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24.03.2010 Edmund E. Lindau

Menschliches Versagen

Nicht nur Technologien ändern sich, auch die Szenarien des Datenverlusts. Drei grundlegende Tendenzen machen die Datenrettungsexperten von Kroll Ontrack derzeit aus.

Die Datenmenge bei Datenverlusten wird immer größer: Die Kroll-Ontrack-Techniker konstatieren eine Vervierfachung des geretteten Datenvolumens. So wuchs von 2005 bis 2009 die Zahl der von Kroll Ontrack geretteten Daten von 3,2 Petabyte auf 14 Petabyte. Vor allem kleinere Unternehmen und der SOHO-Bereich häufen immer mehr Daten an.

Zudem zeigen sich die Risiken, die von Technologien wie Virtualisierung und Cloud Computing ausgehen, immer deutlicher: 2009 stieg die Zahl der Datenrettungs-Anfragen in virtualisierten Umgebungen gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent. 87 Prozent davon waren Folgen menschlichen Versagens. Dazu kommt, dass Daten im Notfall immer schneller wiederhergestellt werden müssen. Und: Standard-Lösungen, die sich auf herkömmliche Festplattenfehler beschränken, decken nur noch das untere Ende der Datenverlustskala ab.

CLOUD-UMGEBUNGEN Im Laufe des Jahres 2009 haben sich Cloud-Speicher zu einer interessanten Option für die Speicherung geschäftskritischer Daten entwickelt. Wer auf derartige Internet-basierende Dienste setzt, kommt in den Genuss von IT-Services, ohne an eine bestimmte EDV-Infrastruktur gebunden zu sein. Doch auch solche Technologien basieren weiterhin auf Hardware. Damit sind sie ebenso wenig vor Datenverlusten gefeit wie traditionelle Systeme. So musste unter anderem ein Unternehmen auf die Datenrettungs-Services von Kroll Ontrack zurückgreifen, das die Cloud für das Hosting einer Entwicklungs- und Test-Umgebung einsetzt. Aus Versehen wurde die Verbindung zu einem virtuellen Speichermedium getrennt, während die Administratoren sich in der Cloud-Umgebung bewegten. Das ist so, als würde man bei einer normalen Festplatte im laufenden Betrieb den Stecker ziehen. Nachdem die Verbindung wieder hergestellt war, wies der Windows-Host die besagte Speichereinheit als nicht zugewiesenen Speicher aus, sodass das betroffene Dateisystem nicht mehr verfügbar war. Mit Remote Data Recovery von Kroll über eine geschützte Internetverbindung waren die Daten innerhalb von nur vier Stunden wieder uneingeschränkt verfügbar.

Auch die Zahl der Anfragen zur Datenwiederherstellung aus virtualisierten Systemen nimmt drastisch zu. Ursache sind meistens Anwenderfehler. Konkret ist 2009 die Zahl der Datenrettungs-Anfragen für virtualisierte Umgebungen gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent gestiegen. 87 Prozent dieser Datenverluste waren auf menschliches Versagen zurückzuführen. Das zeigt, wie schwierig es für viele Unternehmen ist, virtuelle Umgebungen zu implementieren, zu managen oder zu migrieren. Bei virtualisierten Umgebungen liegen mehr kritische Informationen auf einem physischen System. Dadurch ist auch der mögliche Schaden durch einen Datenverlust ungleich größer.

VIRTUALISIERTE SYSTEME »Wer virtuelle Speicher nutzt, bewegt sich in einer hochkomplexen Welt. Folglich tragen bei diesem Speicherkonzept auffallend häufig Anwenderfehler die Schuld an Datenverlusten«, erläutert Edmund Hilt, Managing Director bei Kroll Ontrack, und fügt hinzu: »Entscheidend für unsere Kunden ist nicht nur, dass wir solche Datenrettungs-Projekte erfolgreich bewältigen, sondern auch, dass uns dies mit Remote-Techniken und im besten Fall ohne Downtime gelingt. So können wir beschädigte Volumes wieder herstellen, während der Rest des Systems ohne Beeinträchtigung weiter läuft.«

Vor allem kleine Unternehmen und Home Offices sind heute die maßgeblichen Treiber für großes Datenwachstum. Größere Unternehmen und Konzerne gehen im Vergleich zum SOHO-Bereich erheblich selektiver vor, wenn es darum geht, welche Daten archiviert beziehungsweise entsorgt werden.

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