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09.09.2010 Edmund E. Lindau

Schadcode-Rekordniveau

Soziale Netzwerke im Internet wie Facebook oder Xing rücken verstärkt in das Fadenkreuz Cyberkrimineller. Aufgrund der hohen Nutzerzahlen sind diese ein besonders lohnendes Angriffsziel.

Generell beobachtet G Data in diesem Jahr eine immense Steigerung von Schadcode: Die Anzahl neuer Computerschädlinge hat mit 1.017.208 Schadprogrammen im ersten Halbjahr 2010 bereits einen neuen Rekord aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um 50 Prozent. »Die aktuellen Zahlen sind besorgniserregend. Im vergangenen halben Jahr hat die Malware-Industrie pro Minute fast vier neue Schädlinge veröffentlicht. Wir erwarten daher, dass im zweiten Halbjahr die zwei-Millionen-Grenze deutlich überschritten wird«, erläutert Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs. »Angreifer haben verstärkt Soziale Netzwerke und deren Mitglieder im Blickfeld. Aufgrund der hohen Nutzerzahlen sind diese ein besonders lohnendes Angriffsziel. Sicherheitslecks und Datenpannen, durch die verschiedene Plattformen in der Vergangenheit auffielen, machen es Kriminellen immer wieder leicht.«

SCHADCODE FÜR WINDOWS AUF PLATZ EINS Windows-Nutzer sind besonders gefährdet: 99,4 Prozent der neuen Schadprogramme sind für das Microsoft-Betriebssystem geschrieben. Der restliche Anteil wird von Systemen abgedeckt, die u.a. auf Unix basieren oder Java-Technologie enthalten. Mit 1.017.208 neuen Schädlingen zählten die G Data Experten für das erste Halbjahr 2010 mehr neue Computerschädlinge, als jemals in einem vergleichbaren Zeitraum zuvor. Nach wie vor dominieren Trojaner die Top 5 der Malware-Kategorien mit einem Anteil von 42,6 Prozent. Besonders auffällig sind hier gefälschte Antiviren-Programme und Erpressersoftware. Schadprogramme wie Downloader und Dropper behaupten den zweiten Rang mit einem konstanten Anteil von 20,3 Prozent. In den letzten sechs Monaten sind besonders viele neue Spyware-Varianten erschienen, so dass 12,8 Prozent der neuen Schadcode-Varianten beispielsweise durch Banking-Trojaner oder Keylogger entstanden sind.

Der Spyware-Anteil ist von allen Malware-Kategorien am stärksten gewachsen. Mit den Spionageprogrammen sind Angreifer z. B. in der Lage Zugangsdaten für Soziale Netzwerke zu stehlen. Hingegen ist der Anteil von Backdoors ist im Vergleich zum letzten Halbjahr 2009 gesunken und kommt mit 12 Prozent auf den vierten Platz.

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