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06.12.2011 Thomas Bär*, Frank-Michael Schlede*

Datenrettung: Was tun, wenn die Daten weg sind?

Viele Anwender meinen, dass ihre Daten nicht verloren gehen können - schließlich gibt es Backups und Sicherungen. Zudem sollten die Administratoren doch alle Daten wiederherstellen können… Wir zeigen, wie Daten wiederhergestellt werden können und wo die Grenzen liegen.

Wenn IT-Profis die Sicherheitsaspekte von Netzen, Windows-Systemen und Programmen diskutieren, geht es dabei in der Regel um Themen wie den Schutz vor Viren und bösartigen Anwendungen, die Absicherung der Endgeräte oder auch um die Verschlüsselung sicherheitsrelevanter Daten. Altgediente Systembetreuer weisen dann vielleicht noch darauf hin, dass auch regelmäßig Backups und Sicherungen aktiv zur Sicherheit der Daten und Systeme beitragen. Doch Informationen können trotz all der Sicherungsmaßnahmen auch in modernen Systemumgebungen durch viele Ursachen verloren gehen - gut, wenn es Programme und Möglichkeiten gibt, die Daten wiederherzustellen.

AUCH DIE IT IST NICHT PERFEKT: WIE DATEN VERLOREN GEHEN Es gibt viele Möglichkeiten, wie Daten verloren gehen oder so beschädigt werden können, dass sie nicht mehr einzusetzen sind: Anwendungen stürzen ab, Nutzer vergessen ihre Daten abzuspeichern oder der Strom fällt unvorhergesehen aus. Es gibt wohl kaum einen Anwender von Computersystemen und -programmen, der nicht schon auf die eine oder andere dieser Arten Informationen verloren hat. Grundsätzlich können die Ursachen für einen Datenverlust in drei große Bereiche unterteilt werden:

• Fehler, die durch die Anwender ausgelöst werden,

• Fehler, die durch die Hardware verursacht werden und

• Fehler, die durch die Software verursacht werden.

Wir betrachten in diesem Artikel einige dieser "Verlustszenarien", blicken auf die Ursachen und stellen Lösungen vor, die in solchen Fällen zum Einsatz kommen können.

DER "NORMALFALL": ICH HABE DIE DATEI GELÖSCHT… Jeder IT-Experte, ganz gleich ob er professionell oder als "Ersthelfer" im semi-professionellen respektive privaten Umfeld tätig ist, kennt die Situation: Ein Nutzer hat nach eigenen Aussagen "nichts gemacht", die wichtige Datei ist aber trotzdem verschwunden - oder er/sie hat "aus Versehen" das Löschen (mitsamt der Sicherheitsabfrage) für diese Daten ausgewählt. Nun ist mit dem normalen Löschen sowohl unter einem Windows-Rechner als auch auf einem Mac noch kein großer Schaden angerichtet - das System hat die Dateien nur in den Papierkorb geschoben. Aber selbst wenn sich der Anwender (gewollt oder ungewollt) für ein vermeintlich sicheres Löschen entschieden hat, indem er beispielsweise auf seinem Windows-Rechner beim Löschen die Shift-Taste gedrückt hielt, sind die Daten und damit die Informationen nur auf dem ersten Blick wirklich "weg". Das hat mit der Art und Weise zu tun, auf die ein Betriebssystem Daten und Dateien vorhält und im Zweifelsfall auch wieder "beseitigt".

KLEINER AUSFLUG ZU DEN DATEISYSTEMEN Damit ein Betriebssystem auf der Festplatte Dateien ablegen und sie in einer für den Anwender nachvollziehbaren Weise wiederfinden und anzeigen kann, legt es über die reine Speicherhardware der Festplatten eine logische Struktur, das sogenannte Dateisystem. Diese Struktur unterscheidet sich je nach Betriebssystem, das auf dem Rechner zum Einsatz kommt. Hier einige Beispiele von aktuellen Betriebssystemen und den jeweils dazu gehörenden Dateisystemen:

• Microsoft Windows - NTFS (New Technology File System),

• Apple OS X - HFS+ (Hierachical File System),

• Linux (hier stehen diverse Dateisysteme zur Verfügung) - Beispiele sind XFS oder ext2 (sehr lange das Standard-Dateisystem der Linux-Rechner).

In diesen logischen Strukturen der Dateisysteme werden Dateien beim Löschen in der Regel auch nur "logisch entfernt". Das bedeutet, dass die Einträge für die Dateien nicht mehr vorhanden sind und der Speicherplatz auf der Festplatte wieder freigegeben ist. Die eigentlichen Informationen befinden sich aber nach wie vor auf dem Speichermedium und werden erst dann wirklich "gelöscht", wenn sie durch neue Daten überschrieben werden. Dies ist der Punkt, an dem die meisten Datenrettungswerkzeuge ansetzen.

HILFEN ZUR DATENRETTUNG Welche Möglichkeiten stehen dem Anwender nun zur Verfügung, wenn er sich noch nicht an ein professionelles Datenrettungsunternehmen wenden will oder kann? Gerade wenn es "nur" um gelöschte Dateien oder formatierte Laufwerke gibt, bieten eine ganze Reihe von Anbietern verschiedene Anwendungen an, die in solchen Fällen Hilfe versprechen. Dabei werden sowohl Free- und Shareware-Programme als auch professionelle Lösungen mit teilweise großem Funktionsumfang angeboten.

Auch wenn wir allerdings sonst gerne eine Lanze für den Einsatz der Free- und Shareware-Programmen brechen, konnten uns diese in der Disziplin Datenwiederherstellung nicht vollständig überzeugen: Bei vielen der von uns getesteten freien Lösungen handelt es sich nur um ein Art "Schnupperversion": Die Programme erlauben es oft nur, eine begrenzte Anzahl von Dateien oder nur bestimmte Arten (beispielsweise nur JPG-Dateien) von Informationen wiederherzustellen. Will der Anwender mehr, verweisen die Hersteller gerne auf die kostenpflichtigen Vollversionen oder gleich auf die eigenen Datenrettungsdienste.

Gerade in diesen Fällen ist es aber für die Administratoren und Anwender enorm wichtig, dass ein solches Programm funktioniert und die richtigen Dateien wiederherstellt. Wir stellen deshalb exemplarisch eine freie und zwei kommerzielle Lösungen vor, die sowohl bei unseren Tests als auch in der täglichen Praxis überzeugen konnten.

DIE FREIE VARIANTE FÜR VIELE FÄLLE: RECUVA Bei den verschiedenen freien Werkzeugen, die sich mit dem Thema Datenwiederherstellung befassen, konnte uns insbesondere eine Software im Test überzeugen: Recuva der Firma Piriforum. Dieser Hersteller hat sich auf Tools rund um die Wartung und Betreuung von Windows-Systemen spezialisiert, wobei der CCleaner sicher die bekannteste Lösung aus seinem Haus sein dürfte.

Für wen eignet sich Recuva? Die Software ist eine ideale Lösung für die Anwender, die erstmals ein Problem mit verlorenen Daten haben und nun feststellen wollen, welche dieser Informationen sie ohne Probleme wieder herstellen können. Hier kann die Software eine ganze Reihe von Vorteilen aufweisen:

• übersichtliche und gut zu bedienende Oberfläche;

• Software zeigt klar und deutlich, welche Dateien wieder herzustellen sind und welche bereits wieder überschrieben wurden;

• Das Werkzeug arbeitet schnell und kann sehr häufig die gewünschten Daten wiederherstellen.

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