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01.03.2010 Oliver Weiss

Deutlicher Anstieg der Spam-Belastung

Von den beiden Botnets Grum und Rustock verschickte, unerwünschte Werbemails haben laut MessageLabs Intelligence Report im Februar einen deutlichen Anstieg der Spam-Quote bewirkt.

Symantec hat den MessageLabs Intelligence Report für Februar 2010 vorgelegt. Die aktuellen Analysen zur weltweiten Online-Sicherheit ergaben einen deutlichen Anstieg der Spam-Quote, die gegenüber Januar um 5,5 Prozentpunkte auf nunmehr 89,4 Prozent zulegte. Maßgeblich für diese Entwicklung war ein erhöhtes Aufkommen an unerwünschten Werbe-Mails, die ihren Ausgang in den beiden Botnets Grum und Rustock nahmen.

Während sich der Spam-Ausstoß von Grum im Laufe des vergangenen Jahres stets auf relativ gleichmäßigem Niveau bewegte hatte, nahm er ab dem 5. Februar schlagartig um 51 Prozent zu. Im Zuge dieses akuten Anstiegs erhöhte sich auch der Anteil dieses Botnets an der globalen Spam-Belastung von den üblichen 17 Prozent auf 26 Prozent. Eine zweite auffällige Belastungsspitze ergab sich am 17. Februar, als die Zahl der weltweit verschickten Spam-Mails um 25 Prozent zulegte und ihr Monatshoch erreichte. In diesem Fall lag die Ursache in einer deutlich intensivierten Aktivität von Rustock. Den Erhebungen von MessageLabs Intelligence zufolge standen beide Spam-Wellen im Zusammenhang mit Werbe-Kampagnen der Internet-Apotheke Canadian Pharmacy. Mittlerweile entfallen 65 Prozent aller Spam-Nachrichten auf Reklame für Pharmazeutika.

"Es sei einmal dahingestellt, ob die Hintermänner diesen Spam-Run lediglich schneller abarbeiten wollen oder einfach festgestellt haben, dass er sehr erfolgreich ist. Fakt ist, dass sie im Februar gleich mehrere Botnets eingeschaltet haben, um Spam-Kampagnen zu verbreiten, die von enormen Zahlen verschickter E-Mails geprägt waren", kommentiert Paul Wood, MessageLabs Intelligence Senior Analyst bei Symantec Hosted Services, und führt aus: "Die Aktivitäten dieser einen betrügerischen Organisation waren der Motor, der zuletzt mehrfach für einen sprunghaften Anstieg der Spam-Belastung gesorgt und so auch enormen Einfluss auf die weltweiten Spam-Quoten genommen hat. Ausgehend von den jüngsten Verhaltensmustern beim Spam-Versand lassen sich für die kommenden Wochen weitere derartige Belastungsspitzen prognostizieren."

Botnetze im Vormarsch Während der Februar also einen Anstieg des Spam-Aufkommens brachte, war gleichzeitig die Größe der verschickten Werbe-Botschaften ebenso rückläufig wie die Zahl der Nachrichten, die einen Dateianhang enthielten. Im Laufe des vergangenen Jahres ist der Anteil der Spam-Mails, die mit einem Attachment versehen waren, erheblich gesunken: von 10 Prozent im April 2009 auf weniger als 1 Prozent im Februar 2010. Die durchschnittliche Dateigröße von Spam-Nachrichten verringerte sich derweil von 5 KB im Oktober 2009 auf 3,3 KB im Februar 2010. "Anstatt Bilder direkt als Dateianhang mitzuschicken", so Paul Wood, "ziehen es die Spammer vor, Grafikdateien über einen kostenlosen Hosting-Dienst ins Netz zu stellen. So verringert sich natürlich das durchschnittliche Dateivolumen der Spam-Nachrichten, und über Botnets lassen sich mehr Werbe-Mails pro Minute verbreiten."

Derzeit enthalten lediglich 0,56 Prozent aller per Botnet verschickten Spam-E-Mails einen Dateianhang. Jedoch ist festzustellen, dass einige dieser Netzwerke aus gekaperten Rechnern stärker auf Attachments setzen als andere. Beispielsweise werden 6,2 Prozent der von Cutwail ausgehenden Spam-Nachrichten mit Anhang versendet, und für Xarvester ergibt sich ein Anteil von immerhin 3,1 Prozent. Bei anderen Botnets hingegen enthalten deutlich weniger als ein Prozent der über sie verbreiteten Spam-E-Mails ein Attachment.

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