Die dunklen Seiten des Web Detail - Computerwelt

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21.10.2010 Edmund E. Lindau

Die dunklen Seiten des Web

Ciscos »Dynamische Contend Analyse« durchsucht und analysiert Web-Seiten nach sehr spezifischen Kriterien. Eine Technik, die auch das Interesse des FBI geweckt hat.

Cisco hat mit der IronPort Web Usage Control ein Werkzeug vorgestellt, mit dem sich Webinhalte in Echtzeit kategorisieren lassen und Benutzerrichtlinien effizient umgesetzt werden können.

Mehr als 90 Prozent der so genannten »Dark Websites« ordnet das Tool treffsicher den jeweiligen Kategorien zu. Web-2.0-Seiten, die auf Collaboration-Technologien und dynamische sowie schnell veränderliche Inhalte setzen, sind listenbasierten URL-Filtern oft unbekannt. Daraus resultieren enorm erhöhte Internetrisiken hinsichtlich Compliance und gesetzlicher Haftung.

»Web 2.0-Anwendungen bringen der Wirtschaft enorme Vorteile. Sie sind schnell, effizient und kostensparend. Voraussetzung dafür ist aber, dass Nutzungsrichtlinien eingehalten werden. Mit dem neuen Tool, Cisco IronPort Web Usage Controls, können Unternehmen sicherstellen, dass die Richtlinien auch umgesetzt werden, und erhalten damit Kontrolle über ihren Web 2.0-Verkehr«, so Cisco-Österreich-Chef Achim Kaspar. Web Usage Control ist in die Web Security Appliances der Cisco IronPort S-Serie integriert. Diese Sicherheits-Gateway-Lösung vereint die Durchsetzung von Benutzerrichtlinien (durch URL-Filter), Reputations- und Malwarefilter sowie Datensicherheit auf einer Plattform.

Die Dynamic Content Analysis Engine ist darauf abgestimmt, auch Inhalte in blockierten Kategorien zu erkennen. Analysen von Cisco zeigten, dass die Dynamic Content Analysis Engine 50 Prozent mehr unerwünschte Inhalte identifiziert als Lösungen der ersten Generation oder solche, die gänzlich auf einer URL-Datenbank basieren. Damit senkt sie spürbar die Compliance- und Haftungsrisiken, die mit dem Web 2.0 einhergehen. Das System ist ab sofort verfügbar. Die Kosten richten sich nach der Zahl der Nutzer und der Laufzeit.

ANALYSE Der Begriff des »Dark Web« enstand nach den 9/11-Anschlägen. Zur Unterstützung der Ermittlungsbehörden bei der Identifizierung terroristisch orientierter Webseiten, Blogs und Foren hat das Labor für Künstliche Intelligenz an der Universität von Arizona das Projekt »Dark Web« rund um das Jahr 2004 gestartet. (http://ai.arizona.edu/ research/terror).

Die beteiligten Forscher entwickeln ein Programm für eine Inhaltsanalyse, das typische Syntaxmuster und HTML-Codes in einer Datenbank festhält. Erstes Ergebnis des von der Nationalen Forschungsstiftung der USA geförderten Projekts war das Programm Writeprint. Dabei handelte es sich um die Weiterentwicklung eines Programms, dass ursprünglich dazu verwendet wurde, um die Echtheit des Werks von William Shakespeare zu bestimmen. Writeprint hatte 480 verschiedene Merkmale erfasst, darunter Eigenheiten wie Stil, Begrifflichkeiten, Grußformeln, aber auch Design-Merkmale wie Schriftarten und Farben.

Spätestens 2007 zeigte das FBI reges Interesse an der automatisierten Analysemthode der Forscher aus Arizona, wie aus Dokumenten der Electronic Frontier Foundation (EFF) hervorgeht (www.eff.org/files/FBI-DarkWebProject.pdf). Demnach werde sogar an Werkzeugen gearbeitet, um die Erzeuger eigentlich anonymer Online-Informationen zu entschlüsseln. In dem Schreiben von 2007 hält es die US-Polizeibehörde für besonders aufschlussreich, entsprechende Hilfsmittel mit den eigenen Ressourcen zur »Ausnutzung« von Internet-Daten zu verknüpfen. Bislang wurde die Kommunikation von Terroristen im Internet nur manuell ausgewertet, erklärt der ehemalige Antiterrorexperte beim FBI, Dale Watson.

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