrativen Ziel. Die Klickraten sind höher als bei E-mails. "Der Anteil von Spam am weltweiten Gesamt-E-mail-Aufkommen beträgt immer noch etwa 80 Prozent. Es waren laut Spam-Report vom November 2011 aber schon über 90 Prozent", so Ortloff.

Bei Facebook liegt der Spam-Anteil bei den Postings laut eigenen Angaben unter vier Prozent. Twitter spricht sogar von lediglich 1,5 Prozent. "Spam-Raten wie sie bei E-mails vorkommen, wird es in den sozialen Netzwerken nie geben. Soziale Netzwerke sind geschlossene Systeme, die einfacher kontrolliert werden können als E-mails", erklärt Ortloff.

Obwohl die Betreiber von sozialen Netzwerken theoretisch die absolute Kontrolle über den Informationsfluss auf ihren Plattformen haben, ist der Aufwand, der zur Spam-Kontrolle nötig ist, in den vergangenen Jahren gestiegen. Sowohl Facebook als auch Twitter haben ihre entsprechenden Abteilungen ausgebaut. "In diesem Spiel wird es keinen Gewinner geben. Es ist ein Wettrüsten und wir versuchen, einen Schritt voran zu bleiben", sagt Facebook-Techniker Pedram Keyani.

Manches Schindluder mit Social-Media-Accounts lässt sich aber auch mit größtem Aufwand nicht stoppen. "Auch über gefälschte Benachrichtigungs-E-Mails, die angeblich von sozialen Netzwerken kommen, wird Malware verbreitet. Dagegen können die Betreiber der Netzwerke kaum etwas unternehmen", sagt Ortloff.

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