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25.04.2012 Christof Baumgartner/apa

Cyber-Crime ist virtuell, aber die Folgen real

Für Cyber-Kriminelle wird das Internet immer attraktiver. Die Verbrechen sind virtuell, aber die Folgen real. Der Schaden, den die Täter anrichten, beträgt weltweit mehrere hundert Milliarden. In Österreich steht laut Bundeskriminalamt (BK) Online-Betrug ganz oben auf der Liste der Deliktfelder.

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"Da gibt es jede Menge Varianten. Es fängt beim Nigerianerbrief an und hört beim Phishing auf", sagte Leopold Löschl, Leiter des Büros für Computer- und Netzwerkkriminalität im BK. Die Anonymität lockt: "Ein entscheidender Punkt ist, wenn ich im realen Leben jemanden betrüge, dann hinterlasse ich immer ganz gute Spuren. Entweder mein Opfer hat mich gesehen, weil wir miteinander gesprochen haben oder ich habe einen Brief verfasst und es gibt etwas Geschriebenes. In der virtuellen Welt kann sich der Täter verstecken und wenn er geschickt ist, dann wird es sehr schwierig ihn auszuforschen", erzählte Löschl.

"Deswegen ist das Internet für den Betrug ein ideales Geschäftsfeld (...) Es geht so leicht." Die Täter machen "Klick" und schon sind hunderttausend E-Mails verschickt. "Wenn nur ein Promille auf das anspricht, habe ich schon einen Gewinn gemacht." Als Zielgebiet steht den Kriminellen die ganze Welt zur Verfügung.

Das wahre Ausmaß des Schadens, den Cyber-Kriminelle anrichten, lässt sich nur schwer erfassen. "Fakt ist, die Zahlen sind immens hoch", so der Experte. "Wir haben es mit einer hohen Dunkelziffer zu tun", meinte der Kriminalist weiter. Er sprach von einer "Anzeigenschwelle". "Wenn Sie heute im Internet geschädigt werden, werden Sie sich bis zu einem bestimmten Bagatellbetrag - ich sag jetzt einmal in der Höhe von 70 Euro - nicht unbedingt die Mühe machen und zur nächsten Polizeiinspektion gehen. Anders aber, wenn mir in der U-Bahn das Geldbörsel gestohlen wird. Dann fühl ich mich bedroht und bin ganz anders betroffen", meinte Löschl. Aber nicht nur im privaten Bereich ist die Schwelle zur Polizei zu gehen höher.

Auch Firmen haben nicht unbedingt ein Interesse daran, Schwachstellen in deren System öffentlich zu machen. Gerade für Firmen, die im Internet auftreten, sei es nie gut, Schwachstellen zu haben. "Das kann unter Umständen sogar existenzgefährdend sein, wenn das Unternehmen vom Vertrauen der Internetnutzer abhängig ist", sagte Löschl. Vor allem dann, wenn der Eindruck entsteht, die Firma hätte nicht gut genug auf die Daten des Kunden aufgepasst.

GEFÄHRLICHE BOTNETZE

Stichwort Daten: Um diese geht es nach den Betrugsdelikten in der zweitgrößten Deliktsgruppe, die angezeigt wird. "Da fallen Botnetzwerke und Schadsoftware hinein", schilderte Löschl. Botnetze arbeiten quasi ferngesteuert und funktionieren in der Regel mit Schadsoftware - "bot" leitet sich von "robot" ab. Auf den PC gelangen sie, indem man sich im Netz etwas herunterlädt, gleichzeitig wird im Hintergrund ein Programm auf dem Rechner installiert, das "die Türen zu Ihrem Rechner aufmacht (...)".

Es probiert nicht jemand von außen einzudringen, sondern geht von innen nach außen und holt sich dann Schadprogramme, die gebraucht werden, um den Rechner zu übernehmen. "Das heißt, Ihr PC scheint zwar Ihr PC zu sein, aber die Befehle, die relevant sind, kommen aus dem Internet und nicht von Ihnen", erklärte der Kriminalist. So ein Netzwerk kann viele Millionen Rechner umfassen, am Schwarzmarkt hat es einen hohen Geldwert und mächtige Funktionalitäten.

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