Security-Software für Smartphones: Kaspersky im Test gegen McAfee Detail - Computerwelt

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28.04.2011 Thomas Bär*, Frank-Michael Schlede*

Security-Software für Smartphones: Kaspersky im Test gegen McAfee

Wie können Sie Ihr Smartphone schützen? Wir vergleichen die Sicherheitsprodukte Kaspersky Mobile Security 9 und McAfee WaveSecure 4.

Glaubt man aktuellen Erhebungen des Branchenverbandes Bitkom, so hat sich die Zahl der Anwender, die mit Hilfe eines Smartphones im Internet surfen, innerhalb eines Jahres fast verdoppelt (Stand: März 2011). So soll dann auch nahezu jeder fünfte Nutzer in Deutschland bereits über ein derartiges Gerät seinen Weg ins Internet finden. Doch dieser Trend birgt Gefahren: Wie schon bei den Notebook- und Netbook-Systemen vermischen sich auch auf diesen aktuellen "Kleincomputern" private und geschäftliche Bereichen. Damit geraten vertrauliche und geschäftskritische Daten ins Visier von Angreifern.

Leider ist viel zu wenigen Nutzer auch aus dem IT-Umfeld bewusst, dass sie hier kein einfaches Telefon, sondern stattdessen einen Computer im Kleinformat einsetzen. Denn obwohl die meisten Anwender ihre Notebook-Systeme sehr wohl mit Antiviren- und Backup-Programmen sowie weiteren Schutzeinrichtungen ausstatten, vernachlässigen sie die gleichen Maßnahmen auf den Smartphones geradezu sträflich. Dabei existieren Lösungen, die auch hier einen adäquaten Schutz bereitstellen können.

KASPERSKY MOBILE SECURITY 9 UND MCAFEE WAVESECURE 4 IM TEST Wir haben uns zwei Produkte zu näheren Betrachtung herausgesucht, die von Firmen angeboten werden, die zu den "Schwergewichten" im Kampf gegen Viren, Würmer und andere Bedrohungen aus dem Netz zählen: Kaspersky Mobile Security in der Version 9 und McAfee WaveSecure in der Version 4. Beide Softwarelösungen kamen während eines Testzeitraums von mehreren Wochen exemplarisch auf einem HTC Legend unter dem Betriebssystem Android 2.2 (Froyo) zum Einsatz, das auf den Linux-Kernel 2.6.32 aufsetzt. Während sich die beiden Produkte sowohl im Ansatz als auch bei der Art und Umfang des Schutzes, den sie dem Telefon und seinen Anwendungen zur Verfügung stellen, deutlich unterscheiden, eint sie die Tatsache, dass sie beide ein breites Spektrum von Mobil-Plattformen unterstützen: Neben Android gehören bei beiden Herstellern auch Telefone unter BlackBerry, Symbian und Windows Mobile (bis zur Version 6.5) zu den Systemen, die von deren Schutz profitieren können.

Wie unterscheidet sich die Kaspersky- von der McAffee-Lösung? Während die Software der russischen Sicherheitsfirma sich auch auf den Mobiltelefonen im "klassischen Gewand" einer Antiviren-Lösung mit Ergänzungen für die mobilen Belange präsentiert, hat McAfee die eigene Lösung komplett auf die Sicherung und Wiederherstellung eines Smartphones ausgerichtet.

DER KLASSIKER KASPERSKY: ANTIVIRUS WIE AUF DEM PC Unser erster Blick galt der Lösung von Kaspersky, die der Anwender sowohl aus dem Android-Market als auch direkt von der Mobile-Security-Webseite des Herstellers herunterladen kann. Wer das Programm zunächst einmal nur ausprobieren will, kann dies leider nur für sieben Tage tun. Zwei wichtige Hinweise in diesem Zusammenhang: Wie immer, wenn es gilt Programme auf das mobile Telefon herunterzuladen, sollte man dazu auch in diesem Fall auf einen WLAN-Verbindung zurückgreifen. Dies ist in der Regel nicht nur die kostengünstigere sondern auch die stabilere Verbindung. Wer es hingegen vorzieht, die Software über seinen PC herunterzuladen, der muss dabei beachten, dass er das APK-Archiv (Android Package) nicht so ohne weiteres auf seinem Android-Telefon installieren kann. Das Betriebssystem betrachtet standardmäßig alle nicht über den Android-Markt bezogenen Programme als unsicher und erlaubt deren Installation nicht. Dies gelingt erst, nachdem der Anwender unter Menü/Anwendungen/Unbekannte Quellen das grüne Häkchen gesetzt hat. Danach reicht in der Regel ein Klick auf den Download - noch besser geht es unter Einsatz einer der vielen File Manager, die für Android zur Verfügung stehen.

