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18.05.2010 Rudolf Felser

F-Secure: 2010 mehr Cyberkriminelle verurteilt

Das Jahr 2010 hat F-Secure zufolge mit "beachtlichen Erfolgen bei der Verhaftung und Verfolgung von Cyberkriminellen in verschiedenen Ländern" begonnen.

Seit 2003 wissen nicht nur Kriminelle aus Malware Profit zu schlagen, mittlerweile schreiben auch vermehrt Hobby-Hacker Schadsoftware, um sich finanziell zu bereichern. Aus der einfachen und teils störenden Online-Plage entwickelte sich innerhalb weniger Jahre eine echte kriminelle Bedrohung mit teils verheerenden Folgen. Die Zahl der Verhaftungen und Verurteilungen der Täter spiegelte sich jedoch im Vergleich nicht wieder – in den seltensten Fällen wurden die Täter festgenommen, die gewünschte Härte der Strafe blieb dabei oft aus. Seit Anfang 2010 hat sich das laut F-Secure geändert.

Mikko Hyppönen, Chief Research Officer bei F-Secure, dazu: "IT-Sicherheitsunternehmen arbeiten mittlerweile sehr eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Sie stellen das von ihnen sichergestellte Material cyberkrimineller Straftaten zur Verfügung, damit diese umgehend weitere Maßnahmen ergreifen können. Es ist ein gutes Gefühl mit anzusehen, dass sich unsere Arbeit positiv auswirkt. Wir hoffen, dass weitere Verhaftungen und Verurteilungen mit harten Sanktionen ein Exempel statuieren und sich so die Art und Weise, wie Computerkriminalität in Angriff genommen wird, auch dauerhaft ändert."

CYBERCRIME ZAHLT SICH NICHT AUS In einem aufsehenerregenden Fall im März dieses Jahres erhielt Alfredo Gonzales eine 20-jährige Haftstrafe und die damit härteste Strafe, die jemals von einem Gericht in einem Fall von Cyber-Kriminalität ausgesprochen wurde. Gonzales, Drahtzieher und Anführer einer kriminellen Gruppierung, verschaffte sich illegalen Zugang zu Millionen von Kreditkarten-Datensätzen von TJ Maxx und weiteren US-Einzelhändlern. Über deren drahtlose Netzwerke hackten sich Gonzales und seine Mitglieder in die Authentifizierungs-Systeme der Registerkassen ein. Die Folge: Millionen von Kreditkarten mussten erneut ausgegeben werden, den Unternehmen entstand daraus ein Schaden in Millionenhöhe.

Weiterer prominente Fälle dieses Jahres: Renu Subramaniam, auch bekannt als JiLsi und Mitglied des illegalen Hackerforum Darkmarket, wurde in England zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ortswechsel: In Estland sprach ein Gericht Artur Boiko schuldig. Boiko, der sich als Autor der Allaple-Viren – ein sehr komplexer Wurm mit polymorpher Verschlüsselungstechnik – einen Namen machte, bekam eine Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten. Darüber hinaus wurden in Rumänien über 70 Mitglieder einer Phishing-Bande dank der engen Zusammenarbeit mit den russischen Behörden verhaftet. Russland galt lange Zeit als sicherer Hafen für Cyber-Kriminelle, so dass diese Entwicklung nun in vielerlei Hinsicht als ermutigend gesehen werden kann.

"Online Kriminalität ist schon lange kein risikoloses Geschäft mehr. Zwar muss immer wieder von Fall zu Fall unterschieden und auch das Ausmaß der Schäden berücksichtigt werden, eine kriminelle Straftat bleibt es aber trotzdem. Es war daher nur noch eine Frage der Zeit, wann es zu Strafverfolgungen und Verhaftungen kommt. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Medien weiter über erfolgreiche Verhaftungen und Verurteilungen von Cyberkriminellen berichten werden. Online-Kriminalität zahlt sich eben nicht aus", schließt Hypponen den ersten Teil des F-Secure Labs Datensicherheitsreports ab.

Eine Zusammenfassung der Ereignisse für die ersten Monate des Jahres einschließlich der Videos "Mobile Phone Security", "Crime and Punishment" und "Targeted Attacks and Operation Aurora" finden Sie unter www.youtube.com/FSecureNews. (pi/rnf)

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