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28.11.2009 Benjamin Schischka*

So schützen Sie Ihren Browser

Täglich füttern Kriminelle etwa 15.000 Webseiten mit Malware: Surfen wird zunehmend gefährlicher. Schützen Sie sich mit unseren Tipps, Browser-Add-ons und Tools. Oder surfen Sie in einem Sandkasten.

Surfen wird zunehmend gefährlicher. Das meldete jüngst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). “Sobald man im Internet ist, wird man angegriffen”, sagte Hartmut Isselhorst, Abteilungsleiter der Behörde. Pro Tag tauchen tausende neuer Schädlinge auf. Gefährdet sind dann vor allem Windows-Rechner, deren Nutzer sich nicht ausreichend um den Schutz ihres PCs kümmern. Dabei ist wirksamer Schutz keine Zauberei.

1. Tipp: Surfen Sie misstrauisch Zunächst gilt: Seien Sie misstrauisch beim Surfen, besonders dann, wenn Sie Ihre Daten eingeben sollen. Laden Sie Dateien nur von Seiten herunter, denen Sie vertrauen und besuchen Sie datensensible Seiten (etwa Ebay oder Online-Banking) nicht über einen fremden Link, der Sie womöglich auf eine gefälschte Bank-Seite führt. Meiden Sie generell unseriöse Seiten – besonders Porno- und illegale Download-Seiten sind häufig virenverseucht.

2.Tipp: Ein Virenscanner ist nicht genug Ein aktuelle Anti-Viren-Software (etwa das kostenlose Avira AntiVir) ist unabdingbar – aber nicht genug. Schützen Sie Ihren PC mindestens noch mit einer Firewall (beispielsweise mit dem kostenlosen ZoneAlarm). Eine Firewall schließt System-Lücken und verringert so die Angriffsfläche auf Ihren Computer. Zudem überprüft eine Firewall, welches Programm ins Internet funkt. So merken Sie besser, ob Spyware nach außen kommuniziert. Zusätzlichen Schutz bieten Spybot vor Spyware und ThreatFire. Diese Programme entlarven Viren, noch bevor diese als solche bekannt und erkannt werden. Auffällig ist es zum Beispiel, wenn sich eine Datei ständig selbst kopiert.

INTERNET EXPLORER ABSCHOTTEN IE-Tipp 1: Die sicherste Konfiguration Der Internet Explorer ist weit verbreitet und somit häufig Zielscheibe von Hackern. Schieben Sie einen Riegel vor, und zwar über „Extras, Internetoptionen“. Dort navigieren Sie zur Registerkarte „Sicherheit“ und stellen den Schieberegler für die Sicherheitszone „Internet“ auf „Hoch“. Gezielte Änderungen nehmen Sie über „Stufe anpassen“ vor, etwa das Deaktivieren der gefährlichen ActiveX-Elemente, die dem Programmierer weitreichenden Zugriff auf den Computer des Surfers gestatten.

Womöglich blockieren die strikten Sicherheitseinstellungen das ein oder andere Webseiten-Element oder stellen es nicht korrekt dar. Kein Problem: Wählen Sie die Sicherheitszone „Vertrauenswürdige Sites“ aus und fügen Sie die Problem-Seite über „Sites“ hinzu. Entfernen Sie das Häkchen bei „Für Sites dieser Zone ist eine Serverüberprüfung (https:) erforderlich“. Auch hier können Sie unter „Stufe anpassen“ gezielt eingreifen. Nehmen Sie aber nur Seiten in diese Zone auf, die absolut vertrauenswürdig sind.

IE-Tipp 2: Sicherheits-Addons installieren Als zusätzliche Schutzschilde für den Internet Explorer empfehlen wir Gratis-Addons. IE7Pro erweitert den auch um einen Werbeblocker, Absturzsicherung und Quick Proxy Switcher. Empfehlenswert ist auch das Addon Web of Trust (WOT), das Sie in Ampelfarben auf sichere (grüne), bedenkliche (orange) und gefährliche (rote) Seiten hinweist. Sie können sich selbst an der Bewertung von Internetseiten beteiligen.

