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17.05.2011 Rudolf Felser

Studie: 57 Prozent gaben Kreditkartennummern preis

Eine aktuelle Studie des Sicherheitssoftware-Herstellers Bitdefender hat das Nutzerverhalten bei Onlinekäufen genauer unter die Lupe genommen: Viele Kunden gehen sehr sorglos mit privaten Daten um.

So gaben fast 60 Prozent der Umfrageteilnehmer an, bereits auf Phishing-Mails geantwortet und Kreditkartennummern angegeben zu haben. Ebenso beunruhigend ist das Rechercheergebnis hinsichtlich der Verfügbarkeit dieser Informationen. Denn mit ein bisschen Geschick lassen sie sich im Internet finden oder alternativ bei Cybergangstern kaufen.

Die Bitdefender-Studie setzt sich aus einer nichtrepräsentativen Umfrage und einer Recherche zusammen. An der Umfrage zum Verhalten von Internetshoppern nahmen insgesamt 2.210 Personen im Alter von 18 bis 65 teil. Dabei stellte sich heraus, dass 98 Prozent der Befragten häufig die gleichen Online-Zahlungsmethoden nutzen, um verschiedene Rechnungen zu bezahlen. Der gleiche Prozentsatz bejahte die Frage, ob sie jemals Phishing-E-Mails erhalten haben, in denen nach Details zur Kreditkarte gefragt wurde. Das Erschreckende: 57 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben zu, auf diese Nachrichten reagiert und die angeforderten Bankdaten preisgegeben zu haben. Dabei waren die Absender meist unbekannte Privatpersonen oder "Strohmänner" von Geldinstituten.

LEICHTES SPIEL Mit Hilfe der freiwillig zugesendeten Kreditkarteninformationen haben die Internetkriminellen leichtes Spiel. So wurden in Folge der Datenweitergabe bei 43 Prozent der Befragten Geld vom Konto abgehoben. Des Weiteren konnten 65 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht mehr auf ihren E-Mail-Account zugreifen, da sie die entsprechenden Zugangsdaten zusammen mit den anderen Angaben weitergegeben haben. 32 Prozent erhielten einen Anruf von ihrer Bank, mit der Bitte, die von den Cybergangstern vorgenommenen Transaktionen zu bestätigen.

Im zweiten Teil der Studie recherchierten die Bitdefender-Experten, ob sich Bankdaten mittels simpler Recherche im World Wide Web auffinden lassen. Bereits mit einer einfachen Suchmethode stießen sie auf Informationen wie Kontoinhaber und dessen Adresse, Online ID, Kartenverifizierungscode, Ablaufdatum sowie Sicherheitsfragen inklusive Antworten. Innerhalb von fünf Minuten sammelten die Anti-Virus-Spezialisten Daten von rund 30 Konten. Darüber hinaus gelangten sie auch durch kooperationswillige Datendiebe an die gewünschten Informationen – zu Preisen von 17 bis 200 Dollar. (pi/rnf)

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