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21.12.2009 Benjamin Schischka*

So sichern Sie Ihre Privatsphäre bei Facebook

Ihr Chef sieht die Fotos von letzter Nacht und Ihr Facebook-Profil taucht bei Google auf - wir verraten, wie Sie die Kontrolle über Ihre Daten behalten.

Im Reiter "Freunde" neben "Startseite" und "Profil" finden Sie unter "Listen" die Option "Freunde". Der dort versteckte Button "Neue Liste erstellen" ist der Schlüssel zum effizienten Schutz Ihrer Privatsphäre, denn alle Freigaben und Sperren lassen sich auch nach Listen vornehmen. Gruppieren Sie Ihre Facebook-Kontakte in frei wählbare Listen wie "Arbeit", "München" oder "Urlaubsbekanntschaften". Einfach Listen-Namen eingeben und die gewünschten Facebook-Freunde auswählen. Kein Problem: Eine Person kann auch in mehreren Facebook-Listen gleichzeitig sein. Für Freigaben gilt dann immer die strengste Gruppen-Einstellung. Ein Arbeitskollege und Freund sieht dann beispielsweise nur das, was Arbeitskollegen sehen dürfen.

So bringen Sie eine Nervensäge zum Schweigen: Wenn jemand ständig Ihre Beiträge mit sinnfreien Sprüchen kommentiert, können Sie ihm die Freundschaft aufkündigen. Weniger drastisch ist das Schloss-Symbol neben dem Button "Teilen". Wenn Sie dort Benutzerdefiniert wählen, können Sie eingeben, welche Personen diesen Beitrag nicht lesen und damit auch nicht kommentieren können. Per Häkchen wird diese Aktion Standard für alle folgenden Facebook-Beiträge.

DAMIT IHR CHEF NICHT DIE FOTOS VON LETZTER NACHT SIEHT Unter "Einstellungen, Privatsphäre, Profilinformationen" legen Sie fest, wer Ihren selbstverfassten Text "Über mich", Ihre Interessen und Lieblingsmusik aus "Persönliches", Ihren Geburtstag, Ihre politische Einstellung, Ihren Familien- und Beziehungsstatus, Ihre Ausbildung und Ihren Beruf sehen darf. Dasselbe gilt für Fotos und Videos, in denen Sie markiert wurden, Ihre Fotoalben, eigene Beiträge und Kommentare und Beiträge von Freunden in Ihrem Profil.

Standardmäßig dürfen Sie die aufgezählten Informationen für "Alle", "Nur Freunde" und "Freunde von Freunden" freigeben. "Alle" bedeutet wirklich alle - selbst über Google sind die Informationen auffindbar. Diese Option kommt nur für Firmenauftritte in Frage. Auch "Freunde von Freunden" empfehlen wir nicht: Den Kreis der Leseberechtigten können Sie mit dieser Option kaum abschätzen. "Nur Freunde" ist weitgehend sinnvoll.

Genauer geht’s über "Benutzerdefiniert": Hier wählen Sie beispielsweise für "Fotos und Videos von mir" die Option "Nur ich", damit niemand die peinlichen Kinderfotos sehen, die Ihre Geschwister in Facebook hochgeladen haben. Wenn nur Ihr Chef die Fotos nicht sehen soll, tippen Sie seinen Namen in das untere Textfeld von "Benutzerdefiniert". Andersrum: Dürfen nur bestimmte Facebook-Freunde eine Information zu Gesicht bekommen, wählen Sie im obersten Drop-Down-Menü "Bestimmte Personen" und tippen Sie die Namen im Feld darunter ein.

Mit den Listen, die Sie mithilfe der Anleitung auf der ersten Seite erstellt haben, geht die Bändigung dieser Informationsmassen viel leichter von der Hand. Tippen Sie in die "Benutzerdefiniert"-Box-Eingabefelder zum Erlauben oder Blockieren einfach den Namen der Liste, statt alle Namen einzeln. Tipp: Rechts oben gibt es einen Vorschau-Button, der das Profil so zeigt, wie es andere sehen.

DAMIT IHR FACEBOOK-PROFIL NICHT BEI GOOGLE AUFTAUCHT Ähnliches wie für die Profilinformationen gilt auch für die Kontaktinformationen. Bestimmen Sie, wer "IM-Nutzername", "Handynummer", "Andere Telefonnummer", "Aktuelle Adresse", "Webseite", "Heimatstadt" und Ihre Mail-Adressen sehen darf. Das funktioniert ebenfalls auch via Listen.

