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15.05.2011 Moritz Jäger*

Antiviren-Software im Test: Kostenlose Security-Tools aus dem Web

Gute Security-Software muss nicht immer viel kosten. Diese zehn Tools schützen Ihren Rechner vor Viren und Attacken.

IT-Sicherheit muss nicht teuer sein - im Web gibt es zahlreiche kostenlose Tools, mit denen man den eigenen Rechner vor Malware, Spam, Viren und Attacken aus dem Web schützen kann. Diese Programme richten sich allerdings in erster Line an Privatanwender - für den Unternehmenseinsatz fehlen etwa Funktionen wie ein zentrales Management. Dennoch können die meisten Tools, zumindest bei Spezialaufgaben, durchaus mit kommerziellen Lösungen mithalten.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen zehn praktische und noch dazu, zumindest für den Heimgebrauch, kostenlose Security-Tools vor. Neben den klassischen Antivirus-Lösungen legen wir den Fokus aber auch auf andere Bereiche der IT-Sicherheit. So schützt beispielsweise der Spamihilator vor Werbemails, ZoneAlarm verhindert unerwünschte Netzwerkkommunikation und Secunia PSI warnt, wenn Programme nicht die aktuellste Version nutzen.

In Kombination kann man damit durchaus einen guten Schutz erreichen. Tools wie Hijack This, Spybot Search & Destroy oder Secunia PSI arbeiten zudem auch ganz einwandfrei mit kommerziellen IT-Security-Suiten zusammen. Und da nicht nur Windows-Systeme das Ziel von Kriminellen sind, stellen wir auch eine passende Gratis-Lösung für Mac OS X vor. Sieht man von dieser Ausnahme ab, haben wir alle Programme unter Windows 7 installiert und getestet - sie sollten damit auch zu Windows XP und Windows Vista kompatibel sein.

MICROSOFT SECURITY ESSENTIALS Microsoft hatte vor einigen Jahren versucht, mit Windows Live OneCare in den Markt für Anti-Virenprodukte für Endkunden einzusteigen - im Unternehmens- und Server-Umfeld ist der Windows-Konzern bereits mit Forefront vertreten. Der Versuch lief nicht allzu gut, auch wenn OneCare in 2009 durchaus gute Scan-Ergebnisse in verschiedenen Tests lieferte. Microsoft hat das Programm durch das kostenlose Microsoft Security Essentials ersetzt.

Wie der Name bereits andeutet, sollen diese Tools die Grundsicherung von Windows-Systemen übernehmen. Im Programm enthalten ist ein Virenscanner, der ständig im Hintergrund aktiv ist. Erkennt das Tool eine bösartige Software, stoppt sie deren Ausführung und meldet sich beim Nutzer. Microsoft setzt bei den Security Essentials auf eine Signatur-basierte Erkennung. Das bedeutet, dass sich das Programm regelmäßig mit den Servern von Microsoft verbinden muss, um die aktuellsten Signaturen zu erhalten.

Als zusätzlicher Schutz ist das Programm Teil des Microsoft SpyNet. Damit will der Konzern frühzeitig neue schädliche Programme abfangen und Nutzer bereits dann schützen, wenn noch keine Signatur für die entsprechende Bedrohung gefunden wurde.

IMMUNET PROTECT Immunet Protect ist ebenfalls eine kostenlose Anti-Viren-Software, die allerdings einen anderen Ansatz verfolgt als die klassischen Sicherheitsprodukte. Immunet nutzt einen Cloud-basierten Ansatz. Solange der Rechner eine Verbindung zum Internet hat, lädt die Software stets Informationen nach und kann den Nutzer so vor möglichen Attacken schützen, auch wenn noch keine Signaturen veröffentlicht wurden. Das System setzt auf die Community, um möglichst schnell auf Bedrohungen reagieren zu können. Jeder Nutzer der Immunet-Cloud kann neue Proben einreichen, die von den Analysten untersucht werden - sobald sie sich als bösartig herausstellen, werden alle anderen Nutzer über die Gefahr informiert und die Immunet-Software blockiert sie.

Neben der kostenlosen Version gibt es von Immunet auch eine Premium-Version. Diese bietet verschiedene Zusatzfunktionen. So kann sie etwa die Signaturen abspeichern, um den Nutzer auch dann zu schützen, wenn keine aktive Verbindung ins Web besteht. Dazu bietet sie erweiterte Funktionen, um Malware wie Rootkits oder verseuchten USB-Sticks auf die Schliche zu kommen.

Immunet legt vor allem Wert darauf, dass die Software nur wenig Platz auf dem Rechner des Nutzers einnimmt, sie benötigt lediglich zwischen 100 und 300 MB Speicher. Ein weiterer Vorteil der Lösung gegenüber anderen Programmen: Immunet kann zusätzlich zu anderen Sicherheitslösungen installiert werden, eine Übersicht aller getesteten und kompatiblen Lösungen findet sich hier.

SPAMIHILATOR Neben Viren ist auch Spam eines der größten Probleme bei der Kommunikation übers Web. Das Aussortieren der unerwünschten Werbenachrichten kostet nicht nur Zeit, oftmals finden sich darin auch Phising-Nachrichten oder betrügerische E-Mails, die den Leser auf manipulierte Seiten locken wollen.

Spamihilator nutzt verschiedene Filter, um die unerwünschten Nachrichten zu erkennen und auszufiltern. Dazu gehört ein Wortfilter, ein Bayesian Filter sowie ein Filter, der Links in der E-Mail ebenso überprüft wie den Absender.

Die Software ist zu fast allen Mail-Programmen kompatibel, darunter etwa Thunderbird, Outlook, Opera oder Eudora. Spamihilator bietet außerdem eine Schnittstelle, mit der Entwickler eigene Plugins und Add-Ons für das Programm schreiben können, ähnlich wie beim Browser Firefox. Diese liefern weitere Filter-Optionen sowie zusätzliche Features, beispielsweise kann die Software so regelmäßig POP3-Postfächer nach neuen E-Mails überprüfen.

AVIRA ANTIVIR PERSONAL AntiVir von Avira ist im deutschsprachigen Raum eine der bekanntesten Anti-Malware-Lösung, die noch dazu für Privatanwender kostenlos ist. Die Software beschränkt sich auf die klassische Anti-Viren-Lösung, sprich, es geht in erster Linie darum, die Installation von Malware zu verhindern. Dank der Guard-Funktion bleibt das Programm im Hintergrund aktiv und überprüft ständig die Dateien. Der Bereich "Ereignisse" informiert den Nutzer ständig über die Vorgänge, etwa wenn ein Virus gefunden wurde, das Programm eine Warnung ausgibt oder Avira AntiVir Personal Informationen rund um die Applikation ausgibt.

Wie jedes Anti-Viren-Programm ist auch Avira auf aktuelle Signaturen angewiesen, nur mit deren Hilfe kann die Software bösartige Programme aufspüren und löschen. Ein Update-Programm sorgt dafür, dass diese Signaturen auf dem neuesten Stand bleiben. Die Software integriert sich zudem in das Security-Center von Windows. Sind die Daten veraltet, wird der Nutzer über einen Ballon-Tipp informiert.

Neben der kostenlosen Version von AntiVir bietet Avira auch eine Premium-Version an. Diese verfügt über zusätzliche Schutzmechanismen wie etwa Anti-Phishing oder eine Verhaltensanalyse, die auch noch unbekannte Viren finden soll.

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