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27.10.2009 Frank Ziemann*

Nigeria Connection unter Druck

Die nigerianische Regierung verkündet, sie habe eine Aktion gestartet. Es sollen Täter verhaftet und Mail-Konten gesperrt worden sein.

Wahrscheinlich kommt Ihnen das bekannt vor: Bereits seit mehreren Jahren ziehen vorwiegend in Nigeria ansässige Betrüger ihren Opfern mit derselben Masche größere Geldbeträge aus der Tasche. Meist geht es um vorgebliche Millionen-Erbschaften oder verwaiste Bankkonten. Die so genannte "Nigeria Connection" konnte bislang nahezu ungestört operieren. Doch die Regierung ihres Landes ist offenbar um den Ruf Nigerias besorgt und will nun gegen die Betrüger vorgehen.

Farida Waziri, Leiterin der nigerianischen Economic and Financial Crimes Commission (EFCC) hat dazu erklärt, ihre Behörde arbeite seit einiger Zeit mit Microsoft zusammen, um die Betrüger aus dem Verkehr zu ziehen. Im Rahmen der Operation "Eagle Claw" (Adlerklaue), die in den kommenden sechs Monaten ihre volle Schlagkraft entfalten solle, habe man bereits 18 Hintermänner der Nigeria Connection dingfest gemacht und 800 Mail-Konten gesperrt. Waziri erläutert weiter, man nutze nun "smarte Techniken" statt Razzien in Internet-Cafés zu veranstalten.

Die Täter versenden Mails, in denen sie potenziellen Opfern einen Anteil an Millionen von US-Dollar in Aussicht stellen, falls sie mithelfen das Geld außer Landes zu schaffen. Die frei erfundenen Geschichten reichen vom Nachlass eines wohlhabenden Unfallopfers ohne bekannte Erben über US-Soldaten im Irak oder in Afghanistan bis zur vorgeblichen Rückerstattung früher ergaunerten Geldes sowie vorgeblichen Lotterie-Gewinnen. Dabei ist jeder Satz eine Lüge.

Regelmäßig sollen die Opfer erst vergleichsweise kleinere, später auch größere Beträge zahlen, um Bestechungsgelder oder wichtige Dokumente zu finanzieren. So mancher hat schon sein gesamtes Vermögen eingebüßt, um etwa einer nicht existierenden jungen Frau zu helfen an ihr Erbe zu kommen. Einige sind gar nach Nigeria gereist, um das Geld abzuholen. Sie wurden entführt und erst gegen ein hohes Lösegeld wieder frei gelassen.

Die bisherigen Erfolge der nigerianischen Behörden gegen die Täter sind bestenfalls der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Ob die Operation Adlerklaue mehr erreichen kann, bleibt abzuwarten.

* Frank Ziemann ist Redakteur der deutschen PC-Welt.

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