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08.06.2011 pte/Edmund E. Lindau

Blacklist gegen Spam

Der Online-Verkauf – beispielsweise von Potenzpillen oder anderen gefälschten Medikamenten – lohnt nur, wenn die Hinterleute auch Zahlungen empfangen können.

Diese sind somit das schwache Glied in der Spam-Wertschöpfungskette. US-Forscher von der University of California in San Diego haben diese analysiert und sind zu einem verblüffenden Ergebnis gekommen: 95 Prozent aller Bezahlvorgänge rund um sogenannte »Viagra-Spams« laufen über drei Finanzinstitute, die somit das schwache Glied darstellen. Nach Ansicht des US-Teams wäre es möglich, durch Unterbinden bestimmter Kreditkartenzahlungen die Spammer finanziell schwer zu treffen.

Spam bewirbt oft den Verkauf von Arzneimitteln oder billigen Produktkopien durch Onlinehändler. Die US-Informatiker ­haben fast eine Milliarde Spam-URLs analysiert und einige tausend Dollar für rund 120 Testkäufe ausgegeben. Im Rahmen ihrer Untersuchung hat sich gezeigt, dass die Spammer die getätigten Kreditkartenzahlungen bevorzugt über einige wenige Banken abwickeln. Demnach laufen allein 60 Prozent aller Transaktionen über die aserbaidschanische Azerigazbank und nochmals 35 Prozent über nur zwei weitere Finanzinstitute.

Falls diese wenigen Banken dazu bewegt werden können, keine Geschäfte mehr mit den dubiosen Händlern zu machen, ­müssten diese sich auf die aufwendige ­Suche nach neuen Partnern machen. Denkbar ist auch, den Spammern ohne die Kooperation ihrer bevorzugten Finanz­institute den Geldhahn abzudrehen. Das wäre erreichbar, indem westliche Banken und Kreditkartenfirmen die Durchführung bestimmter verdächtiger Zahlungen verweigern – die Blacklists sind den Informatikern zufolge relativ leicht aktuell zu halten.

Doch die US-Forscher räumen selbst ein, dass derartige Maßnahmen rechtlich problematisch wären. Allerdings verweisen sie auch darauf, dass gerade in den Vereinigten Staaten bereits ­vergleichbare Einschränkungen für Kreditkartenzahlungen im Bereich des Online-Glücksspiel umgesetzt wurden.

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