EINFACHE INSTALLATION MIT KASPERSKY Die Installation der Mobile-Security-Lösung verlief auf dem Testgerät schnell und problemlos. Beim Start des Programms muss der Anwender nach dem üblichen "Abnicken" des Lizenzvertrages das Programm aktivieren, wenn er eine Vollversion des Programms erworben hat. Hier benimmt sich das Programm, wie man es von Antiviren-Lösungen auch auf dem PC kennt: Ein Aktivierungscode, den der Anwender zuvor käuflich erworben hat, wird eingegeben und das Programm aktiviert. Danach ist zwingend die Eingabe eines Geheimcodes erforderlich. Dieser wird grundsätzlich abgefragt, wenn der Anwender auf das Programm zugreifen möchte. Er kommt auch zum Einsatz, wenn mittels Fernzugriff (über SMS-Befehle) gewisse Sicherheitsfunktionen auf dem Telefon gesteuert werden sollen. Der Code ist eine reine Ziffernfolge, die mindestens vierstellig sein muss. Wichtig hierbei: Die Software bietet nach der Aktivierung eine Möglichkeit an, diesen Geheimcode mittels einer E-Mail-Adresse wiederherzustellen. Diese Wiederherstellung sollte unbedingt eingerichtet werden, da ein Anwender durch Vergessen des Geheimcodes sich ansonsten selbst den Zugriff auf die Kaspersky-Lösung verwehrt. Schlussendlich hätte der Verlust zur Folge, dass selbst eine Deinstallation nicht mehr möglich ist.

Ist das Programm installiert, so verhält es sich auf dem mobilen Telefon fast genauso, wie man es vom PC her gewohnt ist. Unsere zunächst bestehende Angst, dass der Einsatz dieser Software die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Smartphones deutlich bremsen würde, bestätigte sich zum Glück nicht. Das ist besonders bemerkenswert, da es sich bei dem HTC Legend schon um ein "älteres" Modell handelt, das nur mit einem 600 MHz-Prozessor aufwarten kann. Am oberen Rand des Bildschirm weist ein kleines rotes Logo darauf hin, dass die Schutzsoftware aktiv ist und wer in das Menü der Software wechselt, wird mit dem bekannten "Kaspersky-Grün" begrüßt.

KEINE UNGEWOLLTEN ANRUFE DURCH WHITE- UND BLACKLISTS Was kann die Software? Neben dem bekannten Antivirus-Schutz bietet die Software Funktionen zum Diebstahlschutz, die es dem Anwender unter anderem ermöglichen, das Telefon remote mittels einer vordefinierten SMS zu blockieren. Sehr gut hat uns auch die folgende Funktion gefallen: Ein Anruf- und SMS-Filter läuft wahlweise im Whitelist-Modus (nur Anrufe und Nachrichten von bestimmten Kontakten) oder im Blacklist-Modus (alle Anrufe und Nachrichten von allen Nummern werden angenommen, außer von denen auf der Liste). Dabei kann der Anwender entscheiden, ob der diese Funktion komplett ausschalten will oder mit einer sowie mit einer Kombination beider Listen arbeiten möchte. Ist die Verblüffung zunächst groß, wenn bei einem Anruf von einer bisher unbekannten Nummer ein grünes Fenster auftaucht und fragt, wie mit dieser Nummer weiterhin verfahren werden soll, so lernt der Benutzer schnell diese bequeme Möglichkeit schätzen, unliebsame Werbeanrufe und ähnliche Nachrichten komfortabel auszublenden.

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