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11.10.2010 pte/Oliver Weiss

Indien: Eigenes Betriebssystem für mehr Sicherheit

Der indische Staat will seine Computersysteme besser absichern und setzt dazu auf ein eigenes Betriebssystem. Das soll sich allein dadurch lohnen, dass das Land selbst Entwicklung und Quellcode kontrolliert. Damit wäre die Systemarchitektur ausländischen Hackern unbekannt.

Der indische Staat will seine Computersysteme besser absichern und setzt dazu auf ein eigenes Betriebssystem. In zwei Forschungszentren der Defence Research & Development Organisation (DRDO) sollen zunächst 50 Informatiker an der Entwicklung arbeiten, berichtet The Hindu. "Ein eigenes Betriebssystem wird uns helfen, Hackerangriffe auf unsere Systeme zu verhindern", sagt V.K. Saraswat, wissenschaftlicher Berater des indischen Verteidigungsministeriums. Damit soll nicht zuletzt Datenspionage vorgebeugt werden.

Indien ist ein Staat, der bekanntermaßen schon mit ausgefeilter Cyberspionage konfrontiert war. Ein umfassender Schutz vor solchen Angriffen ist laut Saraswat nur mit einem hausgemachten Betriebssystem möglich. "Dann kontrollieren wir der Quellcode und das hilft uns, unsere Systeme abzusichern", so der DRDO-Generaldirektor. Denn bislang ist Indien von Betriebssystementwicklungen aus westlichen Nationen abhängig, was sich durch den Eigenbau ändern soll.

An dem Projekt arbeiten DRDO-Forscher an den Standorten Bangalore und Neu Delhi in Zusammenarbeit mit indischen Universitäten und Unternehmen zusammen, so Saraswat. Dazu, welche Kosten durch die Entwicklung des Betriebssystems auf Indien zukommen, macht er aber ebenso keine Angaben wie zu Zeitplänen. Dabei ist der Programmieraufwand wohl enorm. Zum Vergleich: Das 1984 gestartete Betriebssystemprojekt Gnu www.gnu.org ist zwar eine wichtige Basis heutiger Linux-Systeme. In seiner ursprünglichen Form mit dem Kernel Hurd blieb Gnu aber bis heute unvollendet.

Das neue Betriebssystem soll sich für Indien schon allein dadurch lohnen, dass das Land selbst Entwicklung und Quellcode kontrolliert. Damit wäre die Systemarchitektur ausländischen Hackern unbekannt. Prinzipiell ist zudem denkbar, dass das System tatsächlich sicherer als Windows, OS X oder Linux gestaltet wird. Für den Desktop-Bereich haben beispielsweise polnische Sicherheitsexperten mit dem Konzept "Qubes OS" gezeigt, dass isolierte Prozesse in virtuellen Umgebungen ein probater Ansatz für mehr Sicherheit sind. (pte)

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