FIREFOX AUFRÜSTEN Zwar verzichtet der Feuerfuchs auf das gefährliche ActiveX, vor Script-Attacken ist aber auch er nicht gefeit. Die Sicherheitseinstellungen rufen Sie unter „Extras, Einstellungen“ auf. Im Bereich „Inhalt“ deaktivieren Sie Java und Javascript. Unter „Sicherheit“ sollten Sie sich unbedingt warnen lassen, wenn sich ein Addon installieren will. Die beiden Hinweis-Haken darunter sind ebenfalls sehr wichtig – sie warnen vor betrügerischen Phishing-Seiten.

Firefox-Tipp: Schutzschild-Upgrade mit Addons Für den Firefox gibt es eine ganze Reihe empfehlenswerter Sicherheits-Addons. Flashblock blockiert Flash-Elemente auf Web-Seiten, die Locationbar reduziert das Fälschungsrisiko von URLs und der Password Hasher erzeugt sichere Kennwörter und trägt sie gleich ein. Weitere 10 Top-Security-Addons haben wir für Sie in einer Galerie zusammengestellt.

SURFEN IM SANDKASTEN – SANDBOXIE Zusätzlichen Schutz beim Surfen bietet Freeware wie Sandboxie. Das Tool installiert quasi ein abgeschottetes Mini-Betriebssystem, die Sandbox, in der Sie den Browser (und andere Programme) ausführen können. Innerhalb der Sandbox surfen Sie wie gewohnt, alle Daten (Cookies oder Downloads, aber auch Viren oder Trojaner) landen jedoch nicht direkt auf der Festplatte, sondern in der Sandbox. Dort richtet Malware keinen Schaden an und verschwindet sang- und klanglos beim Löschen der erstellten Sandbox wieder.

So funktioniert die Sandbox Nach der Installation des Tools starten Sie den Browser per Rechtsklick in der Sandbox. Zwei Rautensymbole in der Programmleiste des Browsers verraten, dass er in der Sandbox läuft. Im Sandboxie-Fenster erstellen Sie unter „Sandbox“ einen neuen Sandkasten und legen fest, wo die Daten temporär gespeichert werden sollen. Unter „Konfiguration“ erstellen Sie auf Wunsch einen Programmalarm, der Sie warnt, wenn ein Programm nicht in der Sandbox ausgeführt wird.

So befreien Sie Daten aus der Sandbox Soll ein Download dauerhaft auf der Platte landen, klicken Sie im folgenden Fenster auf „Wiederherstellen“. Wollen Sie ihn erst einmal in die Sandbox schreiben, klicken Sie auf „Close“. Dateien im Sandkasten transferieren Sie mit einem Rechtsklick auf die Sandbox und „Schneller Wiederherstellung“ dauerhaft auf die Festplatte. Achtung: Eine Sandbox ist eine starke Ergänzung, auf Virenscanner und Firewall sollten Sie aber dennoch nicht verzichten. Sollte eine gefährliche Datei durchrutschen, sind Sie auf der sicheren Seite.

FAZIT Sicherheit mit Komfort Idealerweise nutzt man zum Surfen ein Windows-Konto mit eingeschränkten Benutzerrechten. Denn auf Admin-Konten können sich Viren richtig austoben, da Administratoren wesentlich mehr Zugriffsrechte auf das System haben als normale Benutzer. Es nervt jedoch, das Benutzerkonto zu wechseln, wenn man nur schnell eine Bahnverbindung nachsehen möchte. Abhilfe schafft das Gratis-Tool pcwRunAs. Mit ihm legen Sie komfortabel Verknüpfungen an, die einzelne Programme auch auf Admin-Konten mit eingeschränkten Rechten starten.

Browser-Spezialisten Diese Spezialisten sind besonders gut für datensensible Online-Anwendungen, etwa Online-Banking, geeignet. Der XeroBank Browser, auch xB Browser und ehemals Torpark, basiert auf dem portablen Firefox und dem Anonymisierungs-Tool Tor. OperaTor basiert, wie der Name schon sagt, auf Opera und hat ebenfalls Tor integriert. Auch er ist portabel vom USB-Stick einsetzbar und daher gut für unterwegs geeignet.

* Der Autor ist Redakteur der deutschen PC-Welt.

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