Gastkommentar: Wie Facebook-Daten zu Geld werden Detail - Computerwelt

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23.02.2011 Andreas Schütz*

Gastkommentar: Wie Facebook-Daten zu Geld werden

Haben Sie schon einmal die Werbeanzeigen auf Ihrem Facebook Profil bemerkt?

Es wird Ihnen aufgefallen sein, dass sich die angezeigten Werbungen oft mit den eigenen privaten Interessen decken. Natürlich handelt es sich hier keineswegs um einen bloßen Zufall – Facebook nützt vielmehr, wie auch andere Social Media Plattformen und zuvor auch schon Suchmaschinen, das System personalisierter Werbung. Unternehmen, die auf Facebook werben möchten, geben bei der Registrierung ihrer Werbeanzeige eigene Zielgruppen nach Standort, Alter, Ausbildung, Interessen, etc. an. Dies ermöglicht Facebook, seinen werbenden Kooperationspartnern gezielte Werbeschaltungen anzubieten. Facebook versichert in seinen entsprechenden User-Nutzungsbestimmungen, dass die personenbezogenen Daten nicht an die werbenden Unternehmen weitergegeben und die Anzeigen automatisch geschaltet werden.

In letzter Zeit häuft sich die Anzahl dubioser Unternehmen, die Daten über Privatpersonen für den Weiterverkauf sammeln. Bei diesem »Web-Scraping« (»Auskratzen«) legt sich das Unternehmen ein Scheinprofil auf Facebook zu. So kommt es an die Informationen der einzelnen User heran. Mit einem speziellen Programm werden Name, Email und Interessen automatisch gesammelt und gespeichert. Diese Daten werden ausgewertet und weiterverkauft - alles ohne Wissen und Wollen der User. Web-Scraping trifft auf eine Vielzahl rechtlicher Probleme im Bereich des Datenschutzes. Aufgrund der Festlegung des Datenschutzgesetzes (DSG 2000) hat jedermann ein Grundrecht auf Datenschutz sowie einen Anspruch auf Geheimhaltung seiner personenbezogenen Daten. So dürfen Daten nach Treu und Glauben und auf rechtmäßige Weise und nur für festgelegte, eindeutige und rechtmäßige Zwecke ermittelt werden. Schon aus diesen ganz allgemeinen datenschutzrechtlichen Grundsätzen ist diese Art der Datenverwendung innerhalb sog. sozialer Plattformen wohl bedenklich.

Doch wie kann ein User dies tatsächlich verhindern? Da es in der Praxis derzeit unmöglich scheint, die Weitergabe solcher Daten auf rechtlicher Ebene zu unterbinden, sollte sich jeder User gut überlegen, welche personenbezogenen Daten er auf Social Media Seiten preisgegeben möchte. Sämtliche Informationen finden nämlich nur allzu schnell den Weg in unbefugte Hände.

* Der Autor und Co-Autor Richard Galambos sind Rechtsanwälte in der Kanzlei e|n|w|c Natlacen Walderdorff Cancola

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