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02.12.2009 Oliver Weiss

Zu wenig Safety-Know-how

Safety schlägt sich nicht nur in einer wachsenden Zahl von behördlichen Normen und Standards nieder, sondern spielt in Auftragsvergaben eine immer größer werdende Rolle. Für Unternehmen können systembedingte Unfälle auch enorme Folgekosten und Imageschäden bedeuten.

Safety gewährleistet, dass der Betrieb von technischen Systemen keinen Schaden für Mensch, Umwelt oder das System selbst verursacht. Safety schlägt sich nicht nur in einer wachsenden Zahl von behördlichen Normen und Standards nieder, sondern spielt in Auftragsvergaben eine immer größer werdende Rolle. Für Unternehmen können systembedingte Unfälle auch enorme Folgekosten und Imageschäden bedeuten. In diesem Bereich steigt daher der Druck auf Unternehmen, Systeme sicher und kosteneffizient zu entwickeln. Gleichzeitig fehlt vielen Unternehmen noch Know-how.

Das Vienna Institute for Safety & Systems Engineering (VISSE) der FH Campus Wien hat eine quantitative und qualitative Grundlagenstudie zum Thema Safety in Auftrag gegeben. Die Marktanalyse bestätigt: 65 Prozent der Befragten finden, dass es zu wenig gut ausgebildete Safety-Ingenieur-Innen gibt. Konkret wurde im Rahmen der Studie der Status quo von Safety in österreichischen und deutschen Unternehmen unterschiedlicher Branchen von Automotive, Aerospace, Railway, Telekommunikation, Energieversorgung bis zum Militär untersucht.

Es wurden 100 Online-Interviews in Österreich und Deutschland, 13 persönliche Interviews und 2 Expertendiskussionen in Österreich durchgeführt. Beteiligt waren Verantwortliche für Safety, etwa Projektmanager, Safety-Engineers, SW-Entwickler oder RAMS-Engineers. Erfasst sind auch Bereiche wie Risiko-Management, Safety-Management, Systemdesign, Tool-Management oder Validierung. Im Ergebnis liegt Österreich im Vergleich zu Deutschland weit zurück. Nachholbedarf herrscht jedoch in beiden Ländern. Bei Normen und Standards, beim Methodeneinsatz, bei der Festlegung der Requirements sowie bei den Skills und dem Know-how der Safety-Verantwortlichen sind große Mankos sichtbar. Besondere Brisanz erhält das Thema durch die 2011 erwartete ISO Norm 26262, die die Umsetzung von funktionaler Sicherheit in der Automobilindustrie reglementieren wird. Mehr als ein Drittel arbeitet laut aktueller Studie nicht nach den entsprechenden Vorgaben.

65 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass es zu wenig gut ausgebildete Safety-Ingenieure gibt. 71 Prozent meinen, dass Mitarbeiter zu wenig Skills im Bereich Requirements-Engineering haben und 41 Prozent im Bereich Safety. Der kombinierende Gesamtblick auf Safety und den Prozess fehlt in den meisten Fällen - es ist selten Systemverständnis vorhanden. Bei 64 Prozent aller Projekte im safety-relevanten Bereich kommt es zu Anforderungsänderungen und 43 Prozent der Projekte werden zeitlich überzogen. Mehr Know-how, Effizienz und Wirtschaftlichkeit sind gefragt.

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