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06.04.2011 Edmund E. Lindau

Inside Cybercrime: Das Geschäft floriert

Kreditkarten-Kopiergeräte ab 200 Dollar, Bankzugangsdaten für bis zu 700 Dollar: der Cybercrime-Markt im Internet funktioniert ungestört und ist mittlerweile ein einträglicher Geschäftszweig.

Der Cybercrime-Markt ist mittlerweile ein einträglicher Geschäftszweig, der sich hauptsächlich damit beschäftigt, von Computer-Nutzern gestohlene Bank- und Kreditkarten-Informationen zu vertreiben. Darauf zugreifen kann aber nur, wer die Betreiber der »Shops« direkt kontaktiert, da Internet-Betrüger ihre Anonymität wahren möchten. Die Kontakte entstehen somit ausschließlich via E-Mail- oder Instant-Messaging-Adressen, die man nicht zurückverfolgen kann.

Unter anderem haben sich die Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Panda Security, als Cyber-Kriminelle getarnt, in kriminelle Netzwerke eingeschleust, um zu ermitteln, welche Services und Preise aktuell auf dem Online-Schwarzmarkt für gestohlene Bankdaten verlangt werden. Dabei entdeckten sie ein gewaltiges Netzwerk mit mehr als 50 zugehörigen »Online-Shops«, die verschiedene Produkte und Dienste über Foren und soziale Medien anbieten. Die angebotenen »Produkte« und »Dienstleistungen« werden in den Betrüger-Shops in einem Katalog aufge­listet und bieten für jede Preiskategorie etwas.

KONTODATEN AB ZWEI DOLLAR Einfache Bankkonten- und Kreditkartendaten bekommt man schon für zwei Dollar. Allerdings erhält man dann keine detaillierten Informationen, wie viel Geld sich auf dem jeweiligen Konto befindet. Ein zwar kleines, aber garantiertes Gut­haben erhält der Kunde ab ca. 80 Dollar, rund 700 Dollar muss er zahlen, wenn er ein garantiertes Guthaben von 82.000 Dollar erwirtschaften möchte. Konto- und Kreditkartennummern, die bereits für Online-Einkäufe oder bei Paypal genutzt wurden, sind für höhere Preise erhältlich. Angeboten werden zudem auch kopierte Kreditkarten (ab 180 Dollar) sowie Kopiergeräte für Kreditkarten (zwischen 200 und 1.000 Dollar) und sogar gefälschte Geldautomaten, die zwischen 3.500 und 35.000 Dollar kosten. Sehr gefragt sind auch Adressen zu sogenannten »Cardable Shops« – Shops, bei denen Online-Käufer mit ihren gestohlenen Kreditkartendaten aufgrund von mangelnder Überprüfung leicht Waren bestellen können. Und je vollständiger die Datensätze bei Kreditkarten sind, desto wertvoller sind sie.

Für Dienstleistungen wie Geldwäscheaktionen wird kein konkreter Preis genannt, sondern eine Provision zwischen zehn und 40 Prozent verlangt. Kunden, die sich nicht selber trauen, mit den gefälschten Daten online einzukaufen, können bis maximal 300 Dollar (je nach Produkt) die Transaktionen vom Betreiber ausführen lassen. Wer eigene betrügerische Webseiten und Online-Shops bereitstellen möchte, kann dafür Software-Entwickler beauftragen. Je nach Auftragsvolumen entwirft und programmiert das »Experten-Team« die entsprechenden Seiten, setzt sie ins Netz und positioniert sie in Suchmaschinen.

Die Online-Stores von Internet-Kriminellen funktionieren nach dem Vorbild von legalen Online-Shops. Neben den Preiskatalogen finden Kunden dort auch Sonderangebote, Mengenrabatte, Try&Buy-Angebote und individuelle Dienstleistungen, für die der Kunde sogar Kostenvoranschläge erhält. Umtausch und Reklamation ist auch möglich. Der Mitbewerb sorgt zudem dafür, dass die Preise nicht in die Höhe schießen. Die Bezahlung funktioniert wie in jedem gängigen Onlineshop. Man legt seinen Einkauf in den Warenkorb und bezahlt über Dienste wie Western Union oder Webmoney.

Eine weitere Methode besteht auch darin, das Geld über Online-Casinos zu verschieben. So kann Geld unter anderem mit einem gestohlenen Paypal-Account beim Online-Casino eingezahlt werden. So gibt es beispielsweise Bewertungen in den Foren der Cybercrime-Szene, welche Casino- oder Sportwetten-Portale für kriminelle Machenschaften am Besten geeignet sind.

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