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04.08.2010 Alex Wolschann/apa

Blackberry unter Druck - Staaten wollen mitlesen

Der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion steht in mehreren Ländern unter Druck, den Datenverkehr seines Smartphones stärker kontrollieren zu lassen. Ein Überblick.

Der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) steht in mehreren Ländern unter Druck, den Datenverkehr seines Smartphones stärker kontrollieren zu lassen. Anders als die übrigen Handy-Firmen lässt RIM seine Datenströme nicht über die Server eines lokalen Telefonanbieters laufen, sondern über eigene Rechenzentren in Kanada und Großbritannien.

Im folgenden ein Überblick über den Stand der Diskussion in den verschiedenen Staaten:

INDIEN: Einem Zeitungsbericht vom Dienstag zufolge ist RIM bereit, indischen Sicherheitsdiensten eine Überwachung des Datenverkehrs zu gewähren. Demnach sagte der Hersteller zu, die technischen Details für Firmenmails und binnen zwei Wochen Zugang zu Privatkunden-Daten zu gewähren. Die indische Regierung vermutet, dass der Anschlag in Bombay, bei dem vor zwei Jahren 116 Menschen getötet wurden, über Blackberrys geplant wurde.

CHINA: Der Markteintritt RIMs hat sich um zwei Jahre verzögert, weil die Regierung in Peking Sicherheitsbedenken hat. Als die Geräte ab 2008 verfügbar waren, fanden sie nur wenige Abnehmer. China beschränkt den Zugang ausländischer Firmen zu seinen Telekommunikationsnetzen und kontrolliert den Informationsfluss in der Gesellschaft.

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE: Die Emirate wollen die Internet-basierten Dienste des Blackberry ab Oktober sperren und begründen dies mit Sicherheitsbedenken, da die Daten direkt ins Ausland übermittelt würden. Nach Angaben der Emirate verhandelt die Regierung mit RIM seit drei Jahren ergebnislos über die kritischen Punkte. Im vergangenen Jahr hat die staatliche Telekomfirma Etisalat nach RIM-Angaben versucht, Spionagesoftware auf den Handys zu installieren.

SAUDI-ARABIEN: In dem Königreich soll ab Freitag der Messenger-Dienst des Blackberry gesperrt werden. Der Dienst ist besonders bei Jugendlichen beliebt: Er ist in dem konservativen islamischen Land für viele die einzige Möglichkeit, zu flirten und Kontakt zum anderen Geschlecht aufzunehmen.

KUWAIT: Kuwait will dem Beispiel der anderen arabischen Staaten nicht folgen. Einem Zeitungsbericht zufolge soll aber der Blackberry Zugang zu 3.000 Pornoseiten gekappt werden. RIM habe dazu bereits eingewilligt, heißt es.

USA: US-Präsident Barack Obama musste hart darum kämpfen, seinen heiß geliebten Blackberry mit ins Oval Office zu nehmen. Allerdings liegt das an den besonderen Sicherheitsanforderungen für US-Präsidenten: Baracks Vorgänger George Bush verzichtete deswegen während seiner Amtszeit ganz auf E-Mails.

GROßBRITANNIEN: Auf der Insel gelten Blackberrys als so sicher, dass auch sicherheitsrelevante Geheiminformationen über die Geräte versandt werden dürfen - sogar solche Informationen, deren Bekanntwerden Militäreinsätze in Schwierigkeiten bringen könnten. Großbritannien ist allerdings neben Kanada das einzige Land, in dem RIM ein Rechenzentrum unterhält. Computerexperten schließen nicht aus, dass in diesen beiden Ländern grundsätzlich ein Zugriff auf die Daten möglich ist.

FRANKREICH: Präsident Nicolas Sarkozy und seine Minister müssen seit 2007 auf Blackberrys verzichten: Ein Sicherheitsdienst befürchtet, dass möglicherweise Geheimdienste mitlesen können, weil die Server in Kanada und Großbritannien angesiedelt sind.

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