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03.08.2010 Tony Bradley*

Unerkannt im WWW: So verwischen Sie Ihre digitalen Spuren

Passwörter und persönliche Details geben wir im Netz immer wieder preis. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben, Ihre Spuren wieder zu verwischen.

DER VIRTUELLE FINGERABDRUCK Das Internet vergisst nie. Suchmaschinen horten jede noch so kleine, verfügbare Information im Web; und sobald ein Fetzen Information online geht, ist es nahezu sicher, dass irgendwo auf irgendeinem Server davon ein digitales Echo entsteht. Tagtäglich besuchen Internetnutzer Webseiten und erstellen Profile, oft auch auf Seiten, die sie vielleicht nie wieder besuchen werden. So landen sensible Daten und persönliche Details im öffentlich zugänglichen Bereich - katalogisiert, indiziert und nur eine schnelle Google-Suche weit weg. Wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Daten für jedermann ersichtlich sind, sollten Sie etwas dagegen tun und Ihre digitalen Spuren so gut es geht verwischen. Wir zeigen Ihnen wie.

PROBLEMFALL: NUTZERBESTIMMUNGEN UND DATENSCHUTZERKLÄRUNGEN Zum Glück müssen Internetnutzer nicht darauf vertrauen, dass mit ihren eingegebenen Daten kein Schundluder getrieben wird. Denn die meisten Webseiten besitzen Nutzerbestimmungen und Datenschutzerklärungen, in denen genau festgelegt ist, was die jeweilige Firma oder Entität mit Ihren sensitiven und privaten Daten anstellen darf. Etwa eine halbe Milliarde Menschen sind Mitglieder von Facebook; die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass auch Sie dazu gehören. Aber haben Sie schon mal einen Blick in die Datenschutzrichtlinien geworfen? Wenn Sie zur breiten Masse der Otto-Normal-Facebook-Nutzer gehören, dann lautet die Antwort: nein. In diesem Fall sind Sie wahrscheinlich nur vage oder sogar gar nicht darüber im Bilde, auf welch vielfältige Art und Weise Facebook Ihre Daten mit Drittanbietern teilen darf.

Einige Ihrer im Netz angegebenen Informationen gehören schon von vornherein zum öffentlichen Bereich - darunter Name, Adresse, Kriminalakte und mehr. Diese Details waren schon vor Erfindung des Internets öffentlich zugänglich, die Web-Technologie hat den Zugriff darauf nur einfacher und bequemer gemacht. Die Antwort auf eine Frage, die zuvor nur durch stundenlanges Aktenwälzen zu finden war, spuckt Google nun innerhalb von Sekunden aus. Die meisten Webseiten gehen offen mit ihren Datenschutzrichtlinien um. Das Problem ist nur, dass die wenigsten Nutzer sich auch die Zeit nehmen, sie zu lesen. Stattdessen werden die Bestimmung mit einem einzigen Mausklick akzeptiert, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden. Kein Wunder also, dass die Leute überrascht sind, wenn sie herausfinden, dass alle Welt auf ihre Daten zugreifen kann.

Haben Sie schon mal versucht, nach sich selbst zu googeln? Also nach Ihrem Namen beispielsweise? Neben der Datenkrake Google gibt es sogar Seiten, die sich auf das Sammeln von privaten Daten spezialisiert haben, zum Beispiel WhitePages.com, BeenVerified.com, PublicRecords.com und Yasni.de. Eine schnelle Suche nach Ihrem Namen auf WhitePages.com kann innerhalb von Sekunden Ihre Adresse, Ihre Telefonnummer, Ihr Alter und sogar die Namen derer zu Tage fördern, die mit Ihnen im gleichen Haushalt leben oder mit Ihnen verwandt sind.

WEM GEHÖREN IHRE DATEN? Die grundlegende Frage - meint zumindest Linda Criddle, Präsidentin der Safe Internet Alliance - ist doch, wem Ihre Informationen überhaupt gehören. "Wir müssen dahingehend umdenken, dass Kunden- oder Personendaten nun mal den Kunden und Personen selbst gehören. Was auch immer ich mit einer bestimmten Webseite teilen möchte, obliegt einzig meiner Verantwortung. Und ich muss die Möglichkeit haben, diese Freigabe wieder rückgängig zu machen", sagt Criddle. Doch selbst, wenn dieses Umdenken bereits stattgefunden hätte, bleibt die Frage: Wie entferne ich meine Daten aus dem Netz, die durch soziale Netzwerke oder Partner-Webseiten wahrscheinlich schon über den halben Globus verteilt wurden? Fest steht: Sie können Ihre digitalen Spuren nicht restlos verwischen. Aber Sie haben zumindest einige Möglichkeiten, sie teilweise zu entfernen und auf Ihr Recht auf Datenschutz zu bestehen. Das Erste, was Sie tun sollten, ist, die Webseiten, die Sie regelmäßig besuchen, und die Profile, die Sie angelegt haben, im Auge zu behalten. Entfernen Sie gegebenenfalls Profile, die Sie nicht länger benutzen.

FACEBOOK- UND GOOGLE-DATEN Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat erst kürzlich wieder die Vernünftigkeit der Nutzererwartung in Frage gestellt, auch im Netz über Privatsphäre zu verfügen. Wenn Sie nicht damit einverstanden sind, wie Facebook mit Ihren Daten und deren Schutz umgeht, löschen Sie lieber Ihren Facebook-Account. Die Datenschutzrichtlinien des sozialen Netzwerkes weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass selbst mit dem Löschen Ihres Nutzerkontos einige Ihrer Daten zurückbleiben. Nach Angaben der Richtlinien sind alle Drittanbieter, denen Sie zur Zeit Ihrer Facebook-Aktivität Zugang zu Ihren Daten gewährt haben, auch weiterhin befugt, diese zurückgebliebenen Informationen zu verwenden.

Trotzdem sind Sie nicht völlig unmündig. Tools wie das Google Dashboard verschaffen Ihnen den Einblick in die Angaben, die Sie bei verschiedenen Google-Diensten gemacht haben und erlauben auch das Verändern oder Löschen dieser Daten. Über das Google Dashboard springen Sie auch gleich zu Ihren diversen Profilen und können bei unterschiedlichen Services die Privatsphäre-Einstellungen anpassen. Google bietet Ihnen auch an, bestimmte Suchergebnisse, die Ihre Daten betreffen, aus der Suchergebnisliste zu streichen und eventuelle Copyrightverletzungen zu melden.

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