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01.10.2010 Hermann Apfelböck*

In 5 Schritten zum sicheren USB-Stick

USB-Sticks sind schön klein – und gehen gerne mal verloren. Und dann hat ihn ein Fremder. So sorgen Sie vor, dass der nicht auch noch den Inhalt lesen kann.

Es ist fast ein Muss, den Inhalt von USB-Sticks zu verschlüsseln. Wenn Sie auf dem kleinen Speicher persönliche Informationen transportieren, sollten Sie die folgende Anleitung unbedingt berücksichtigen. Mithilfe des kostenlosen Verschlüsselungsprogramms Truecrypt sind Ihre Daten sicher verwahrt und trotzdem komfortabel zugänglich.

Schritt 1: Truecrypt auf dem USB-Stick installieren Die aktuelle Version von Truecrypt gibts bei PC-WELT kostenlos. Das Installationsprogramm ist englischsprachig, die Software selbst können Sie später auf Deutsch umstellen (siehe unten). Das Installationsprogramm kennt zwei Varianten: „Install“ und „Extract“. Mit „Install“ richten Sie die Software auf Ihrem Windows-PC ein. Doch wenn Sie mit dem USB-Stick unterwegs sind und Ihre verschlüsselten Daten auf einem fremden PC nutzen wollen, hilft Ihnen das nichts. Wählen Sie deshalb die Option „Extract“, und klicken Sie dann auf „Next“. Die nachfolgende Warnung quittieren Sie mit „Ja“. Im folgenden Fenster geben Sie den Zielordner an. Am besten nennen Sie schon hier als Ziel das gewünschte externe Laufwerk, also Ihren USB-Stick. Extrahieren Sie Truecrypt in den Ordner „X:TrueCrypt“ („X:“ als Beispiel für den Laufwerksbuchstaben Ihres Speichersticks). Damit ist das Programm auf dem Stick auf jedem Windows-PC lauffähig. Truecrypt auf Deutsch nutzen: Truecrypt spricht Deutsch, wenn Sie das Archiv „Langpack-de“ in das Programmverzeichnis entpacken. Sobald die im Archiv enthaltene Datei „Language.de.xml“ in diesem Ordner liegt, wird die Menüführung beim nächsten Truecrypt-Start automatisch deutschsprachig. Truecrypt zusätzlich auf einem PC installieren: Mit der „Install“-Option sollten Sie Truecrypt zusätzlich auf Ihrem Büro-PC und dem Computer zu Hause installieren. Warum? Weil die „Extract“-Methode einen kleinen Komfortnachteil mitbringt: Das Verschlüsselungsprogramm muss bei jedem Aufruf seinen Treiber laden, und dafür braucht es Administratorrechte. Unter Windows Vista und 7 schlägt deshalb jedes Mal die Warnmeldung der Benutzerkontensteuerung an, die Sie mit „Ja“ bestätigen müssen. Ist Truecrypt jedoch auf einem Computer installiert, wird der Treiber von Windows automatisch geladen, und die Warnmeldung entfällt. Achten Sie bei der zusätzlichen Installation auf Festplatte darauf, die genau gleiche Truecrypt-Version wie auf dem Stick zu verwenden.

Schritt 2: Daten-Container auf dem USB-Stick anlegen Truecrypt ist jetzt auf dem Stick installiert. Starten Sie von dort das Programm „TrueCrypt Format.exe“. Klicken Sie sich mit „Weiter“ durch die nun folgenden Dialoge des Assistenten, wobei Sie folgende Optionen verwenden: „Einen verschlüsselten Daten-Container erstellen, Standard True Crypt-Volume, Datei, AES, Größe“. Für „Datei“ wählen Sie einen beliebigen Dateinamen im Hauptverzeichnis Ihres Sticks – beispielsweise „Data“. In dieser Sammeldatei, dem so genannten „Container“, werden später Ihre Dateien gespeichert. Der Name und die Erweiterung spielen für Truecrypt keine Rolle. Die Erweiterung kann auch – wie hier im Beispiel – komplett fehlen. Als „Größe“ setzen Sie einen angemessenen Wert in MB oder GB fest, der die Speicherkapazität des Sticks nicht überschreitet. Wenn absehbar ist, dass die Menge der schützenswerten Daten auch langfristig nur 200 MB, 500 MB oder 1 GB betragen wird, nehmen Sie einen entsprechend passenden Wert. Den unverschlüsselten Rest des USB-Sticks können Sie ganz normal nutzen. Anschließend müssen Sie sich entscheiden, wie Sie auf Ihre verschlüsselten Daten zugreifen wollen: über ein Kennwort, eine Schlüsseldatei oder beide Zugangsmethoden gleichzeitig. Beim Einsatz einer Schlüsseldatei können Sie den Truecrypt-Container des USB-Sticks nur noch auf PCs öffnen, die diese Schlüsseldatei enthalten, also etwa auf Ihrem Computer zu Hause und im Büro. Wenn Sie die verschlüsselten Daten uneingeschränkt mobil nutzen wollen, wählen Sie die einfachste Variante: Sie vergeben ein Kennwort, wiederholen es im Feld „Bestätigung“ und klicken mit „Weiter“ zum nächs-ten Fenster. Dort bewegen Sie den Mauszeiger einige Sekunden und wählen dann „Formatieren“. Nach der Meldung „Truecrypt-Volume [...] erfolgreich erstellt“ schließen Sie den Assistenten mit einem Klick auf „Beenden“. Alle Optionen, die hier nicht ausdrücklich angesprochen wurden, können Sie unverändert so lassen, wie Truecrypt sie standardmäßig anbietet. Wie Sie Schlüsseldateien ohne die hier genannten Einschränkungen verwenden können, erfahren Sie in Schritt 5.

Schritt 3: Truecrypt-Container mit Daten füllen Das Einbinden der Container-Datei läuft später automatisch ab (Schritt 4). Nur dieses erste Mal und zu dem Zweck, den Container mit Daten zu befüllen, müssen Sie ihn manuell einbinden: Starten Sie dazu das Programm Truecrypt.exe auf Ihrem USB-Stick. Markieren Sie oben in der Laufwerksliste einen beliebigen freien Laufwerksbuchstaben. Danach klicken Sie auf „Datei“, wählen die in Schritt 2 erstellte Container-Datei aus (im Beispiel „Data“ genannt) und klicken auf „Einbinden“. Je nach Schlüsselmethode tippen Sie das Kennwort ein oder geben den Dateipfad zur Schlüsseldatei über die Schaltfläche „Schlüsseldateien“ an. Danach finden Sie im Windows-Explorer ein neues und leeres Laufwerk. Legen Sie hier (als Vorbereitung für Schritt 4) im Hauptverzeichnis eine Textdatei mit dem Namen „Loaded.txt“ an. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste in das leere Laufwerksfenster. Wählen Sie im Menü die Option „Neu, Textdokument“, und tippen Sie als Dateinamen Loaded ein. Kopieren Sie dann alle gewünschten Ordner und Dateien auf das neu erstellte Laufwerk. Nach Abschluss der Kopieraktion verwenden Sie im Hauptfenster von Truecrypt die Schaltfläche „Trennen“, um das Laufwerk wieder abzumelden.

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