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07.02.2010 PC-Welt*

Lügen im Web: Die schlimmsten Internet-Hoaxes

Vorgetäuschte Kindesentführung über Twitter, Epilepsie-Foren mit blinkenden Bildern zupflastern – wir berichten über die abscheulichsten Streiche (Hoaxes) im Netz.

AMBER-WARNUNGEN AUF TWITTER Das AMBER Warnsystem – ein Kindesentführungs-Warnsystem der USA, das Meldungen über Radio, TV und andere Medien im Notfall schnell verbreitet – wurde eingeführt, als die 9-jährige Amber Hagerman vor 13 Jahren in Arlington, Texas entführt und ermordet wurde. Immer häufiger werden solche Meldungen nun auch über SMS oder Einträgen in Twitter verbreitet.

Im letzten Juli twitterte jemand eine AMBER-Warnung für ein 3-jähriges Mädchen. Twitter-Nutzer verbreiteten die Meldung so schnell und weit sie konnten, damit das entführte Mädchen bald gefunden würde. Doch es stellte sich als falscher Alarm heraus. Im September des gleichen Jahres folgte ein weiterer AMBER-Fehlalarm. Auch wenn wir froh darüber sind, dass in beiden Fällen keine tatsächliche Kindesentführung stattgefunden hat, bleibt doch ein bitterer Beigeschmack des absichtlichen blinden Alarms. Was passiert das nächste Mal, wenn eine echte AMBER-Meldung bekannt gegeben wird? Wird das System mit dem eigentlich guten Hintergedanken der Verteidigung gegen Kindesentführung damit untergraben? Diese Falschmeldung setzt zweifellos neue Maßstäbe in puncto Abscheulichkeiten.

BONSAI-KÄTZCHEN Eine Katze in einem Einmachglas heranwachsen lassen? Schrecklich! (Und zum Glück eine Falschmeldung) Im Jahr 2001 erreichte die Tierschutzorganisation PETA eine erschreckende Nachricht: eine Gruppe von Studenten der Universität Massachusetts hat eine Webseite veröffentlicht, auf der detailliert beschrieben stand, wie man ein Katzenbaby in einem Konservenglas heranwachsen lassen kann – für ästhetische Zwecke.

Diese Webseite enthielt Tipps wie man einen Futter- und Exkrementeschlauch in das Glas einbaut, oder wo genau Atemlöcher zu bohren sind, bevor man das Kätzchen einführt. Selbst eine Galerie mit Bildern der „Bonsai Kitten“ und ein Gästebuch, gefüllt sowohl mit enthusiastischen und hasserfüllten Einträgen, fehlten nicht. Die Webseite war so realistisch aufgemacht, dass sie einen regelrechten Eklat unter Katzenfreunden und Tierrechtlern heraufbeschwor und selbst das FBI die Authentizität der Seite überprüfen ließ. Dabei stellte sich heraus, dass für diese Falschmeldung glücklicherweise keine Katzen zu Schaden gekommen waren.

ÜBERFALL AUF EIN EPILEPSIE-FORUM „Anonymous“, das ist eine Gruppe von Internet-Witzbolden die einer Reihe kleinerer Netz-Delikte beschuldigt wurden: Hochladen pornografischer Videos auf YouTube oder kurzfristige Sperrungen von Scientology-Webseiten zum Beispiel. Doch einige ihrer „Späße“ gingen ein bisschen zu weit. Wie der Überfall auf ein Epilepsie-Forum.

Im März 2008 wurde ein Epilepsie-Hilfsforum der Epilepsy Foundation of America mit Uploads diverser flackernder und blinkender Animationen regelrecht angegriffen. Die englische National Society for Epilepsy war Opfer der gleichen Attacke. Die animierten Bilder – die eindeutig darauf abzielten, Epilepsie-Anfälle und/oder Migräne hervorzurufen – können für Epilepsie-Patienten extrem gefährlich sein. Das FBI ging der Sache nach, konnte jedoch keine direkte Verbindung zur berüchtigten „Anonymous“-Gruppe feststellen, die deswegen heil davon kam. Spekulationen im Netz schreiben den Angriff jetzt der „Internet Hate Machine“, „7chan.org“ oder „eBaum's World“ zu.

