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29.12.2011 apa/Rudolf Felser

Cybercrime-Planspiele gegen Web-Bedrohungen

Für das zu Ende gehende Jahr wird eine steil nach oben zeigende Kurve bei der Zahl der Cybercrime-Anzeigen erwartet. Das Innenministerium arbeitet daran, Strategien zum Schutz von Bürger und Staat zu entwickeln.

Für das kommende Jahr soll die bereits vom Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) erarbeitete Cyber-Risikomatrix weiterentwickelt und aus den aufgezeigten Risiken eine Cyberstrategie für ganz Österreich abgeleitet werden. Planspiele und nationale Sicherheitsübungen stehen 2012 am Programm, betonte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten am Donnerstag in Wien. "Das Cyberspace hat uns mit neuen modernen Waffen im Visier", sagte die Innenministerin. "Die Attacken finden virtuell statt, die Auswirkungen sind aber real. Angriffe nehmen permanent zu – das signalisiert uns, dass wir Handlungsbedarf haben."

Bereits im September haben Experten im Rahmen einer Cybersecurity-Konferenz das Risikopotenzial von im Internet lauernden Gefahren für Österreich analysiert und daraus eine Risikomatrix erstellt. Diese soll im kommenden Jahr weiterentwickelt und im April 2012 präsentiert werden. Bei der Ausarbeitung der Cyber-Risikomatrix haben sich "nicht erkannte Anomalien" als größtes Risiko gezeigt.

Das heißt, "wenn man nicht erkennt, dass man angegriffen wird", betonte Karl Rose, Geschäftsführer von Strategy Lab. "Die Ausgangslage ist äußerst komplex. Wir müssen Methoden verwenden, die dieser Komplexität gerecht werden". In der zweiten Phase sollen nun identifizierte Risiken mit Experten vertieft und die Frage nach den Verantwortlichen dafür beantwortet werden.

70 Prozent aller Erwachsenen hatten bereits in irgendeiner Form mit Internetkriminalität zu tun, sagte KSÖ-Präsident Erwin Hameseder. Das Thema sei dennoch zu wenig in den Köpfen der Bevölkerung angekommen. Unternehmen würden derzeit 20 Prozent ihres EDV-Budgets in Schutz von Firmen- und Kundendaten investieren, in Zukunft soll der finanzielle Aufwand dafür in "Richtung 30 Prozent" gehen, betonte Hameseder.

Die Arbeit des KSÖ fokussiere sich nun auf die Vernetzung aller Beteiligten, dazu zählen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Zusammenarbeit soll auf Wunsch der Ministerin "intensiviert und institutionalisiert" werden.

Für reale Droh-Szenarien will man sich in Planspielen und nationalen Sicherheitsübungen wappnen. "Unsere Aufgabe ist, jeden einzelnen und den Staat vor Sabotage und Kriminalität zu schützen", betonte die Ministerin. Das Innenministerium hat dafür bereits im Frühjahr ein "Competence-Center" für die Bekämpfung der wachsenden Internetkriminalität gegründet. (apa)

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