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21.04.2011 Edmund E. Lindau

Signifikanter Anstieg von Schadcode

Österreich ist bei der Schadcode-Aktivität im oberen Mittelfeld. Social-Media-Plattformen sind beliebtes Ziel der Attacken.

Sowohl das gesamte Volumen von Schadcode, als auch dessen Qualität und Raffinesse haben im vergangenen Jahr erheblich zugenommen. Auf den ersten Blick scheint Österreich dem Trend zu trotzen: In den wichtigen Schadenskategorien ist hierzulande der Schadcode rückläufig. Hat Österreich bei der Schadcode-Aktivität insgesamt im Jahr 2009 noch den 40. Platz belegt, so ist die Alpenrepublik im weltweiten Vergleich im Jahr 2010 auf die Position 44 zurückgefallen. Eine Erklärung: In anderen Ländern wie den Niederlanden oder Südkorea sind die Cyberkriminellen weitaus stärker tätig als im Vorjahr. Diese Länder beanspruchen nun einen größeren Anteil an der weltweiten Aktivität und drängen Österreich rechnerisch in das obere Mittelfeld ab. Dies belegt der jüngste Security Threat Report von Symantec.

Carsten Hoffmann, Sicherheitsexperte bei Symantec, zur Situation in Österreich: »Österreich ist in der Beliebtheit bei Cyberkriminellen weiter abgefallen. Darauf weist zumindest die globale Statistik bei Schadcode-Aktivitäten hin. Die Verbesserung in Österreich lässt sich durch mehrere Entwicklungen erklären: Zum einen haben die Cyberkriminellen in anderen Ländern stärker agiert. Damit haben jene Länder einen größeren Anteil an der gesamten Aktivität, und statistisch Österreich überholt. Zudem haben die Medien und die Sicherheitsindustrie erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Bürger über die Gefahren im Internet und wichtige Gegenmaßnahmen zu informieren. Unter dem Strich scheinen diese Maßnahmen bewirkt zu haben, dass das Sicherheitsbewusstsein unter den Nutzern gewachsen ist.« Entwarnung geben könne man laut Hoffmann dennoch nicht. Im Gegenteil. Auch hierzulande würden die Angriffe immer ausgefeilter und zielgerichteter. So stelle Österreich mit dem starken Mittelstand, der engen Zusammenarbeit mit europäischen, multinationalen Unternehmen und internationalen Organisationen ein lukratives Ziel für hoch komplexe und speziell auf ein Unternehmen konzipierte Angriffe dar.

Ein wenig verbessert hat sich die Lage in Österreich im internationalen Vergleich von Platz 43 neu auf Platz 46 bei den spamverbreitenden Zombie-Computern. Hier führt Brasilien die globale Liste an, gefolgt von den USA und Deutschland. China belegt den 23. Ebenfalls leicht besser ist das Ergebnis bei Botnetz-infizierten Computern: Österreich rutscht von Platz 23 auf Platz 27. Dieser Platz 27 ist relativ hoch, was an der hohen Dichte an Breitband-Anschlüssen liegt, die Computer anfälliger und attraktiver für Botnetze machen. Im europäischen Vergleich ist Deutschland führend bei der Beherbergung von Botnetzen.

Auch der Export von Cyberattacken hat in Österreich im internationalen Vergleich abgenommen. So ist Österreich beim Absenden von Netzwerkattacken auf Platz 41 und beim Ausführen von webbasierenden Attacken auf Platz 47 (2009: 36) gefallen. Die Lage bei Phishing-Webseiten mit österreichischem Host hat sich dagegen leicht verschlechtert, von Rang 49 in 2009 auf Rang 44. Auch bei der Entwicklung von Schadcodes ist Österreich von Platz 68 in 2009 auf Platz 62 hochgeklettert.

Cyberkriminelle nutzen heute ein immer vielseitigeres Betätigungsfeld: So können Attacken auch über Social-Networking-Seiten initiiert werden oder auf mobilen Geräte erfolgen. Beschleunigt wird dies durch die Popularität der großen mobilen Plattformen wie iOS oder Android. So hat sich die Zahl der Attacken auf Smartphones und Co. innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Die Angreifer konnten hierzu auch mehr Vulnerabilities ausnutzen. 2010 verzeichnete Symantec 163 Schwachstellen auf mobilen Endgeräten (2009: 115 Schwachstellen). Die häufigste Attacke erfolgte in Form von Trojanern.

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