BIGFOOTS LEICHNAM Bigfoot lebt – nein, eigentlich ist er tot. Und seine sterblichen Überreste befinden sich in einem Kühlschrank in Georgia. Zumindest behaupteten das die „New York Times“ und andere namhafte Tageszeitungen am 14. August 2008. Kurz zuvor verkündeten zwei Männer aus Georgia, sie hätten den Körper von Bigfoot gefunden und könnten sogar handfeste Beweise liefern: In Form eines Fotos und der DNA des Fabelwesens.

Sie behaupteten sogar, noch drei weitere Bigfoots in den Wäldern gesehen zu haben, als sie den Körper des toten Tieres in ihren Kofferraum luden. Bigfoot-Experte Tom Biscardi, ein unverbesserlicher Befürworter von allem, was mit dem haarigen Waldbewohner zu tun hat, sprach sich ebenfalls für die Wahrheit der Geschichte aus. Leider stellte sich nur wenig später heraus, dass der angebliche Bigfoot-Leichnam nichts weiter als ein altes Zottel-Kostüm in einem alten Kühlschrank gewesen ist. Was für ein Pech, denn ein Mann aus Indiana zahlte für den Stofffetzen kurz zuvor knapp 50.000 Dollar. Jetzt hat der Betrogene die beiden Hochstapler verklagt, in der Hoffnung sein Geld zurück zu bekommen. Unwahrscheinlich, da er ja selbst auf den miesen Trick hereingefallen ist.

DEN WERT VON PI VERÄNDERN Am 1. April 1998 schrieb Mark Boslough einen fiktiven Artikel über einen Gesetzgeber aus Alabama, der die Staatsregierung dazu aufforderte, den Wert der Kreiszahl Pi von 3,14159... auf die „biblische 3“ zu ändern. Boslough nannte seinen Artikel „Regierung von Alabama belagert Pi“. Obwohl der Artikel nur an eine einzige Nachrichtenagentur geschickt wurde, verbreitete sich die Meldung immer weiter und weiter.

Die Regierung Alabamas bekam immer mehr Briefe von empörten Wissenschaftlern und Bürgern, bis die Falschmeldung endlich aufgeklärt wurde. Doch der eigentliche Witz dahinter: Bosloughs Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahre 1897, als im Bundesstaat Indiana der Wert der Zahl Pi auf 3 verändert werden sollte. Glücklicherweise wurde dieser Gesetzesantrag durch den Staatssenat jedoch abgelehnt.

RETTET TOBY! Inspiriert vom „Bonsai Kitten“-Fall, versetzte die Webseite mit dem klangvollen Namen „Save Toby“ abermals Tieraktivisten in Aufruhr. Die Geschichte von „Save Toby“ begann im Frühjahr 2005, als der Webseiten-Betreiber bekannt gab, er habe ein kleines, verwundetes Kaninchen gefunden. Auf den Namen Toby getauft hatte er es wieder zur vollen Gesundheit gehegt und gepflegt. Im gleichen Atemzug jedoch verlangte der Besitzer von Toby von den Besuchern der Webseite eine Geldspende in Höhe von 50.000 Dollar für die aufwändige Pflege des Nagers.

Sollte diese Summe nicht bis zum 30. Juli 2005 auf seinem Konto eingegangen sein, würde er den armen Toby kochen und essen. Die Betreiber betonten, dass es sich dabei nicht um einen Scherz handele und dass Toby definitiv im Kochtopf landen würde, wenn sie ihr gefordertes Geld nicht bekämen. Tierrechtler sprachen von Tierquälerei – und tatsächlich erhielten die Webseiten-Betreiber knapp 24.000 Dollar, bevor Bored.com die Seite aufkaufte und Toby damit das Leben rettete. Ein Kaninchen als Geisel? Wirklich elegant...

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