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20.10.2010 Edmund E. Lindau

Sicherheitsbedenken stoppen Social Media in Unternehmen

Viele Unternehmen weltweit erkennen das Potenzial des Web 2.0 zur Produktivitäts- und Umsatzsteigerung, sind aber noch sehr skeptisch, was dessen Sicherheit anbelangt.

Dies ergab eine vom Sicherheitsspezialisten Mcafee in Auftrag gegebene Studie, zu der in 17 Ländern über 1.000 Entscheider in Unternehmen befragt wurden. Demnach zweifeln 50 Prozent der Teilnehmer an der Sicherheit von Web-2.0-Anwendungen, und 60 Prozent befürchten einen Imageschaden durch den Missbrauch von Social Media. Sechs von zehn Unternehmen haben aufgrund von Sicherheitsvorfällen bereits finanzielle Verluste erlitten, durchschnittlich in Höhe von zwei Millionen US-Dollar, wobei sich der Gesamtschaden auf mehr als 1,1 Milliarden Dollar beläuft. Führend bei der Nutzung von Web-2.0-Tools im Unternehmen waren Brasilien, Spanien und Indien; die Schlusslichter bildeten Kanada, Australien, die USA und das Vereinigte Königreich. Die Studie mit dem Titel »Web 2.0 – Ein komplexer Balance-Akt. Die erste weltweite Studie zur Nutzung und den Risiken von Web 2.0 sowie empfohlenen Vorgehensweisen« wurde im Auftrag von Mcafee von Mitarbeitern aus dem Umfeld des Center for Education and Research in Information Assurance and Security (CERIAS) an der Purdue University durchgeführt. Zusammenfassend kommt sie zu dem Schluss, dass Unternehmer zwar das Potenzial des Social Web erkennen, sich aber noch im Unklaren sind, ob und wie sie ihren Mitarbeitern am Arbeitsplatz Zugang zu den entsprechenden Anwendungen gewähren sollen. - Die Web-2.0-Nutzung variiert von Land zu Land. Insgesamt ist der Anteil unter den befragten Unternehmen derer, die das Web 2.0 nutzen, hoch. In Brasilien, Spanien und Indien beträgt er 90 Prozent oder mehr. Die geringsten Web-2.0-Quoten wurden in den USA, im Vereinigten Königreich, in Australien und in Kanada festgestellt. - Umsatz ist die Hauptmotivation zur Nutzung des Web 2.0. Drei von vier befragte Unternehmen nannten die Erschließung neuer Einnahmequellen als Grund für den Einsatz von Web-2.0-Tools. 40 Prozent der Befragten gaben an, dass solche Anwendungen die Produktivität steigern und neue Möglichkeiten des strategischen Marketings eröffnen. - Die Hälfte der Studienteilnehmer bezeichnete die Sicherheit als das größte Problem im Zusammenhang mit dem Web 2.0. Für ein Drittel der Befragten waren die damit verbundenen Risiken der Grund dafür, dass Web-2.0-Anwendungen im Unternehmen nicht stärker genutzt wurden. Als die vier wichtigsten Gefahren der Web-2.0-Nutzung durch die Mitarbeiter wurden genannt: Einschleppen von Malware (35 Prozent), Virenbefall (15 Prozent), Kontrollverlust über Informationen (elf Prozent) und Einschleppen von Spyware (zehn Prozent). - 60 Prozent der Befragten sahen die größte Gefahr einer unangebrachten Verwendung von Social-Media-Tools in der Schädigung von Ruf und Markenimage, im Abwandern von Kunden oder Verlust von Vertrauen. Ein Drittel gab an, dass durch »Workarounds« im Zusammenhang mit Social Media am Arbeitsplatz unerwartete Kosten anfielen. 14 Prozent berichteten von Gerichtsverfahren oder juristischen Streitigkeiten, die durch Mitarbeiter verursacht wurden, die vertrauliche Informationen veröffentlicht hatten, wobei mehr als 60 Prozent dieser Lecks im Zusammenhang mit Social Media stehen. - Viele Unternehmen blockieren Social Media statt Richtlinien zu erlassen. 13 Prozent der befragten Unternehmen weltweit verhindern die Nutzung von Social Media generell. 81 Prozent blockieren mindestens ein Web-2.0-Tool aus Sorge um ihre Sicherheit. Dennoch verfügt fast ein Drittel der Befragten über keine Social-Media-Richtlinie. Ein Viertel der Unternehmen überwacht die Web-2.0-Nutzung durch die Mitarbeiter. Zwei Drittel haben entsprechende Vorschriften erlassen, wovon die Mehrzahl (71 Prozent) deren Einhaltung mit technischer Hilfe überwacht. - Führungskräfte und Branchenexperten, die an der Untersuchung teilnahmen, waren sich einig, dass die Web-2.0-Nutzung im Unternehmen ein Balanceakt ist. So gilt es, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen, Mitarbeiter angemessen zu schulen und Cyberattacken durch leistungsfähige Technik abzuwehren.

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