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12.09.2011 Michaela Holy/pte

Cybercrime Report

Symantec hat den Cybercrime Report 2011 vorgestellt. Erstmals wurden die Kosten, die direkt und indirekt durch Online-Kriminalität verursacht werden, in Zahlen gefasst. Sie betragen in der globalen Berechnung 388 Milliarden Dollar.

Symantec widmet sich auch verstärkt Bedrohungen im mobilen Bereich, denn insbesondere auf der Android-Plattform nimmt das Bedrohungspotenzial deutlich zu. Das Unternehmen präsentierte auch die neue Produktlinie, die mit Norton Tablet Security auch einen Neuzugang enthält.

20.000 Menschen wurden in die Erhebungen bei der Zusammenstellung des Reports einbezogen, das Ergebnis liest sich dramatisch. Über eine Million Nutzer wird täglich Opfer von Cybercrime, 80 Prozent der männlichen und 73 Prozent der weiblichen Internetnutzer haben im Schnitt schon Bekanntschaft mit Internetkriminalität gemacht. Pikantes Detail am Rande: Männer besuchen vier Mal häufiger Erotikseiten und nutzen Dating-Plattformen doppelt so oft wie Frauen. Der Begriff Cybercrime ist jedoch weit gehalten und beinhaltet neben klassischen Viren- und Malwareinfektionen oder Phishing-Attacken auch sexuelle Belästigung oder Mobbing auf Online-Plattformen.

Den höchsten Anteil der von Webverbrechen betroffenen User stellen China (85 Prozent), Südafrika (84 Prozent) und Mexiko (83 Prozent), gefolgt von Brasilien, Indien und Singapur (je 80 Prozent). Doch auch in Deutschland ist das Problem kein unbekanntes, über drei Viertel der Internetsurfer scheinen in der Statistik als Betroffene auf.

388 Milliarden Dollar kostete Webkriminalität vergangenes Jahr. Davon entfallen 274 MMilliarden auf den entstandenen Arbeitszeitverlust und 114 Milliarden auf den direkten oder indirekten monetären Schaden - darunter gestohlenes Geld oder Investitionen in die Behebung der Folgen eines Angriffs. Symantec lieferte auch eine Aufschlüsselung für Deutschland: Hier betrug der Gesamtschaden 33,7 Mrd. Dollar, wovon 10,9 Milliarden als Zeitkosten und 22,8 Milliarden Dollar als finanzieller Aufwand verbucht wurden.

Bei der Ursachenforschung bietet sich ein etwas paradoxes Bild: So sind sich laut dem Report 74 Prozent der Nutzer der Gefahr bewusst, während sie sich im Internet bewegen. Rund neun von zehn Nutzern sind sogar der Meinung, dass mehr gegen Online-Kriminalität getan werden sollte. Jedoch sind 41 Prozent der Onliner ohne ausreichenden Schutz unterwegs, haben also keine oder veraltete Sicherheitssoftware installiert.

Durchaus logisch ist also, dass das Gros der erfassten Cybercrimes auf den Bereich Viren und Malware (54 Prozent) entfällt, davon mehr als die Hälfte innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Auf Platz zwei rangieren Scams, also verschiedene Betrügereien. Ein Zehntel der Tatbestände wurde bereits im Mobilsektor gemessen. Android unter Beschuss

Allgemein hält Symantec-Experte Candid Wüest fest, dass sich die Bedrohungslage für Smartphone- und Tabletnutzer verschlimmere, was nicht zuletzt der steigenden Beliebtheit der Geräte geschuldet ist. Der Fokus der Cybergangster liegt aktuell stark auf Googles Android, da die Plattform offen, verbreitet und die Platzierung von Apps im Market relativ leicht möglich ist. Die über Drittprogramme eingeschleppten Schädlinge werden zu verschiedenen Zwecken eingesetzt. Neben dem Auslesen von Userdaten sind dies etwa der Empfang teurer Premium-SMS oder die Manipulation von App-Rankings. Zunehmend verzeichnet das Sicherheitsteam auch einen Trend zum Aufbau mobiler Botnetze.

Wüest warnt jedoch auch, dass sich auch iOS-Nutzer nicht 100-prozentig sicher fühlen dürfen. Zwar ist die Plattform aufgrund der Restriktionen von Apple im Bereich Inhalt und Technik tendenziell sicherer, jedoch funktionieren die Kontrollen nicht immer zuverlässig. Zudem gibt es bereits Proof-of-Concept-Code, welcher zeigt, dass auch die Infektion von iPhones ohne Jailbreak im Rahmen des Machbaren liegt.

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