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16.03.2011 pte/Rudolf Felser

Pornoseiten mit neuen Werbebetrug-Tricks

Wenn ein User eine der Seiten besucht, öffnen diese Dutzende für den Nutzer unsichtbare Browserfenster mit bezahlten Links auf legitime Webseiten und generieren automatisch Klicks, berichtet das Wall Street Journal.

Unternehmen zahlen also massiv für Werbung, die nie jemand gesehen oder wirklich angeklickt hat. Das Unternehmen AdSafe Media, das den Trick entdeckt haben will, sieht darin eine sehr raffinierte cyberkriminelle Unternehmung. "Der Ansatz ist definitiv ausgereifter als traditioneller Klickbetrug", meint Eddy Willems, Security Evangelist bei G Data, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext. Denn die neue Methode funktioniert offenbar direkt im Browser. Das könnte im Zeitalter der Smartphones und Tablets sehr lohnend sein.

WERBESCHADEN Bei dem Betrügertrick öffnen die präparierten Pornoseiten versteckt etliche weitere Webseiten voll bezahlter Links. Diese führen beispielsweise auf das Webportal Lycos oder die Videoseiten Mevio und Current TV. In die Betrugsseiten integrierte Software generiert ohne Zutun und Wissen des Nutzers Klicks auf diese Links, wofür die Cyberkriminellen Provisionen kassieren. AdSafe zufolge erzeugt ein einziger Besuch auf eine Pornoseite in Extremfällen über 5.000 derart unsichtbare Klicks. Das verursacht hohe Provisionskosten für die werbenden Unternehmen - und das ohne jegliche Werbewirkung.

AdSafe hat das FBI über den Betrug informiert, so das Wall Street Journal. Vielen Opfern – also den Betreibern von Webseiten, die für die falschen Klicks zahlen müssen – war das Problem demnach noch nicht bekannt. Bei den geschädigten Unternehmen wird der Betrug untersucht, zudem filtert beispielsweise Current TV nun Traffic von Pornoseiten. Google hat demnach Maßnahmen getroffen, um den Betrug zu unterbinden und arbeitet mit Behörden zusammen.

MOBILER BETRUG Die Methode ist relativ neu, so Willems gegenüber pressetext. Bei G Data habe man seit zwei bis drei Monaten beobachtet, dass Seiten den Trick nutzen. Besonders beachtenswert ist, dass der gesamte Werbebetrug im Browser abläuft. "Mit dieser Funktionalität muss keine Malware installiert werden. Das könnte also auch bei mobilen Browsern funktionieren", erklärt der Experte. Ob das stimmt, müsse erst untersucht werden.

Wenn der Trick tatsächlich beispielsweise im Safari auf dem iPad funktioniert, könnte die Methode zunehmend an Bedeutung gewinnen. Denn mobile Plattformen wie allen voran Apples iOS versprechen besseren Schutz vor lokal installierter Malware als der PC. Auf Smartphones und Tablets wäre ein funktionierender Browser-basierender Betrug also für Cyberkriminelle eine klar bessere Option als klassische Klickbetrugs-Trojaner. (pte)

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