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Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


23.09.2010 Michaela Holy/apa

Freiwillige Feuerwehr für IT-Sicherheitsnotfälle

Nach dem Beginn ihrer Arbeit im März 2008 haben die österreichischen "Computer Emergency Response Teams" (CERT) ihren ersten Zwischenbericht vorgelegt, der künftig jährlich erscheinen soll.

Bei der "IKT-Feuerwehr" handelt es sich um ein Team österreichweiter Experten. Diese sind auf einer Liste zusammengefasst und werden im Notfall aktiviert, erklärte Roland Ledinger vom Bundeskanzleramt (BKA). "Jeder schickt die Leute, die er zur Verfügung hat und die abkömmlich sind." Dank dieser Kräftebündelung könnten die Problembehebung beschleunigt und schwerwiegende Folgen verhindert werden - wie beispielsweise eine Blockade bei Passausstellungen für zwei Wochen, zu der "Conficker" 2009 in Kärnten geführt hatte.

Laut CERT.at-Leiter Robert Schischka (Bild) zählt Österreich bei der Domain-Sicherheit zu den führenden Ländern. "Die größte Schwachstelle ist immer noch der leichtsinnige Nutzer", betonte er. Als Ziel stünden derzeit vor allem soziale Netzwerke sehr hoch im Kurs. Auch alt bekannte Probleme plagen die Österreicher, die nach wir vor rund 12.000 mit "Conficker" infizierte Computer benützen.

Statt dem Hacker, der aus purem Ego heraus agiere, existiere heute hauptsächlich arbeitsteilige PC-Kriminalität, ortete Schischka eine Professionalisierung bei den Attacken. Vorbereitet und durchgeführt würden Angriffe meist von unterschiedlichen Personen. Kriminelle verkaufen neu erstellte Schadprogramme mittlerweile auch via Börsen.

Für Unternehmen sei die gravierendste Folge eines kriminellen IKT-Angriffs die Veränderung von Daten, so dass deren Echtheit und Zuverlässigkeit nicht mehr überprüfbar sei, meinte Schischka. Dies sei noch schlimmer als die Veröffentlichung oder der Verlust von Daten. Eine Bedrohung stellen solche Szenarien besonders für die österreichische Verwaltung dar, die laut Ledinger mittlerweile jährlich eine Million Akten produziert, die es nur mehr digital und ohne Backup in Papierform gibt. Um kriminelle Attacken und deren Folgen zu verhindern, fungiert die CERT-Kooperation als Informations-Drehscheibe, die für einen internationalen und branchenübergreifenden Informationsaustausch bei neu auftauchenden und bestehenden Problemen sorgt.

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