Hier regeln Sie auch, wer Sie als Freund hinzufügen und Nachrichten an Sie schicken darf - zwei der ganz wenigen Einstellungen, bei denen "Alle" sinnvoll ist. Tipp: Rechts oben finden Sie wieder einen Button, mit dem Sie überprüfen können, wie andere Ihr Profil sehen.

Unter "Einstellungen, Privatsphäre, Suchen" bestimmen Sie, wer Sie über Facebook finden darf: "Alle", "Freunde von Freunden" oder nur "Freunde". Die letzte Option ist nur dann sinnvoll, wenn Sie ihren Freundeskreis bei Facebook nicht erweitern wollen. Wer den Haken bei "Öffentliche Suchergebnisse" entfernt, weist Facebook an, das eigene Profil aus den Suchmaschinen wie Google und Bing herauszuhalten.

VERGESSEN SIE NICHT DIE HEIMLICHEN DATENSAMMLER! Mini-Games, Quiz-Spiele und Umfragen stehen bei vielen Facebook-Usern hoch im Kurs. Dass diese Dienste Daten sammeln, wissen die meisten gar nicht. Unter "Einstellungen, Privatsphäre, Anwendungen und Webseiten" weisen Sie die Sammelei in ihre Schranken.

Klicken Sie zuerst auf "Mehr dazu" ganz oben. Anschließend klicken Sie auf den unauffälligen Link "dieser Seite" ganz unten. Auf der folgenden Seite listet Facebook die kürzlich verwendeten Anwendungen auf. Vergessen Sie nicht im Drop-Down-Menü oben rechts auch ältere Anwendungen auszuwählen. Über "Einstellungen bearbeiten" ändern Sie die Privatsphäre-Optionen der Anwendungen.

Auch Facebook-Freunde können Ihre Daten über Anwendungen weitergeben - beispielsweise darf eine Grußkarten-Anwendung auf Ihr Geburtsdatum zugreifen. Klicken Sie auf "Einstellungen bearbeiten", um die Weitergabe einzuschränken. Entfernen Sie alle unerwünschten Häkchen und klicken Sie anschließend auf "Änderungen speichern".

SO VERHINDERN SIE, DASS ALLE WELT VON IHRER TRENNUNG ERFÄHRT Für viele User scheint es verlockend zu sein, Ihre neue Beziehung anderen Usern mitzuteilen. Was sie in diesem Moment aber nicht bedenken: Falls die Beziehung später in die Brüche geht, erfahren das die anderen Facebook-User ebenfalls. Blöde Kommentare und unerwünschte Anmache sind dann keine Seltenheit.

Es gibt zwei Wege das zu verhindern. Erstens: Verkneifen Sie sich schon vorher den Eintrag unter "Beziehungsstatus". Nicht alle wollen sich derart einschränken, deshalb Zweitens: Wechseln Sie in die Privatsphäre-Einstellungen und in "Profilinformationen". Dort geben Sie "Familie und Beziehung" höchstens nur Freunden, besser einer ausgesuchten Liste von engen Freunden frei, indem Sie im Drop-Down-Menü "Benutzerdefiniert" wählen. Wie Sie solche Listen erstellen, verraten wir auf der ersten Seite.

SO VERMEIDEN SIE PEINLICHE EINTRÄGE VON FREUNDEN AUF IHRER PINNWAND Gerade wenn Sie Facebook nicht nur privat, sondern auch für berufliche Kontakte nutzen, sind Sie um einen halbwegs seriösen Auftritt bemüht. Den können Freunde aber unabsichtlich sehr schnell zerstören - etwa mit Einträgen auf Ihrer Pinnwand à la "Geile Party gestern, Alter! Nur das Bier war zu knapp ;-)". Wenn dieser Kommentar noch mit einem passenden Foto garniert ist, ist der Schaden groß.

Unter "Privatsphäre-Einstellungen, Profilinformationen" können Sie das Häkchen bei "Freunden das Schreiben an meine Pinnwand gestatten" entfernen. Damit können nur noch Sie selbst Einträge auf Ihrer Pinnwand vornehmen. Wer es weniger radikal mag, widmet sich dem Drop-Down-Menü "Beiträge von Freunden" unter dem Häkchen. Wählen Sie "Benutzerdefiniert" und schließen Sie am besten eine Liste mit Ihren beruflichen Kontakten aus. Wie Sie Listen erstellen, erfahren Sie auf der ersten Seite.

* Der Autor ist Redakteur der deutschen PC-Welt.

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