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19.04.2011 Rudolf Felser

EU: Mehr Schutz für Kids in Social Networks

Eine Umfrage zeigt, dass Kinder soziale Netze immer früher nutzen und oft nichts über grundlegende Risiken für die Privatsphäre wissen.

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission: "Immer mehr Kinder nutzen soziale Netze, aber viele vernachlässigen ihre Sicherheit im Internet. Diese Kinder setzen sich großen Gefahren aus und sind leichte Beute für Stalking und Grooming. Alle Betreiber sozialer Netze sollten daher umgehend dafür sorgen, dass die Profile Minderjähriger grundsätzlich nur für ihre bestätigten Kontakte zugänglich und für Suchmaschinen nicht erreichbar sind. Außerdem sollten Betreiber, die die Safer Networking Principles der EU bisher noch nicht unterzeichnet haben, dies unverzüglich nachholen, um die Sicherheit unserer Kinder zu garantieren."

KINDER SIND AKTIVE NUTZER Aus der von EUKidsOnline veröffentlichten Umfrage unter 25.000 Jugendlichen in 25 europäischen Ländern geht hervor, dass 38 Prozent der Neun- bis Zwölfjährigen über ein Profil auf den Websites sozialer Netze verfügen, die meisten in den Niederlanden (70 Prozent), die wenigsten in Frankreich (25 Prozent). Noch beliebter sind soziale Netze bei Teenagern, von denen 77 Prozent der 13- bis 16-Jährigen angeben, dass sie ein Profil haben.

15 Prozent der Neun- bis Zwölfjährigen geben an, dass sie über hundert Kontakte zu ihrem Profil haben, in Ungarn sind es sogar 47 Prozent. In der Gruppe der 13- bis 16-Jährigen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie über mehr als hundert Kontakte verfügen, bei Kindern aus Belgien, Dänemark, Griechenland, Ungarn, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Schweden und dem Vereinigten Königreich größer als bei Kindern aus anderen Ländern.

Ein Viertel der Kinder in sozialen Netzen geben an, dass ihr Profil auf "öffentlich" eingestellt ist. Ein Fünftel dieser Kinder gibt ferner an, dass ihr Profil auch Adresse und/oder Telefonnummer enthält. In 15 von 25 Ländern ist davon auszugehen, dass die Neun- bis Zwölfjährigen eher öffentliche Profile haben als die 13- bis 16-Jährigen.

Nur 56 Prozent der Elf- bis Zwölfjährigen verfügen nach ihren eigenen Angaben über das Wissen, um die Privatsphäre-Einstellungen ihres Profils bei dem sozialen Netz zu ändern. Ältere Jugendliche kennen sich damit besser aus, denn 78 Prozent der 15- bis 16-Jährigen sehen sich in der Lage, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu verändern.

WAS MACHT DIE KOMMISSION? Die Kommission überwacht die Einhaltung der "Safer Social Networking Principles for the EU", einer von den einigen Betreibern sozialer Netze unterzeichneten Selbstkontrolle-Vereinbarung, in der diese sich verpflichten, in ihren Netzen eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger umzusetzen. Die Einführung dieser Grundsätze wurde von der Kommission 2009 ausgehandelt.

Die Kommission wird in Kürze den ersten Teil der Ergebnisse der Bewertung der Umsetzung der "Safer Social Networking Principles for the EU" durch folgende Unterzeichner veröffentlichen: Arto, Bebo, Facebook, Giovani, Hyves, IRC Galleria, MySpace, Nasza-Klasa, Netlog, One.lt, Rate, SchuelerVZ, Tuenti und Zap. Aus dem heute veröffentlichten Bericht geht auch hervor, dass einige der sozialen Netze, die bei den Jugendlichen in Europa beliebt sind, die "Safer Social Networking Principles" noch nicht unterzeichnet haben.

Da immer jüngere Kinder das Internet und soziale Netze nutzen und auch immer mehr Kinder mobil ins Internet gehen, hat die Kommission eine Überprüfung der von der Branche bisher geschlossenen Selbstkontrolle-Vereinbarungen in diesem Bereich eingeleitet. Betreiber sozialer Netze, Hersteller von mobilen Geräten und Spielkonsolen, Anbieter von Internetdiensten, Anbieter von mobilen Anwendungen und Inhalten, Verbraucherorganisationen, Forscher- und Kinderschutz­organisationen werden aufgefordert, sich der Kooperationsplattform anzuschließen. (pi/rnf)

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