10 Internet-Gefahren: Die schlimmsten Virentricks, Fallen & Co. Detail - Computerwelt

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17.06.2010 Arne Arnold*

10 Internet-Gefahren: Die schlimmsten Virentricks, Fallen & Co.

Von raffiniert getarnten Viren-Links über SMS-Abzocke bei Browser-Spielen bis zu unerwarteten Markenrechtsverletzungen: Diese 10 Internet-Gefahren sollten Sie unbedingt kennen – und sich wirksam dagegen schützen.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger: Kriminelle versuchen, im Internet an Ihren PC, Ihre Daten und Ihr Geld zu kommen. Dafür nutzen sie Viren und andere Schädlinge, die sie über Sicherheitslücken in Windows einschleusen wollen. Und solche gibt’s viele: In den vergangenen sechs Jahren hat Microsoft an seinen Patch Days insgesamt 750 Löcher gestopft. Doch nicht jedes war wirklich eine Gefahr für den PC. Zudem verlegen sich die Kriminellen mehr und mehr auf Betrügereien, die auch ohne Software-Lücken funktionieren. Wir haben die 10 schlimmsten Gefahren und Abzocken im Internet zusammengestellt. Lesen Sie, worauf Sie achten müssen und wie Sie sich schützen.

GEFAHR 1: NEUER ERPRESSER-VIRUS SPERRT SIE AUS WINDOWS AUS Abzocke: Ein neuer Schädling hat es auf Nutzer von XP abgesehen. Ist er auf einem solchen System aktiv geworden, ändert er das Kennwort für die Windows-Anmeldung. Beim nächsten Neustart können Sie sich nicht mehr anmelden, da Ihr altes Passwort ungültig wurde. Windows zeigt aber auf dem üblichen Log-in-Bildschirm zusätzlich eine gebührenpflichtige Telefonnummer an, unter der man das Passwort angesagt bekommt. Der besonders perfide Trick der Virusprogrammierer: Die Anzeige und auch die Ansage der Telefonnummer sind als Service von Microsoft für mehr Sicherheit des Systems getarnt. So schützen Sie sich: Bislang ist dieser Erpresser-Virus nur in Russland aufgetaucht. Solche Schädlinge können Sie mit einer aktuellen Antiviren-Software abwehren.

GEFAHR 2: GEMEINE ABO-FALLE FÜR FREEWARE-DOWNLOAD Sie suchen ein bestimmtes Programm, am besten sollte es kostenlos sein. Die Suchmaschine hat Sie auf eine professionell gestaltete Download-Site geschickt, etwa Win-loads.net. Dort gibt’s was Passendes, sogar als Freeware. Vor dem Download sollen Sie sich aber registrieren. Achtung: Wer seine Daten auf einer dieser Sites einträgt, schließt ein Abo von 8 Euro pro Monat ab, mit einer Laufzeit von 2 Jahren – insgesamt sind das 192 Euro für Software, die Sie überall sonst kostenlos bekommen. Über den Abovertrag werden Sie nur im Kleingedruckten am Rand der Seite informiert. Ähnlich wie Win-loads.net funktionieren die Sites Mega-Downloads.net, Opendownload.de und P2P-Archiv.net. So schützen Sie sich: Tragen Sie Ihre persönlichen Daten grundsätzlich nur auf Web-Seiten ein, die einen guten Grund für die Eingabe bieten und eine echte Gegenleistung dafür erbringen. Nutzen Sie einen Website-Filter wie WOT. Sind Sie bereits Opfer solcher Sites geworden, hilft der Verbraucherschutz weiter und erklärt, wie Sie sich wehren.

GEFAHR 3: TRICKBETRUG ÜBER SOZIALE NETZWERKE Anwender, die sich häufig in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing aufhalten und dort die Chat- oder Mailsysteme nutzen, sollten sich vor diesem Trick in Acht nehmen: Ein Freund oder ein guter Bekannter chattet Sie innerhalb Ihres sozialen Netzwerks an und ist völlig verzweifelt. Er schreibt Ihnen, dass er sich gerade im Ausland an einem Flughafen befinde und gerade überfallen und ausgeraubt wurde. Sein Geld, seine Papiere, sein Handy – alles weg. Ins Internet könne er nur, weil am Flughafen ein kostenloser Surf-PC steht. Er bittet Sie, ihm 350 Euro für ein Ticket nach Haus als Bargeldanweisung per Western Union zu schicken. Wer würde hier nicht helfen? So läuft der Trick: Tatsächlich hat sich ein Betrüger per Virus die Zugangsdaten zu einem Profil etwa in Facebook gestohlen. Der Kriminelle loggt sich dann in das Profil ein und chattet einen der dort hinterlegten Kontakte an. Etliche Infos zur gestohlenen Identität und zur Person, die der Betrüger anchattet, bekommt er durch die Facebook-Profile automatisch geliefert. So kann er oft sehr überzeugend schreiben. Und selbst wenn der Inhalt oder der Stil ungewohnt klingt, lässt sich das mit dem Schock durch den Überfall erklären. So schützen Sie sich: Auch wenn Ihr Freund sagt, das Handy sei gestohlen, sollten Sie versuchen, ihn anzurufen. Wenn er abhebt, haben Sie den Schwindel schon auffliegen lassen. Geht er nicht ans Handy oder ans Telefon zu Hause, stellen Sie ihm per Chat Fragen, die er nur beantworten kann, wenn er mehr über Sie weiß, als in Ihrem Facebook-Profil steht. Ein echter Freund oder Bekannter wird für diese Maßnahme Verständnis haben.

GEFAHR 4: SMS-ABZOCKE BEI BROWSER-SPIELEN Browser-Spiele mit SMS-Abzocke sind vor allem für Kinder und Jugendliche gefährlich, es erwischt aber auch spielbegeisterte Erwachsene. Dabei sind die Spiele im Web eigentlich gratis. Doch wer im Spiel schneller vorankommen will, benötigt eine Sonderausstattung – und die kostet Geld. Bei Fantasy-Spielen hat man etwa einen Vorteil, wenn man einen Tapferkeitsumhang, ein magisches Hufeisen oder ein besonderes Schwert besitzt. Bei Autorennen lassen sich Turbolader, Rennreifen oder Chip-Tuner erwerben. Kaufenkann man diese Utensilien gegen ein Guthaben, das sich per SMS-Anruf aufladen lässt. Eine SMS kostet gerne 4,99 Euro. Bis zu 2500 Euro bezahlt: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) prangert mehrere solcher Browser-Spiele an, da sie die Kinder dazu verleiten, hohe Summen dafür auszugeben. In extremen Fällen sind Rechnungen von bis zu 2500 Euro entstanden. Die Beträge summieren sich zunächst unbemerkt, da bis zur nächsten Handy-Rechnung bis zu vier Wochen vergehen können. Die Verbraucherzentrale NRW kritisiert mehrere Sites. Beispielsweise führt sie die Spiele auf www.de.bigpoint.com an. So schützen Sie sich: Eltern sollten grundsätzlich die Computernutzung ihrer Kinder im Blick behalten und einen ans Alter angepassten Zugang zu Handys mit einem entsprechenden Prepaid- oder einem gedeckelten Tarif.

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