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21.01.2010 Rudolf Felser

Rekordgewinne für Cyberkriminelle

Der IT-Sicherheitsexperte Avira prognostiziert vermehrt Angriffe auf die PCs von Privat- und Geschäftsanwendern. Im Fokus der Betrüger steht alles, was sich leicht zu Geld machen lässt.

Anti-Viren-Experte Avira sagt für das Jahr 2010 eine weitere Verschärfung der Bedrohungslage für Computer voraus. Dahinter stecke eine zunehmende Professionalität der Datendiebe, so das Unternehmen in einer Aussendung. So erwartet der IT-Sicherheitsexperte, dass Crime-as-a-Service, also das professionelle Anbieten von illegalen Anwendungen und Computerangriffen als Dienstleistung, massiv zunehmen wird. Kommende Bedrohungen würden daher besonders solche Daten ins Visier nehmen, die Hacker für illegale Zwecke kommerziell nutzen beziehungsweise in Bares umsetzen können. Hierzu zählt etwa das Ausspionieren von Kreditkarten- und Kontodaten oder von Passwörtern zu unterschiedlichsten Internetdiensten. Zudem rücken Avira zufolge besonders Firmengeheimnisse in den Fokus der Cyberkriminellen. Um sich vor den wachsenden Bedrohungen zu schützen, sei eine Kombination aus aktuellem Virenschutz und einem wachsamen Auge des Computernutzers das A und O.

Avira geht davon aus, dass neue Malware-Generationen ausgeklügelter programmiert sein werden, um so lange wie möglich unerkannt zu bleiben und damit maximalen Nutzen für Datendiebe zu bringen. Spam sei verstärkt dort zu erwarten, wo hoher Datenverkehr anfällt und Anwender leicht auf andere Seiten gelockt werden können – über Instant-Messaging-Plattformen wie Skype, ICQ oder Yahoo Chat. Bekannte Scareware wie "Fake AV" (oder "Rogue AV", "Rogue Security Products") wird aggressiver auftreten. Diese Software spielt dem Anwender eine Infektion vor und bietet zur Bekämpfung einen kostenpflichtigen Virenschutz an. Allerdings erwirbt der Verbraucher mit dem Kauf und Download ein funktionsloses Tool, das neben dem finanziellen Betrug letztlich noch weiteren Schaden auf dem Rechner anrichten kann.

Zu den wachsenden Bedrohungen zählen außerdem Drive-By-Downloads: Hierbei werden legal scheinende Banner, die manipuliert sind, auf bekannten Webseiten wie Nachrichtenportalen platziert. Wird ein so präparierter Internetauftritt besucht, besteht die Gefahr, dass sich PCs mit Malware "anstecken". Vermehrt werden auch die auf Social-Media-Netzwerken vielgenutzten verkürzten URLs missbraucht, um die Identität schadhafter Links zu verschleiern. Besonders gefährdet sind stark frequentierte Webseiten wie Facebook, studiVZ oder auch Twitter wegen ihrer stetig wachsenden Nutzerzahl und deren intensiven Kommunikationsverhalten.

GEFAHREN FÜR UNTERNEHMEN Avira erwartet für das Jahr 2010 eine weitere Zunahme organisierter Wirtschafts- und Industriespionage via Internet. So sei ein sprunghafter Anstieg professioneller und gezielter Spionageattacken auf Unternehmensdaten von kriminellen Vereinigungen zu erwarten. Besonders für Klein- und mittelständische Unternehmen prognostiziert Avira in den kommenden Monaten einen starken Anstieg. Viele der Gefahren sind den Antivirenexperten bereits bekannt: Ransomware baut beispielsweise darauf, den kompletten PC zu kapern und die Daten auf der Festplatte zu verschlüsseln. Der Verursacher behauptet, sie gegen Bezahlung wieder freizugeben. Das BSI rät davon ab, solchen Forderungen nachzukommen, da nicht sicher ist, ob nach den Zahlungen die Daten freigegeben werden.

Aus PC-Zombies bestehende Botnetze führen DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) aus und legen durch diese massive Attacken die Systeme von Unternehmen lahm, kommen sie nicht den Forderungen der Erpresser nach. Auch die immer häufiger in einer "Cloud" gespeicherten Daten rücken ins Visier der Datendiebe. Zudem birgt die verstärkte Nutzung mobiler Endgeräte und Mobiltelefone das Risiko von Angriffen und Datenverlust, und muss laut Avira daher "ein zentrales Thema des IT-Riskmanagements bleiben". (pi/rnf)

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