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06.12.2011 apa/Rudolf Felser

Datenlecks als große Bedrohung für Firmen

Data Leak Prevention ist für Symantec einer der zentralen Geschäftsbereiche, so Carsten Hoffmann, Vertriebsmanager bei Symantec Austria, im Gespräch mit der APA.

Obwohl Computerviren und "Schadcodes" noch immer eines der ganz großen Risiken für Unternehmen und private Computeranwender sind, haben sich die Bedrohungsszenarien in den vergangenen Jahren deutlich geändert. Immer häufiger werden Firmen und Behörden Opfer von Angriffen mit dem Ziel, große Datenmengen zu entwenden, die dann im im Internet veröffentlicht oder um viel Geld verkauft werden.

Für das Geschäft der IT-Sicherheitsfirma Symantec ist "einer der ganz, ganz großen Bereiche, wie sich Unternehmen vor Datenverlust schützen können", sagte Carsten Hoffmann, Vertriebsmanager bei Symantec Austria, im Gespräch mit der APA. In der Branche wird der Bereich unter dem Begriff Data Loss Prevention (DLP) oder Data Leak Prevention zusammengefasst.

DLP GEWINNT AN BEDEUTUNG Für Aufsehen hatte z.B. Ende September in Österreich die Veröffentlichung der Daten von 25.000 Polizeibeamten im Internet, mit Namen, Geburtsdaten und Adressen gesorgt. International war im Frühjahr ein Angriff auf die Kundendaten des Elektronikkonzerns Sony durch die Schlagzeilen gegangen, bei dem die persönlichen Informationen von Millionen Sony-Kunden gestohlen wurden.

"Wie verhindere ich, dass wie kürzlich in Schleswig-Holstein die Krankenakten von 4.000 Psychiatrie-Patienten plötzlich im Internet auftauchen? Wie verhindere ich es als österreichische Bank, dass eine CD mit meinen deutschen oder französischen Kunden an den Finanzminister verkauft wird? Dieser ganze Bereich der Data Loss Prevention ist eine Riesensache und wächst sehr stark", sagte Hoffmann. Da Datendiebstahl oft auch von Mitarbeitern begangen werde, müsse man z.B. kontrollieren, was ein Mitarbeiter mit den Daten machen darf. Die von Symantec entwickelte Software könne z.B. sicherstellen, dass bestimmte Daten nicht per E-Mail verschickt oder auf USB-Sticks kopiert werden können.

Auch der Schutz vor Computerviren spielt laut Hoffmann noch immer eine große Rolle, aber Viren werden heute für ganz andere Dinge genutzt als noch vor ein paar Jahren. "Begonnen hat es mit Hackern, die es aus Spaß an der Freude gemacht haben und um in ihrer Gruppe bekanntzuwerden und es vielleicht in die Nachrichten zu schaffen. Inzwischen sind es richtige Kriminelle, denen es darum geht, Schadcode zu entwickeln, der ihnen einen finanziellen Vorteil bringt", erklärt Hoffmann.

KLASSISCHES ANTIVIRUS AM ENDE Das Problem dabei: "Die klassische Antivirus-Technologie nähert sich dem Ende ihres Lebenszyklus. Wir generieren jeden Tag zehn- bis fünfzehntausend neue Viren-Signaturen. Das liegt zum einen am mutierenden Schadcode, der sich jedes Mal, wenn er sich auf einen neuen Computer kopiert, verändert", so Symantec Austria-Vertriebsmanager Carsten Hoffmann.

Anti-Viren-Programme, die auf der Beschreibung bekannter Viren basieren, würden hier nicht mehr greifen. "Im Internet kursieren außerdem Attack-Toolkits – Software, die man, je nach Qualität, um ein paar hundert oder mehrere tausend Dollar erwerben kann und mit der jeder ohne besonderes technisches Know-how in der Lage ist, hocheffektiven Schadcode zu schreiben, der die neuesten Sicherheitslücken ausnützt."

ALLES WIRD ÜBERWACHT Symantec sei daher bei der Virenabwehr einen neuen Weg gegangen: "Was wir über die letzten Jahre gemacht haben: Wir haben jede ausführbare Datei im Internet indiziert und haben jetzt eine Datenbank mit über drei Milliarden Dateien. Diese sogenannte Insight-Technologie schlägt an, wenn z.B. plötzlich ein neues Programm auftaucht, das es sonst nirgendwo auf der Welt gibt und das von einer Internet-Seite runtergeladen wurde, die es vielleicht auch erst seit ein paar Tagen gibt – das ist sehr verdächtig."

Eines der ältesten und bekanntesten Produkte von Symantec ist Norton AntiVirus. Das Programm wurde ursprünglich von der US-Softwarefirma Peter Norton Computing entwickelt, die Symantec 1990 übernommen hat. Inzwischen dürfte es das am häufigsten installierte Anti-Viren-Programm sein. "Im Consumerbereich haben wir einen weltweiten Marktanteil von über 50 Prozent", sagte Hoffmann.

WACHSTUM DURCH ZUKÄUFE Gegründet wurde die Symantec Corporation 1982, seit 1989 notiert sie an der US-Technologiebörse NASDAQ. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist das im kalifornischen Mountain View (Silicon Valley) ansässige Unternehmen auch durch Zukäufe immer weiter gewachsen. Heuer erzielen die mehr als 18.500 Mitarbeiter in 50 Ländern einen Umsatz von 6,2 Milliarden Dollar (4,61 Mrd. Euro) – regionale Zahlen werden nicht bekanntgegeben, so Hoffmann. In Österreich beschäftigt Symantec 18 Leute, die sich ausschließlich um den Vertrieb kümmern.

Seine Position als weltweit größter Anbieter von Sicherheitsprogrammen und einer der größten Software-Hersteller insgesamt hat Symantec im Sommer 2010 durch die Übernahme der PGP Corporation und des IT-Sicherheitsunternehmens GuardianEdge gefestigt, die beide auf die Verschlüsselung von Daten und E-Mails spezialisiert waren. Im selben Jahr übernahm Symantec auch die Sparte "SSL-Zertifizierungen" der Internet-Sicherheitsunternehmens VeriSign um 1,28 Mrd. US-Dollar.

Diese Akquisitionen waren von strategischer Bedeutung für Symantec, erklärt Hoffmann, denn "Antivirus ist nicht genug. Wir brauchen einen informationszentrischen Ansatz für Security." Es gehe nicht mehr in erster Linie darum, Geräte sicher zu machen. "In Zeiten, wo Informationen in der Wolke sind, auf mobilen Geräten, die ich nicht kontrollieren kann, muss ich die Information selbst schützen. Wenn das verschlüsselt ist, ist mir das total egal, wenn das irgendwo bei Google in der Wolke liegt – solange Google den Schlüssel nicht hat, kommt Google nicht ran", sagt der Deutsche. (apa)

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